Jörn Schulz: Lasst es Dollars regnen!

Lasst es Dollars regnen!

von jörn schulz

von Jörn Schulz

Außerhalb der USA ist sein Name noch kaum bekannt, doch ein Wort von ihm kann Milliardenbeträge bewegen. Ben Bernanke, Vorsitzender des Federal Reserve Board, leitet die zumeist als »Fed« bezeichnete US-Notenbank. Er übernahm den Posten im Jahr 2005 von Alan Greenspan, der sich in den 18 Jahren seiner Amtszeit in der Geschäftswelt einen legendären Ruf erworben hatte, der Journalist Bob Wood­ward nannte seine Greenspan-Biografie schlicht »Maestro«.

Bernanke hat es also nicht leicht, zumal er sich, anders als ein Politiker, gerade nicht mit Aufsehen erregenden Äußerungen in den Vordergrund spielen darf. Greenspans häufig genuschelte und unklare Aussagen wurden als »konstruktive Vieldeutigkeit« bezeichnet. Wenn Bernanke derzeit Worte wie »Wirtschaftskrise« oder »schwarzer Freitag« öffentlich äußern würde, könnte das einen erneuten Kurssturz auslösen. Der 53jährige Ökonom, der in Harvard studierte und in Princeton lehrte, äußert sich daher lieber gar nicht erst. Nur die knappen Erklärungen des Federal Reserve Board geben der Öffentlichkeit Auskunft.

Bernanke steht einer Institution vor, die als unabhängig bezeichnet wird. Während Greenspan vorgeworfen wurde, dass sein persönlicher Einfluss auf die Fed zu groß sei, meinen Kritiker Bernankes, dass der persönliche Einfluss George W. Bushs auf ihn zu groß sei. Denn Bernanke gilt als Republikaner und diente dem Präsidenten als Wirtschaftsberater, allerdings nur für drei Monate. Allzu große Handlungsfreiheit hatte er in der Finanzkrise wohl ohnehin nicht. Dennoch fragten sich viele: Was hätte Greenspan getan?

Nach seinen ersten Interventionen wurde Bernanke an der Wall Street wie ein Star gefeiert. Für den Fall, dass die Maßnahmen nicht ausreichen, hat er noch eine Idee parat, die er bereits in der Debatte über die Deflationsgefahr präsentierte. Wenn die üblichen Methoden versagen, könne die Fed immer noch Geldbündel aus Hubschraubern abwerfen lassen.

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