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Daniel Kulla: Biegen und brechen

Biegen und brechen

Die Propaganda der Flexibilität: Eigenverantwortung vs. Drogen, Computer und Handys.

von Daniel Kulla

Die Ferien stehen vor der Tür, und der Professor, der während des Semesters nur die Referate kommentiert hat, kommt jetzt ins Plaudern: »Zuletzt wurde im Berliner Journal für Soziologie Kritik an Ulrich Beck und ähnlichen Globalisierungstheoretikern geübt. Da hieß es dann, es gibt noch Klassen, es gibt noch Milieus. Und das denke ich auch. Es sind noch nicht alle so weit individualisiert – außer vielleicht der Ulrich Beck selbst.«

Er wird jetzt etwas lauter und redet sich in Rage: »Ja, wir alle werden mobile und flexible Charaktere für die neue Dimension des Neoliberalismus. Es gibt gar keine Arbeitslosen mehr, nur noch Unflexible. Und Tony Blair sagt dann zu ihnen: Eure Zeit ist abgelaufen, ihr Penner, die ihr von Milieus redet! Die Leute, die am Straßenrand stehen und meinen, man braucht Freunde – alte Auffassung! Sterbt aus!«


Edward P. Thompson zitiert in der »Entstehung der englischen Arbeiterklasse« aus einer Ausgabe des New Monthly Magazine von 1819:

»Die Ordnung der Dinge (…) ist völlig auf den Kopf gestellt. Heute besteht die letzte Hoffnung des hungernden Gesellen darin, selbst Meister zu werden; sein Arbeitgeber kann keine Arbeit mehr finden, die irgendeinen Profit verspricht, und ist deshalb gezwungen, ihn zu entlassen; der arme Teufel verkauft dann sein Bett, kauft einen Amboss und besorgt sich ein bisschen Eisen, und wenn er ein paar Artikel produziert hat, verkauft er sie (…) für das, was dafür zu bekommen ist. (…) Während er vielleicht vorher als Knecht 10s. pro Woche erhalten hat, ist er jetzt froh, wenn er 7s. als Meister verdient.« (1)

Was hier geschildert wird, entspricht der heutigen Situation insofern, dass die allgemein anerkannte Strategie gegen wirtschaftlichen Abstieg in der Flucht nach vorn besteht: Selbständigkeit heißt das euphemistisch, in Deutschland ist die Ich-AG der häufigste und erbärmlichste Ausdruck davon.

Die Politische Ökonomie, jene Lehre, an der Marx sich einst abarbeitete, ist auf dem Weg zur totalen Ideologie. Ihre Logik durchdringt unterschiedliche soziale Schichten und Lebensbereiche, sie dient als Maß, Wert und Zweck. Gleichzeitig scheint sie in der Wahrnehmung vieler die Notwendigkeit von Zielvorstellungen und grundlegenden Veränderungen abzuschaffen.

Gehn die Leute aufa Straße ainkich absichtich so langsam?

Galt der wichtigste Kampfbegriff dieser Ökonomisierung, die Flexibilität, bis vor kurzem noch als Kriterium zur Beurteilung von Strukturen, Werkstoffen oder Anlagen, wird er nun zunehmend auf das »eigenverantwortliche« Individuum angewandt. Mangelnde Beweglichkeit, Unkenntnis der modernen modischen Strömungen, Festhalten an Überzeugungen gelten als grundsätzlich unwirtschaftlich und werden immer wieder von im Grunde netten und sich als hip empfindenden Linken denunziert.

Der Reflex auf die Bloßstellung des Unangepassten durch den Spießer (»Wollten Sie etwa schwarzfahren?!«) besteht leider im simplen Richtungswechsel: dem Spießigen wird’s gezeigt. Seine Unbeweglichkeit wird zu absichtlicher Verweigerung. Dabei werden verschiedene Gruppen von Menschen zum Feindbild: die aggressiven Spießer (die Spott und Verachtung sicher nicht zu Unrecht treffen); die bewussten Verweigerer (die sich ständig sagen lassen müssen, ihre Sorgen seien unbegründet, es gebe ganz neue Möglichkeiten und Wege); schließlich die von der modernen Welt simpel Überforderten. (In einer Verstärkungsschleife hängend, trauen sie sich immer seltener, ihre Fragen zu stellen, für die sie ausgelacht werden; als Dumme User und träge Masse beschimpft, müsste ihnen eigentlich Solidarität entgegengebracht werden.)

Warum geschieht das nicht? Die Unflexiblen in ihrer großen Zahl zeigen, dass die Anforderungen, die heute an Menschen gestellt werden, nicht mehr angemessen sein können. Dieses Eingeständnis fällt angesichts der gedanklichen Konsequenzen schwer; die Abgrenzung gegen die Unflexiblen hingegen stellt einen Akt der Anpassung dar. »Mir fällt noch was ein, ich muss noch nicht meckern oder resignieren«, ist herauszulesen oder zu hören. Das ist nützlich in einer sozialen Wirklichkeit, in der Gespräche immer häufiger als Bewerbungsgespräche oder Werbemaßnahmen funktionieren.


