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Nachrichten 36/07

Supermuttis Superpropaganda

Schleichwerbung. Elterngeld ist knorke! Wer viel verdient, kriegt viel mehr als früher, wer nichts verdient, bekommt halb so viel wie früher. So wird den Richtigen das Kinderkriegen beigebracht, Ursula von der Leyen sei Dank! Damit auch die Dümmsten verstehen, welch großartige Arbeit das Familienministerium leistet, bediente es sich ganz spezieller Methoden. Es ließ Radiosendungen und Zeitungsartikel herstellen und an 192 Radiostationen und 3 000 Lokalzeitungen verschicken. Die verbreiteten die Beiträge häufig unverändert, wie Report Mainz berichtete. Michael Konken, der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, sprach von »Propaganda in bester Form«. gs

Freigang der Wärter

Großbritannien. Erstmals in der Geschichte der Prison Officers Association (POA) kam es am vorletzten Mittwoch zu einem 24-stündigen walkout von 20 000 Wärtern, die 80 000 Gefangene zurückließen. Den Wärtern war eine Lohnerhöhung von 2,5 Prozent in zwei Etappen zu gering, außerdem wollten sie über die »unwürdige Art reden«, mit der sie behandelt würden, sagte Colin Moses, Vorsitzender der POA. Der Streik war illegal und wurde vom Justizministerium als Gefahr für die öffentliche Sicherheit eingestuft. Den Gefangenen blieb ein walkout versagt, in Nottinghamshire sollen sie der BBC zufolge einen »Bonus von zwei Pfund für gutes Betragen« erhalten. fh

Atomkraft ist »haram«

Indonesien. Manchmal sind Mullahs doch zu etwas gut. Am Sonntag beschloss eine Versammlung von Geistlichen der Nahdlatul Ulama (NU), dass der Bau des Atomkraftwerks Muria »haram« (verboten) ist. Die Nordspitze Javas, wo das AKW errichtet werden soll, liegt in einer Erdbebenzone. Zudem sei ungeklärt, was mit dem radioaktiven Abfall geschehen solle, kritisierte die NU, ein konservativer Verband mit etwa 30 Millionen Anhängern. Dem Technologieminister Kusmayanto Kadiman war es bei dem Treffen nicht gelungen, die Geistlichen und Anwohner vom Segen der Atomkraft zu überzeugen, er musste unter Polizeischutz das Weite suchen. js

Der Glückliche

Am Dienstag erreichte der Hurrikan »Felix« Honduras und Nicaragua. Die Behörden hatten die Bewohner der Küste zuvor zur Flucht aufgerufen. Wegen drohender Überschwemmungen und Erdrutsche galt Alarmstufe Rot. »Es gibt nur noch die Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen«, sagte ein Mitarbeiter des meteorologischen Dienstes von Honduras. Besonders gefährdet waren Tausende von Miskito-Indios, die in der Region an der Grenze zwischen Honduras und Nicaragua leben. Auch Guatemala und El Salvador erklärten den Alarmzustand.

Der Hurrikan fegte mit Windgeschwindigkeiten von 240 Stundenkilometern durch die Karibik. Er hatte sich am Sonntag mit großer Geschwindigkeit von einem Tropensturm der Kategorie zwei zu einem als gefährlich geltenden Hurrikan der Stufe fünf gesteigert. Zuvor war er an der Küste Jamaikas vor­bei­ge­zo­gen. sw

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