LeserInnenworld

LeserInnenworld 14/06

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Jungle World, 12/06: »Frisch, fromm, fröhlich, krebsfrei«

Richtige Gedanken, keine Aufklärung

Es mag an der Auswahl der Seiten aus dem vorgestellten Buch liegen oder am Buch selber, doch frage ich mich, ob die vorgenommene Analyse der »alternativen/unkonventionellen« Medizin deshalb die »Schulmedizin« so unkritisch als gedankliche Basis nimmt, weil es sich für den Materialismus der Linken so gehört oder weil die »Schulmedizin« dem verbreiteten Paradigma entspricht. Aufklären tut die dargestellte Ana­lyse jedenfalls nicht. Zwar sind die Gedanken meist richtig und weisen auf die problematischen Felder der »alternativen/unkonventionellen« Medizin und ihrer Darstellung hin, doch eben genauso vage, wie der Begriff »Natürlichkeit« ist, ist es auch, die »alternativen/unkonventionellen« Medizinsysteme über einen Kamm zu scheren. Die Auseinandersetzung mit diesen »alternativen/unkonventionellen« Medizinsystemen kann nicht nur mittels der Lektüre von Büchern aus dem »Esoladen« erfolgen.

Ich stimme dem Autor jedoch zu, das viele Heilkonzepte aus dem frühen 20. Jahrhundert sehr haarsträubende Dinge hervorgebracht haben. Doch sind die Konzepte der Psychosomatik und Salutogenese wohl an ihm vorbei gegangen, wenn er ernsthaft die Zusammenhänge von Gesundheit, Lebensweise und innerer Verfassung im Allgemeinen anzweifelt, wie es den Anschein hat.

gero


Jungle World: allgemein

Frisch und authentisch

Ihre Zeitung habe ich auf Empfehlung hin gelesen und war so von ihrer Frische und Authentizität begeistert, dass ich zu Ihrer regelmäßigen Leserin geworden bin. Durch Ihre Beiträge und unkonventionelle Themenwahl heben Sie sich wohltuend von dem Einerlei anderer Presseerzeugnisse ab, die alles aus dem Blickwinkel der ­europäischen und transatlantischen Befindlichkeit betrachten. Die Wahr­nehmung der Welt darf nicht mit den Nachrichten über Kapitalexport enden, sondern muss die Lebenswelt, die Nöte, die Kämpfe und die Kultur der betroffenen Länder und Völker mit beinhalten. Ihre Berichte erfüllen diese Aufgabe. Bemerkenswert fand ich die umfassende Berichterstattung über die Entwicklungen und die Wahlen in Südamerika. Einige Sachen ärgern mich allerdings auch. So beim Dossier: Bei manchen Autoren bewundere ich die Fähigkeit, komplizierte Dinge kompliziert darlegen bzw. wiedergeben zu können. Die Verliebtheit einiger Autoren in die eigene Fähigkeit, mit dem Fremdwortschatz souverän umgehen zu können, ist verständlich, doch für einen nicht Eingeweihten ist es mühsam, das Ganze zu verstehen. Und bei einigen Überschriften hatte ich manch­mal das Gefühl, sie seien etwas Bild-haft, die waren mir zu reißerisch. Mit besten Wünschen auch weiterhin

dora akritidu

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