Der Produkttrainer kriegt sich gar nicht mehr ein: »Ich hab immer zwei Kameras schussbereit am Gürtel. So bin ich für alle Situationen gerüstet. Das müssen Sie dem Kunden vermitteln!«


Wie ist es dazu gekommen? Warum mag die bürgerliche Welt keine Unverbindlichkeiten, nichts Unverkäufliches? Stabilität kennzeichnete einst den Feudalstaat. Stände mit ewigen Rechten und Pflichten beherbergten Subjekte in geschlossenen Räumen des Überlebens. So wie idealtypisch kein Untertan einen bestimmten Lebensstandard unterschreiten musste, waren auch die Obergrenzen von Einkommen und Bewegung überliefert und festgesetzt.

Diese in der Rückschau oder beim Blick in noch feudale Kulturen je nach Betrachtungsweise starr oder harmonisch erscheinende Ordnung brach das Bürgertum im Streben nach sozialer Mobilität auf. Die Erschütterung der Scheibenwelt, zunächst fast ausschließlich gefürchtet und bekämpft, wurde vom bürgerlichen Wahlspruch begleitet: Jeder kann es schaffen. Im Kleingedruckten versteckte sich die Betonung auf dem »kann«, und da hockt sie bis heute.

In ähnlicher Weise wie die kommunistische Überwindungsstrategie des Kapitalismus unter dem Ansturm der Konterrevolution zunächst in quasi-religiösen Glaubenssystemen gerann, wurde die neue Weltanschauung des Bürgertums unter den Bedingungen der feudalen Reaktion von den neuen protestantischen Bekenntnissen getragen. Mit biblischem Vokabular und unter Bezugnahme auf feudale Wertvorstellungen wurde hier formuliert, was sich in den fehlgeschlagenen (Deutschland 1520) und nur teilweise erfolgreichen (England 1648) Revolutionen zu zeigen begann und erst am Ende des 18. Jahrhunderts tatsächlich zur Macht gelangte.

Der Erfolg des Einzelnen verknüpfte sich mit seiner erblichen Schuld. In Abwesenheit von vergebenden Instanzen mussten die neuen Bürger sich selbst antreiben und richten. Ihre Schuld verschmolz ideell mit Schuld und Sünde. Durch Abtragung der »Daseinsschuld«, durch lebenslange besinnungslose Plackerei taten sie Buße. Die Existenz stand unter Strom, unter Dauerdruck. Jede unnötige Entspannung bremste den Gang der Erlösung. (2)


Der achtjährige Hertha-BSC-Fan, pummelig und rotgesichtig, verfolgt aufmerksam die Haltestellenansagen im Bus und sagt: »Is nur noch ’ne Formsache, bis wir da sind. Nur noch ’ne Formsache.« Wenig später belehrt er seine neben ihm sitzende Oma: »Zu Hause stehen wir unter Druck.«


In dieser Traditionslinie entstand schließlich die Politische Ökonomie, die Menschen primär und zuweilen auch dezidiert ausschließlich als wirtschaftliche Subjekte behandelte. Wurde diese Ökonomisierung des Lebens mehr als ein Jahrhundert lang mit einer Mischung aus feudal-paternalistischer Empörung und kommunistischer Agitation bekämpft, waltet sie heute in zahllosen Gesellschaften in schwer angreifbarer Dominanz.

Begreift man das Funktionieren der Kapitalgesellschaften als kontinuierliches Auslagern von Risiken, wird deutlich, dass diese Risiken häufig von denjenigen getragen werden müssen, die sie nirgendwohin mehr auslagern können. Der Mensch wird zum Unternehmen. Gleichzeitig baut sich der »väterliche« Staat so um, dass er die individuellen Erlöse abschöpfen kann:

»Theoretischer Vorschein der aktuellen Krisenbewältigungsstrategien waren die Anfang der neunziger Jahre geführten Demokratie- und Kommunitarismusdebatten, die über Rechte und Pflichten in der Gemeinschaft der Demokraten nur zu alternativen Katechismen führen konnten. (…) Derart stiftet das Outsourcing des Staates eine Diffusion seines Gewaltmonopols und das Bündnis von Bürokratie und identitären Gemeinschaften, in dem der Kommunitarismus als Krisenbewältigungsstrategie des Wohlfahrtsstaates und der Islamismus als eine Konsequenz gescheiterter nachholender Modernisierung zusammenfinden. Geschäftsgrundlage dieses Bündnisses ist, dass beiden das Individuum als nichts anderes gilt denn als Agentur der Selbstzurüstung für die Belange des Kollektivs – das kleine hässliche Wort von der Ich-AG plaudert das ganz offen aus.« (3)

Wurde es noch in weiten Kreisen als Skandal empfunden, als Margaret Thatcher in den Achtzigern den Begriff der Gesellschaft komplett ablehnte, verlagert die Marktlogik sich heute – wenn nicht geräuschlos, so doch an den meisten Übergangsstellen sehr geräuscharm – ins Innere der von Teilhabe an den Gewinnen Ausgeschlossenen. Jeder Arbeitslose zahlt ein Auto ab, jeder Werktätige ein Haus oder eine Wohnung, alle haben ihre kleine betriebswirtschaftliche Rechnung im Kopf. Und die sieht nie gut aus, das geht gar nicht.

