Bonus für Demonstranten
supermeldung
von Jörn Schulz
Während deutsche Bürgermeister Demonstranten immer noch als geschäftsschädigende Verkehrshindernisse betrachten, hat man in New York das ökonomische Potenzial des Protests erkannt. Die Stadtverwaltung erinnert daran, dass New York auch während der Convention der Republikaner in dieser Woche »offen für Geschäfte« ist und bietet eine »Peaceful Political Activists Savings Card« an. Mit ihr erhält der friedliche Demonstrant eine Ermäßigung bei Stadtrundfahrten, im Sexmuseum und im Zoo in der Bronx, in vielen Theatern und auch in einigen Hotels, Restaurants und Geschäften. Für den gehobenen Demonstrantenbedarf bietet der Juwelier William Barthmann seine Edelsteine und Uhren 20 Prozent billiger an. Ob Demonstranten, die bei einem Steinwurf ertappt werden, die Ermäßigung zurückzahlen müssen, verrät die Stadtverwaltung nicht
Obwohl Bürgermeister Michael Bloomberg selbst Republikaner ist, mag er den anreisenden Teilnehmern der Convention keine vergleichbaren Vergünstigungen gewähren. Neben dem Wunsch, das Image New Yorks als weltoffene, liberale Stadt zu stärken und wenigstens einen Teil der Kosten der Convention wieder hereinzuholen, dürfte das Angebot allerdings auch eine Reaktion auf die Kritik an dem gewaltigen Polizeiaufgebot und der Entscheidung sein, die Demonstration gegen Bush aus dem Central Park zu verbannen.
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