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Quadrat oder Stern, Dreieck oder Kreis? Symbolreihen zu vervollständigen, ist eine Standardaufgabe in IQ-Tests. Für Studienbewerber in Freiburg und Konstanz haben solche Tests neuerdings eine entscheidende Bedeutung. Denn die Studierenden, die vom Psychologen nach einem zweistündigen Test eine »Hochbegabung« bescheinigt bekommen, müssen, wie in der vorigen Woche bekannt wurde, bereits seit dem Sommersemester keine Studiengebühren mehr zahlen. Bei einem Wert von 129 sieht es noch schlecht aus, dann sind 500 Euro im Semester fällig. Wer aber einen Wert von 130 oder mehr erreicht, kann sich die Gebühren sparen.
In Freiburg können die vermeintlichen Superhirne zunächst drei Semester lang für lau studieren. »Doping im Rankingwettbewerb«, nennt Benjamin Greschbach vom unabhängigen Asta Freiburg das. Die Universitäten wollen möglichst viele Hochbegabte anlocken, denn dann verbessern sich die Notenschnitte, die Universität rutscht in den Rankings ein paar Plätze nach oben, und im besten Fall ergattert sie irgendwann den heiß begehrten Status der Elite-Universität. Das Konzept lautet also: Normalos raus, Hochintelligente rein, so geht es aufwärts mit dem Bildungsstandort Deutschland!
»So wird die soziale Ungerechtigkeit weiter verschärft«, sagt hingegen Greschbach. Besonders schwer haben es an der Universität sowieso jene, die aus einer niedrigeren sozialen Schicht kommen. Die Gutbetuchten haben oft schon vor dem Studium eine bessere Bildung – und meistens auch mehr Geld, um es in die Ausbildung zu investieren. Jetzt plant der Asta, Trainingskurse für Intelligenztests anzubieten, damit sich mehr Studenten die Überweisungen sparen können. Christine Warlies vom Hochbegabtenverein Mensa macht nicht viel Hoffnung: »Intelligenz kann man nicht üben.« Trainieren könne man aber die Art der Aufgaben. Die Allermeisten schaffen die 130er-Hürde sowieso nicht, nur zwei Prozent der Deutschen gelten als hochbegabt. Egal, auch Dumme haben was davon, wenn Intelligenzbolzen mit im Hörsaal sitzen. Das meint der Freiburger Prorektor Karl-Reinhard Volz. Zu jetzt.de sagte er: »Hochbegabte Mitstudierende in den Vorlesungen und Seminaren« seien ein »Geschenk des Bildungsabenteuers Universität«. jb