In keinem Trickfilm malt noch irgendwer einer Figur Dollarzeichen in die Augen. Die sind bei uns allen immer dort. Cleverer sein, die Lücken entdecken, sich durchmogeln – es sind dies die Strategien der sozial absteigenden Handwerker aus Thompsons 1819; unmittelbar bevor sie zu begreifen begannen, dass sie nur kollektiv als Klasse der rotierenden Verwertungsspirale entkommen konnten.

Besondere Hellsichtigkeit zeichnet weder Befürworter noch Kritiker der Flexibilisierung aus. Die Bereitschaft zahlreicher Mitmenschen, buchstäblich ihr ganzes Sein zu Markte zu tragen, übertrifft bei weitem die Phantasien eines Ulrich Beck über die »Risikogesellschaft«. Die Kritik wiederum findet aus dem alten Spannungsfeld zwischen Paternalismus und Sozialismus kaum heraus.

I’m only human

Einen frühen Beitrag über die Grenzen der Selbstzurichtung verfasste der Philosoph Günther Anders bereits in den Fünfzigern. In seinem Buch »Die Antiquiertheit des Menschen« attackiert er den Fortschritt als solchen, der es mit sich bringt, dass das unperfekte Subjekt angesichts der Perfektion der industriellen Produkte erniedrigt wird.

»Es wäre ja durchaus nicht unmöglich, dass wir, die wir diese Produkte herstellen, drauf und dran sind, eine Welt zu etablieren, mit der Schritt zu halten wir unfähig sind, und die zu fassen die Fassungskraft, die Kapazität sowohl unserer Fantasie wie unserer Emotionen wie unserer Verantwortung absolut überforderte. Wer weiß, vielleicht haben wir eine solche Welt bereits etabliert.« (4)

Anders’ Versuch, die Verantwortung allen aufzubürden, wirkt moralisch löblich. Dennoch ist es vor allem das Kapital, das Menschen mit dem gleichen Maß wie Maschinen und Produkte misst. Die Wiedereinsetzung des Menschen und vor allem der menschlichen Gesellschaft als Maßstab ist nur gegen das Kapital denkbar.

Unter ausdrücklichem Bezug auf Anders formulierte Günter Amendt zuletzt eine viel weiter reichende Kritik an der Ideologie der Selbstregulierung. In »No Drugs No Future« unternimmt er den Versuch, »am Beispiel des so genannten Drogenproblems die Logik des neoliberalen Modernisierungsprozesses – zu dem es, wie dessen Propagandisten auffallend oft versichern, eine Alternative nicht gibt – einmal konsequent zu Ende zu denken«. (5)

Die Botschaft lautet hier: Wenn ihr den totalen Markt wollt und somit die totale Autonomie des Individuums, bedeutet das auch Selbstmedikamentierung, die freie Verfügung über die eigene Neurochemie. »Alle Übereinkünfte über den Ort der Arbeit, die Dauer der Arbeitszeit, die vertragliche Sicherung des Arbeitsplatzes, ja selbst das Verbot von Kinder- und Sklavenarbeit stehen zur Disposition. (…) Weil aber Nüchternheit für immer mehr Menschen zu einem immer schwerer erträglichen Zustand wird, greifen immer mehr Menschen zu immer mehr Hilfsmitteln, die ihnen erlauben, der Wirklichkeit zu entfliehen, sie zu verdrängen oder zu schönen.« (6)

Widerstand schmerzt. An der bloßen Existenz schmerzt jedes Fünkchen Unflexibilität. Ohne Revolution, ohne selbst die Aussicht darauf bleibt lediglich die Anpassung. Der Mensch verbiegt sich. Ohne Drogen geht das nicht mehr. »Die Frage aber ist: Wie biegsam ist der Mensch? Wie beweglich ist er? Wo ist sein speed-limit, seine Bruchstelle?«

Nach den biologischen Grenzwerten fahndeten die Exekutoren der Verwertungslogik bei ihren Menschenversuchen in den KZs. Gerade das speed-limit, gerade der Grenzwert für die Verträglichkeit von Aufputschmitteln, gehörte zu den großen Forschungsprojekten. (7)

»Das sind die Fragen, die sich auch die Produktdesigner der Pharmaindustrie stellen auf der Suche nach einer pharmakologischen Antwort. Denn die Entrhythmisierung des Arbeitsablaufs, die Zerschlagung gewachsener und verinnerlichter Zeitstrukturen, wie etwa die Abschaffung von Sonn- und Feiertagen, der ständige Wechsel von Arbeitszeit und Arbeitsort, die Auflösung sozialer Beziehungen und emotionaler Bindungen verursachen oft extreme Gefühls- und Stimmungsschwankungen, welche die Bereitschaft zur chemischen Selbstmanipulation geradezu herausfordern, will man nicht abgehängt werden und auf der ›Loser‹-Seite landen.« (8)

Zu günstigeren Zeiten war diese eigentlich unerträgliche ständige Spannung mit revolutionärer Stimmung verknüpft: jeder ein Adorno’scher Ton! Ohne die explosionsartige Lösung bilden sich jedoch Krämpfe. Durch die Abwesenheit von Umstürzen und Neugestaltung verwandelt sich die treibende Kraft der jüngeren Entwicklung in Terror gegen den Einzelnen.

