Jana Brenner: »Wir werden bis zum Schluss weiterkämpfen«

»Wir werden bis zum Schluss weiterkämpfen«

Die Hamburger Universität hat vorige Woche 1 100 Studenten exmatrikuliert, weil sie sich bis zum Ablauf der letzten Frist geweigert hatten, 500 Euro Studiengebühren zu zahlen. Ein Gespräch mit Torsten Hönisch vom Hamburger Asta. smalltalk

von Jana Brenner

Sind Sie überrascht, dass die Universität ihre Drohung wahr gemacht hat?

Dass das jetzt tatsächlich so viele werden, war schon überraschend. Wir hatten ursprünglich ein anderes Verfahren mit der Universität vereinbart: Zum jetzigen Zeitpunkt sollten noch gar keine Exmatrikulationen erfolgen. Von daher hat uns das sehr geärgert.

Was können Studenten tun, die einen Bescheid erhielten?

Auf jeden Fall erst mal Widerspruch einlegen, dadurch ist die Exmatrikulation so lange ausgesetzt, bis über den Widerspruch entschieden wird. Wir überprüfen dann, inwiefern man gerichtlich gegen die Bescheide vorgehen kann. Wie viele Leute wir befreien können, ist schwierig abzuschätzen. Aber: Jeder, der von Studiengebühren befreit werden kann, ist für uns ein Erfolg.

Und wenn alles schief geht? Dürfen die Studenten dann ab Oktober wirklich nicht mehr an die Universität?

Ja, dann müssten sie tatsächlich für mindestens ein Semester aussetzen und im Folgesemester neu anfangen – wenn sie dann noch weiterstudieren wollen.

Für das kommende Semester haben sich allerdings fast 24 000 Menschen für 4 600 Plätze beworben. Es kann also auch passieren, dass man gar keinen Platz mehr bekommt.

Auch das ist zwischen uns und der Universität sehr umstritten. Die Leute, die schon mal ein Studium aufgenommen haben, müssen unkompliziert wieder zugelassen werden. Wie das genau aussieht, wird mit Sicherheit Gegenstand von verwaltungsgerichtlichen Verfahren sein, weil die Universität sehr stark mauert. Wir müssen uns alles einzeln gerichtlich erkämpfen. Aber wir machen auf jeden Fall weiter. Wir werden bis zum Schluss mit den Möglichkeiten, die wir haben, weiterkämpfen.

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