Musikbilder
platte buch
Ein Buch, in dem man hauptsächlich Seiten mit Abbildungen von CD- und Plattencovern durchblättert, braucht kein Mensch. Könnte man meinen. Schließlich reicht auch der Gang in den Plattenladen, wo man sich durch mehr CDs und deren Cover durchwühlen kann, als einem recht ist. Und Musik nur zum Anschauen, bringt’s auf Dauer eh nicht, es sei denn, man versteht sich auf Synästhesie. Könnte man meinen.
Dennoch macht das dicke Coffeetable-Buch »Sonic – Visuals For Music« Sinn. Einfach schon deswegen, weil es Platten und CDs ganz anders sortiert als der Plattenladen. Eben nicht musikalisch, sondern nach designerischen Gesichtspunkten. So wird der visuelle Aspekt eines Tonträgers, dessen Bedeutung leider gerne vernachlässigt wird, deutlich hervorgehoben. Und das ist allein schon deswegen folgerichtig, da es in der Popmusik ja prinzipiell nicht nur um den Inhalt, sondern immer auch um die Verpackung geht.
Außerdem versammelt »Sonic – Visuals For Music« bevorzugt Coverdesigns, nach denen man im normalen Plattenladen meist vergeblich sucht und die man selbst im Spezialladen kaum findet. Viele der abgebildeten Cover gehören sogar zu Platten und CDs, die streng limitiert wurden und deswegen vielleicht gerade noch bei Ebay auftauchen. Doch gerade limitierte Tonträger, also Produkte, die versuchen, sich eigene Marktgesetze zu schaffen, werden scheinbar am liebevollsten und originellsten gestaltet.
andreas hartmann
Klanten/Hellige/Hulen (Hg.): Sonic - Visuals For Music. Die Gestalten, Berlin 2004. 39.90 Euro