Drugs only drugs

»We get high on all types of drugs when all you really need is love to get by, just to get by«, rappt Talib Kweli. Ist die Fremdsteuerung des Körpers einmal etabliert, ermöglichen Drogen doppelseitige chemische Kompensation – zum einen für den realen Verlust an Lebendigkeit durch Arbeit und Konsum; zum andern dafür, den Idealen der Verwertbarkeit nicht zu entsprechen, ihnen letztlich nicht entsprechen zu können.

Diese mit chemischer Hilfe angepeilten Ideale entspringen einer weiteren im Wesen protestantischen Konzeption: der Positivliste, die alles ausschließt, was nicht ausdrücklich für gut befunden wird. Verbindlichkeit heißt Auslese. Ein unerreichbares Maximum wird zum Standard erhoben.

Schönheit wird auf dem Markt zu Makellosigkeit, Gesundheit zu Sterilität. Jugend wird weniger in Begriffen von Rhythmus und Begeisterung als durch die Abwesenheit von Unebenheiten, Reibungen und schmerzhaften Erinnerungen definiert. Frauen im Verwertungsprozess biegen ihren Körper tatsächlich oft, bis sie brechen, bis sie mit 36 Kilogramm in der Abteilung für Ernährungsstörungen landen und vom Arbeitgeber, dem sie gefallen wollten, fallen gelassen werden. Sie werden dann in der selben Suchtklinik behandelt wie die zahllosen Arbeitssüchtigen. Und die Alkoholiker, die das in der Mehrzahl im Berufsleben und wegen des Berufslebens wurden.

England 1830: »Die Zunahme des Teetrinkens war zum Teil ein Ersatz für Bier, vielleicht auch für Milch. Die Zeitgenossen – allen voran Cobbett – sahen darin einen erneuten Beweis für die Verschlechterung ihrer Lage. Tee wurde als ärmlicher Ersatz und – zusammen mit dem zunehmenden Spirituosenkonsum – als Hinweis auf ein Bedürfnis nach Aufputschmitteln betrachtet, verursacht durch überlange Arbeitszeit und ungenügende Ernährung.« (9)

Die rauschfreie Leistungssteigerung durch Kaffee und Zucker ist erwünscht. Wir sehen die kettenrauchenden Fernfahrer, denen die Frau weggelaufen ist. Mit dem Einbruch der Postmoderne wurde der Drogengebrauch auch in der Freizeit härter. Das Rollenspiel am Tage führte zu einem immer unstillbareren Verlangen, nachts wirklich aus sich raus zu kommen. Die Siebziger kennen nicht nur Heroin, sondern vor allem Amphetamine und das als »Popper« verniedlichte hochgiftige Amylnitrat – und damit das Leistungsprinzip außerhalb der eigentlichen Arbeit.

Der Kollaps der Körper folgt sogleich. Die Erinnerung an natürliches Empfinden ist um 1980 in weiten Teilen der Gesellschaft verschwommen bis verschwunden. Romantisierende Idyllenvorstellungen und Schreckbilder von Katastrophen bestimmen bei Esos und Ökos die Wahrnehmung. Die künstlichen Umgebungen und sozialen Standards überfordern und überreizen. Schreckliche Filme wie »Liquid Sky«, die angefüllt sind mit Indifferenz, Gefühlskälte, Isolation und Zerrüttung, erinnern daran wie die Todesdisco des amerikanischen Untergrunds.

Der aktuelle Zustand der unübersichtlichen Drogengesetzgebung wird für das selbständige Individuum noch durch die Abwesenheit eines gesicherten Erkenntnisstands über Set und Setting, Wirkungsweise und Rahmenbedingungen ergänzt. Das Risiko liegt beim Konsumenten, obwohl er es nicht kontrollieren kann. Die Informationspflicht liegt gleichermaßen bei ihm, obwohl Forschung und ihre Darstellung zur Hälfte illegal, zur Hälfte im Sinne der Hersteller verfremdet vorliegen.

