Sechs Meilen vor der Küste
supermeldung
von Stefan Wirner
Zu zwei Zwischenfällen kam es in der vorigen Woche beim Einsatz der deutschen Marine vor der Küste Libanons. Israelische Kampfflieger überflogen am Dienstag ein deutsches Schiff der Friedenstruppe Unifil und warfen Raketenabwehrkörper ab. Außerdem sollen sie Schüsse in die Luft abgegeben haben. Beide Seiten bestätigten den Vorfall. Die Israelis bestreiten jedoch, dass Schüsse abgegeben wurden. In der Nacht zum Freitag bedrängte dann ein israelisches Kampfflugzeug einen Hubschrauber der Bundeswehr.
Am Sonntag telefonierte Angela Merkel deshalb mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert. Dieser soll zugesagt haben, dass sich die israelische Luftwaffe zukünftig besser mit der Unifil abstimme. Deren Aufgabe ist es u.a., den Waffenschmuggel für die Hizbollah zu verhindern. Allerdings wurde in der vorigen Woche bekannt, dass die Vereinten Nationen und der Libanon die Einsatzmöglichkeiten der Unifil-Schiffe nachträglich eingeschränkt haben sollen. So sollen die Verbände nur noch außerhalb einer Sechs-Meilen-Zone vor der Küste uneingeschränkt verdächtige Schiffe überprüfen dürfen. In der Zone können die Deutschen offenbar nur »auf Anforderung Libanons« tätig werden. Diese Veränderung könnte zu Verstimmung bei den Israelis geführt haben. Innerhalb der Sechs-Meilen-Zone könnte es der Hizbollah nun doch möglich sein, Waffen zu schmuggeln.
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