Plug Me In

Als manifeste Technisierung eskalierte in der jüngeren Vergangenheit der Computer die Verwertungsbedingungen. Dass er schnell in die Hände privater Nutzer geriet und deren Enthusiasmus weckte, ließ anarchistische Wunschvorstellungen von der dezentralen Umkrempelung der herrschenden Strukturen greifbar werden. Der amerikanische Sozialprediger Bob Black blieb 1981 eine einsame Stimme: »Wir sollten mehr als skeptisch gegenüber den Versprechungen der Computermystiker sein. Sie arbeiten wie Hunde, und wenn es nach ihnen geht, werden wir das bald auch alle.« (10)

Die Hacker-Romantik, bei angeliefertem Fastfood vor den Bildschirmen die Nächte durchzumachen, ist in weniger als zwei Jahrzehnten zur Dauerbelastung für Tausende von Werktätigen geworden. Zwar sind die Exzesse der Hochphase der New Economy, als für solche Aktionen Speed und in manchen Fällen gar Koks von der Geschäftsleitung spendiert wurde, mittlerweile weitgehend abgeebbt. Die Anwesenheit des für viele Berufsgruppen wichtigsten Werkzeugs, des PC, in ihrer eigenen Wohnung, bindet dennoch nach Feierabend und am Wochenende an die Arbeit. Und an äußerst potente Suchtmittel, das Internet und die nur einen Klick entfernten Computerspiele.


Im Forum des Online-Magazins Telepolis wird ein Artikel über Internetsucht zerrissen. »Schlecht erfunden, die brauchen wohl neue Patienten«, heißt es. »Alles Quatsch – ich kann mit dem Netz gut umgehen«, sagen viele andere. Ich schreibe daraufhin, dass es bei Sucht nicht um die geht, die mit etwas umgehen können, sondern um die, die das nicht schaffen. Mir schüttelt eine Betroffene virtuell die Hand. (11)


Aus der großen Verbreitung von Netzanschlüssen erwächst gleich die nächste Verbindlichkeit. Viele Behördenformulare gibt es nur noch als pdf-Dateien, Banken bieten zahlreiche Dienstleistungen nur noch online an, Schülerfragen werden mit dem Verweis »irgendwo im Netz« abgespeist. Die gelangweilte Replik der Sachbearbeiter an die Zuspätkommenden lautet: »Haben Sie denn unsere E-Mail nicht erhalten?«


Mr. Prosser sagte: »Sie hatten ja durchaus das Recht, zu geeigneter Zeit Vorschläge und Proteste zu äußern.«

»Zu geeigneter Zeit?« schimpfte Arthur. »Zu geeigneter Zeit? Zum erstenmal habe ich was davon gehört, als gestern ein Arbeiter bei mir aufkreuzte. Ich fragte ihn, ob er zum Fensterputzen gekommen wäre, und er sagte, nein, er sei gekommen, um das Haus abzureißen. Natürlich hat er mir das nicht gleich gesagt. Nein, erst hat er ein paar Fenster geputzt und auch noch fünf Pfund dafür verlangt. Dann erst hat er’s mir gesagt.«

»Aber Mr. Dent, die Pläne lagen die letzten neun Monate im Planungsbüro aus.«

»O ja. Als ich davon hörte, bin ich gestern nachmittag gleich rübergegangen, um sie mir anzusehen. Man hatte sich nicht gerade viel Mühe gemacht, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Ich meine, dass man’s jemandem gesagt hätte oder so.«

»Aber die Pläne lagen aus …« »Lagen aus? Ich musste schließlich erst in den Keller runter …« »Da werden sie immer ausgehängt.« »Mit einer Taschenlampe.« »Tja, das Licht war wohl kaputt.« »Die Treppe auch.« »Aber die Bekanntmachung haben Sie doch gefunden, oder?« »Jaja«, sagte Arthur, »ja, das habe ich. Ganz zuunterst in einem verschlossenen Aktenschrank in einem unbenutzten Klo, an dessen Tür stand: Vorsicht! Bissiger Leopard!« (12)


Wenige besitzen die Souveränität eines Peter Lau, der sich das beliebte Hackerschimpfwort vom DAU, dem Dümmsten anzunehmenden User, auf die Brust heftet. »Die Technik muss sich mir anpassen, nicht ich mich der Technik«, sagt der Kulturredakteur von brand eins lapidar.


Dresden-Neustadt. Der Besitzer des Zeitschriftenladens brütet über einem Katalog, bis es ihm entfährt: »Was ham’n die alle mit den Navigationssystemen?! Wer braucht’n so’n Scheiß? Sind die alle zu blöd, ’ne Landkarte zu lesen?« (Wobei der Trick darin besteht, dass es in vielen Autos keine Karte, sondern nur einen Navigator gibt, mit dem der Fahrer nichts anfangen kann. Meistens gibt es jedoch weder noch und die Navigation erfolgt nach bereits bekannter Strecke oder der deutschesten aller Methoden: Fahren nach Ausschilderung.)


Der rote Knopf

Um das Handy als weiteres Kontrollinstrument zu veranschaulichen, folgt hier ein kleiner Ausflug in die Geschichte der Zeitpolitik. Betrachtet man die zeitlichen Kontrollmechanismen, so zerfällt die geschichtliche Periode der Feudalgesellschaft grob in zwei Phasen.

In der ersten wurden aus den antiken Annalen, die in meist poetischer Form konstituierende Elemente der frühen Staaten verherrlicht hatten, präzisere und durchkomponierte Chroniken. Sie ermöglichten eine Kontrolle der vergangenen Zeit, indem in der Art von Lebensläufen in Bewerbungsunterlagen Ereignisse so pointiert wurden, dass eine Notwendigkeit des Status quo und gleichsam eine Legitimation für zukünftige Ansprüche abgeleitet werden konnten.

Ambitionen auf bestimmte Titel wurden durch Vorfahren, die im Besitz des Titels gewesen waren, gerechtfertigt. Eroberungen und Erwerbungen wurden ebenso mit historischer Zugehörigkeit der jeweiligen Gebiete zum eigenen Machtbereich begründet. Zur Illustration sei auf die dreisprachige Regierungserklärung des Perserkönigs Dareios I. (die Behistun-Inschrift) verwiesen, in der Landnahme als Aufstandsbekämpfung dargestellt wurde. Bis heute sind Nationalismen sehr erfinderisch im Herbeischreiben von ethnischen Verwandten in Regionen, die zur Annexion ausersehen wurden.

Da also der Rahmen für zukünftiges Handeln durch die Produktion von Vergangenheit abgesteckt werden konnte, wuchsen die Chroniken stetig an, um über längere Ahnengalerien, weiter reichende Territorialansprüche und die gewichtigeren – meist religiösen – Argumente als rivalisierende Herrscher zu verfügen. Zur Erzeugung von Allianzen wurde gemeinsame Geschichte geschrieben, so wurde der Alexandermythos in der Kreuzzugspropaganda zu einer europäischen Angelegenheit, zur Grundlage der Vorstellung einer völkerübergreifenden zivilisatorischen Mission.

In die zweite Phase der feudalen Zeitpolitik fiel das stärkere innenpolitische Engagement lokaler Herrschaftsstrukturen, die weiterhin sehr eng mit den religiösen Hierarchien verflochten waren. Hier rückte nun der Kalender in den Mittelpunkt der zeitlichen Kontrolle und damit erstmals die nahe Zukunft. Mit der Genauigkeit von Tagen wurden die zu leistende Fronarbeit, der verlangte Waffendienst und die religiösen Pflichten gerastert. Die landwirtschaftliche Tätigkeit kam durch die Nähe zum natürlichen Jahresverlauf weitgehend ohne Kalender aus; er war erst jetzt wichtig, um Tätigkeiten abrechnen zu können, die direkt für den Feudalherren oder die religiöse Struktur auszuüben waren.

Zum manipulativen Element wurde der Umstand, dass der astronomisch und mathematisch ungebildeten bäuerlichen Bevölkerung die Veränderungen am Kalender, namentlich die Schalttage, mit nötig gewordenen Anpassungen begründet werden konnten. So entstand zusätzliche Fronarbeitszeit, der Kalender wurde zum Mittel der Verlängerung der Jahresarbeitszeit. Einzelne Tage fielen zunächst nicht ins Gewicht, erst ihre Häufung begann, den Bauern und zunehmend auch den kritischen Gelehrten wie beispielsweise Francis Bacon Sorgen zu bereiten.

Der natürliche Jahresablauf stimmte bald offenkundig nicht mehr mit dem kalendarischen überein. Für den mittelalterlichen Menschen, dessen Weltbild aufs innigste mit Sternbildern und religiösen Festen verwoben war, schien alles aus den Fugen zu geraten. Als der Verdacht sich erhärtete, dass diese Zeitverschiebung zur Bereicherung der feudalen Klasse diente, kam es ab dem 15. Jahrhundert immer wieder zu Erhebungen. Mehrere Male wurde daraufhin von kirchlicher Seite eine Kalenderkorrektur veranlasst. Die damit beauftragten Gelehrten wurden jedesmal schnell umgebracht.

Erst als auf dem Höhepunkt der Empörung die Kalenderkritik sich mit der protestantischen, frühbürgerlichen Erhebung verband und der katholische König Frankreichs dafür angeprangert wurde, den Bauern Zeit zu stehlen, indem er 1564 den Jahresanfang von Ostern auf den 1. Januar vorverlegte, wurde eine erfolgreiche Kalenderreform durchgeführt. Der Startschuss für den gregorianischen Kalender bestand denn auch in der Streichung von zehn Tagen, was allgemein als Zeiterlass und vollständige Rücknahme des Zeitdiebstahls akzeptiert wurde. (13)

Das nun bereits relativ mächtige Bürgertum begann ein starkes Interesse für die genauere Zeitmessung zu entwickeln. Entsprechend der zunächst stärker moralisch-religiösen Ausrichtung der protestantischen Weltanschauung gaben die verbesserten Turmuhren vor allem die genauen Gebetsstunden und in manchen Gegenden die sittlichen Zeiten für weitere Elemente des Tagesablaufs vor.

Schon mit Aufkommen des Manufakturwesens, spätestens aber in den ersten Fabriken wurden die bürgerlichen Eigentümer jedoch selbst zu Zeitherrschern. Die Werksuhr bestimmte Anfang und Ende des Arbeitstages, der sich somit durch Manipulationen am Uhrwerk verlängern ließ. Die aufkommenden Taschenuhren, ja selbst die Kenntnis der Zeitmessung waren den Arbeitern verboten. Mit Kündigung und Züchtigung wurde auf Gespräche über die Uhrzeit reagiert. (14)

Die aufkommende Gewerkschaftsbewegung erhob den Besitz von Taschenuhren zu einem Recht. Auch hier hatte der sinnlich zu lang empfundene Arbeitstag den Ausschlag für zahlreiche Revolten gegeben. Ähnlich wie die Bürger im Aufstieg zur Macht versuchten die Arbeiter nun jedoch nicht, die Zeitkontrolle zu überwinden, sondern sie bestanden auf verbindlichen Arbeitszeiten und der Möglichkeit für jedermann, diese zu kontrollieren. Später, als die erste Welle proletarischer Erhebungen abgeprallt war, ging es nur mehr um die genaue Menge an zu leistenden Überstunden.

Heute können wir die Verschärfung der spätbürgerlichen Zeit beobachten. Viele Menschen tragen keine Uhren mehr, auch öffentliche Uhren verlieren an Bedeutung. Mit dem Mobiltelefon verbreitet sich ein Gerät, das nur als Gimmick auch die Zeit anzeigt. Arbeitszeit ergibt sich aus der Routine, aus den Radio- und Fernsehansagen, aus der Zeitanzeige des Computers. Vor allem aber ist sie nunmehr durch die ständige Erreichbarkeit des Werktätigen oder Subunternehmers mit einem einzigen Anruf verlängerbar. Der Angerufene kehrt auf der Autobahn um, setzt sich zu Hause nochmals an den Rechner oder unterbricht seine Mittagspause.

Diese Willkür kann in einer wachsenden Zahl von Berufsfeldern nahezu jederzeit jedwede andere Tätigkeit unterbrechen, unabhängig von ihrem persönlichen Wert oder ihrer möglicherweise biologischen Notwendigkeit.


Die Lehrerin wundert sich: »Früher fuhren die Kinder auf Klassenfahrt und waren froh, aus dem Alltag und der Familie rauszukommen. Heute rufen sie manchmal mehrmals täglich mit dem Handy zu Hause an.«


Heute lassen wir uns also damit täuschen, dass die beinahe obligatorische Benutzung des Mobiltelefons als freie Entscheidung eines souveränen Individuums dargestellt wird, meist mit dem Verweis darauf, dass ja offenbar niemand dazu gezwungen werden müsse, sich ein Handy zu kaufen, sondern die Masse der Bevölkerung höchst begeistert danach greift. Das kritische Bauteil an den kleinen Elektronikwundern ist die Ausschalttaste, die natürlich jeder jederzeit drücken kann.

Auf öffentlichen Toiletten sind Menschen dabei zu bewundern, wie sie wichtige Gespräche entgegennehmen. Mehr noch, die Anrufer verbitten es sich sogar, den Eindruck zu bekommen, den Angerufenen bei etwas unterbrochen zu haben.

Karl Marx and History

In der Zusammenschau verlagert die gegenwärtige Phase der Modernisierung nach und nach sämtliche Verantwortung ins Individuum, erzieht es dabei im besten Fall zu einem aktiven Marktteilnehmer und Staatsbürger, zerstört im häufigeren Fall Motivation und soziale Bindungen. Die forcierte Gleichschaltung des Menschen mit der Subjektform stößt an Grenzen, die nach Veränderungen in der Keimbahn verlangen. Wenn Wettbewerb und Autonomie dem Menschen so fremd sind, der Markt jedoch als das vernünftigste Wirtschaftssystem angesehen wird, braucht es neue Menschen.

Mächtig sind die Trends, sich so glatt operieren zu lassen, sich künstlich so zu bräunen, solche Kleidung zu tragen und solche Maskengesichter zur Schau zu tragen, wie die bearbeiteten Magazinfotos es von Menschen zeigen. Keine Marotte ist auch die in den Romanen Houellebecqs diskutierte Übertragung von Marktkriterien auf sexuelle Beziehungen, besonders auf ihre Anbahnung. Auch hier bedeutet Verbindlichkeit Selektion.

Der so erzeugte anhaltende Ausnahmezustand ruft wachsende Kritik hervor. Das wäre sehr schön, wenn sie nicht in aller Regel deutlich rückwärts gewandt oder stark im Marktdenken gefangen daherkäme.

Die »aktiven Agenten sozialer Werte«, die die Sozialwissenschaften und Ethnologen gern als Gegenbild zum passiven Betroffenen von Entwicklungen zeichnen, brauchen dennoch eine Chance. Erwarte ich angesichts ihrer beschriebenen Ausgrenzung, der Beschimpfung und Verdrängung tatsächlich, dass sie diese Veränderungen mitgestalten? Mute ich den Unflexiblen nicht einfach nur eine andere Version derselben Flexibilitätspropaganda zu, wenn ich von ihnen ein Eingeständnis von Mitschuld oder zumindest Mitverantwortung an ihrer Lage hören will?


Konjugation: Flexible Dinge sind wie flexible Menschen besonders biegsam. Sie können viel stärker gebeugt werden, bevor sie brechen. In der Grammatik heißt die Beugung von Verben Konjugation. Einmal gebeugt, ist man finit geworden, also fertig. Herrje, sie können dich bis ins Plusquamperfekt hinabbeugen: Dann bist du sozusagen schon lange durch!

Ein Akt des Widerstandes besteht darin, infinit zu bleiben, unfertig – dann werden die Beuger mit unschönen Bezeichnungen aufwarten: störrisch, verstockt, beratungsresistent, Blockierer, Betonkopf, Fundamentalist, Leistungsverweigerer. Die revolutionäre Perspektive besteht natürlich in der Expansion, der Streckung.


Weitaus beängstigender sind jedoch die deutlich ins Mittelalter zielenden Verweigerungshaltungen, die vor allem in den globalisierungskritischen und natürlich in den offen rechtsextremen Diskursen zu Hause sind, jedoch immer weit über diese hinausgreifen. Die Unmöglichkeit der Anpassung wird nicht zu einem Argument für die Überwindung der kapitalistischen Ordnung in Richtung einer weiterentwickelten Gesellschaft der kollektiven Aneignung, sondern sie verstärkt die in ihrer Essenz immer noch feudalen Ressentiments gegen die Moderne.

Statt über die bürgerliche Individualisierung hinauszuzielen in eine »freie Assoziation freier Produzenten«, wie sie Marx vorschwebte, wird zur Rückkehr ins Stammeskollektiv und in die Volksgemeinschaft getrommelt. Der verklärte Blick in die islamische Welt, der angesichts der stärker werdenden Solidarisierung mit ihr gegen die bürgerlichen Mächte gut einstudiert ist, produziert ein Gegenbild einer zinsfreien und naturnahen Ständegesellschaft ohne manifeste Sexualität und mit versteckten statt offenen Konflikten. Auch Talib Kweli meint im erwähnten Song mit »love« Allahs Liebe.

In der linken Diskussion lebt die rückwärtige Tendenz zum Teil davon, dass zu Recht bezweifelt werden darf, ob zunächst sämtliche Gemeinschaften sich in autonome Individuen auflösen müssen, bevor der Weg für eine kommunistische Assoziation frei wäre. Die beschriebenen Deformierungen des Subjekts, das nach Perfektion strebt und diese nicht erreichen kann, sprechen dagegen.

Dennoch ist die Moderne verteidigungswürdig. Die Diskrepanz zwischen ihren Möglichkeiten und ihrer Realität fällt eben wegen der enormen Möglichkeiten so sehr auf. Handys ermöglichen tatsächlich Ortsunabhängigkeit, Computer ermöglichen produktive Autonomie – was die Tragik so groß macht.

Wichtig scheint, nicht die moderne Entwicklung per se anzugreifen – was gern gehört wird und ständig geschieht – sondern ihre gesellschaftliche Aneignung. An Pornografie ist nicht die deutliche Darstellung erregter Geschlechtlichkeit problematisch, sondern die mitschwingende Abbildung von Herrschaft und Unterwerfung. HipHop wirkt abzüglich seiner erschreckenden Reproduktion kapitalistischer Werte als höchst emanzipative Form. In der bürgerlichen Welt wohnen bereits Keime nachbürgerlicher Kultur. Je größer die sichtbaren Vorzüge und je größer gleichzeitig die damit verbundenen Widrigkeiten, desto manifester die Möglichkeit und Notwendigkeit der Überwindung.


Anmerkungen:

(1) New Monthly Magazine, 1. Juli 1819, zit. in: Maccoby (1955), S. 335

(2) Ausführlicher im Vorwort zu Paco Xander Nathan: Sind Unternehmen die besseren Menschen? Löhrbach 2004

(3) Justus Wertmüller: Al-Quaida proudly presents: eine Lektion in Demokratie – Spaniens Absage an ein besseres Leben. In: Bahamas, Nr. 44, S. 5ff.

(4) Günther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen. München 1980 (1956), S. 17

(5) Günter Amendt: No Drugs No Future. Hamburg 2003, S. 13

(6) Ebenda, S. 21f.

(7) Werner Pieper: Nazis On Speed – Drogen im 3. Reich. Löhrbach 2002

(8) Amendt 2003, S. 24

(9) Edward P. Thompson: Die Entstehung der englischen Arbeiterklasse. FfM 1987, S. 345.

(10) Bob Black: Die Abschaffung der Arbeit. Löhrbach 2003.

(11) Siehe http://www.systemausfall.de/tp.html

(12) Aus: Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis. München 1982.

(13) Vgl. Heribert Illig: Wer hat an der Uhr gedreht? München 1999, S. 34f

(14) Vgl. Thompson: Plebeische Kultur und moralische Ökonomie. FfM/Berlin 1980, S. 46-62.


Die Zwischenüberschriften sind Songtitel von Tocotronic, Human League, den Inchtabokatables, Add (N) To (X), Jan Delay und Randy.

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