Sergio Luzzatto: Der Mann mit dem Stock im Leib

Der Mann mit dem Stock im Leib

Nach der Hinrichtung des italienischen Diktators Benito Mussolini, des »Duce«, seiner Geliebten und einiger faschistischer ­Parteiführer wurden deren Leichname auf dem Piazzale Loreto in Mailand öffentlich zur Schau gestellt und von einer aufgebrachten Bevölkerung misshandelt, die über Nacht überraschend zum Antifaschismus bekehrt worden war.

von Sergio Luzzatto

Der Bericht über Mussolinis Au­top­sie ist ein Dokument, das für sich selbst spricht. Er erzählt die tragische Geschichte eines Körpers, der, als er bereits tot war, mit einer Wut misshandelt wurde, die der Leidenschaft gleichkommt, die er als leben­­­diger Körper geweckt hatte, und doch auch ihr Ge­genteil ist. Zugleich ist er ein Dokument, das in den historischen Kontext des Bürgerkriegs ge­­stellt werden muss, einen Kontext, der beherrscht wird vom Tod und von den Toten. Vor Mussolinis entsetzlich zugerichtetem Leichnam haben die Nachgeborenen – ebenso wie die Zeit­genossen – die Pflicht, an alle gefolterten Partisanen, an deren zur Schau gestellten Leichen und an die geschändeten Leichen, die keinen An­­spruch auf eine Autopsie hatten, zu denken.

Wenn man die Gewalt auf dem Piazzale Loreto in dieser Perspektive sieht, in einer Per­spek­­ti­ve, die reich an Bedeutungen ist, die die kollek­tive Psychologie oder die Anthropologie berühren, erweist sie sich als eminent politisch.

Am Tag nach diesen Ereignissen beeilten sich auch die Zeitungen, die den gemäßigten Ele­­men­­­­ten des Nationalen Befreiungskomitees als Sprachrohr dienten, das Geschehen auf dem Piaz­­za­le Loreto in dieser Perspektive zu inter­pre­tie­ren. Und das war nur logisch, denn durch eine politische Lesart war es möglich, Mussolini und die Parteiführer zu Sündenböcken zu machen und die gegen sie gerichtete Gewalt für gerecht und jede künftige Gewalt für ungerecht zu er­klä­­ren. In Rom begrüßte der Risorgimento libe­ra­le die formlose Hinrichtung des Duce, oh­ne viele Worte über das Schicksal der auf dem Piazzale Loreto baumelnden Leichen zu verlie­ren. Die ebenfalls römische christ­demokrati­sche Tages­zeitung Il Popolo erkannte in dem toten Körper Mussolinis das Symbol einer fernen Vergangenheit, die man wie einen Alptraum ver­ges­sen müsse. Die der Resistenza nahe ste­hen­de linke Presse berichtete mit stärkerer Begeisterung über die außergewöhnlichen Ereig­nisse des 28. und 29. April 1945. In den Spalten der Unità prie­sen die Kommunis­ten die »jakobi­nische« Justiz, die in Dongo ge­übt worden sei, und taten die öffentliche Zur­schau­stel­lung Mus­so­li­nis und der Parteiführer mit wenigen Wor­ten ab. Und die Sozialisten bezeichneten das Schau­spiel des Piaz­zale Loreto im Avanti! als ab­scheulich, zugleich aber auch als notwendig: »Das Volk war gezwun­gen, seinen eigenen Ty­rannen zu richten, um sich von dem Alptraum einer nicht wieder­gut­zu­ma­chen­den Kränkung zu befreien.« (1)

Diese wenigen Beispiele genügen, um unter der Oberfläche der revolutionären Emphase die Unsicherheiten und sogar die Widersprüche des sozialkommunistischen Diskurses zu er­ken­nen. War die formlose Justiz, die gegen den Füh­rer des Faschismus geübt worden war, jako­bi­nisch oder die Justiz des Volkes? War sie das Er­geb­nis der hegemonialen Kraft einer Minder­heit, die fähig war, für alle zu ent­scheiden, oder einer kollektiven Bewegung, die von den poli­­tischen Führern lediglich unterstützt wurde? Kurz gesagt, war Mussolini von Oberst Valerio oder vom italienischen Volk getötet worden? Im an­steckenden Freudentaumel des befreiten Mai­land war es für die Wortführer des Nationa­len Befreiungskomitees nicht leicht, öffentlich zuzugeben, dass die Resistenza eine Minder­heits­bewe­gung gewesen war und dass gerade daraus ihre tiefe ethische Bedeutung re­sul­tier­te. Die Versuchung, zu behaupten, die Justiz des Piazzale Loreto sei die Ergänzung der Justiz von Dongo und die »einzig mögliche Katharsis« (2), erschien da viel natürlicher. Andererseits muss­ten sich angesichts von mehreren zehntausend Personen auf dem Mailänder Platz – »niedrig ge­schätzt zwanzigtausend«, wie eine Zeitung be­richtete – die Veteranen der Resistenza der Tatsache beugen, dass in der freien Stadt sehr viel stärker Anteil genommen wurde als in den Bergen während der harten Zeiten des Bürgerkriegs. Darin lag für die weitblickendsten Par­ti­sa­nen das Paradox des 29. April 1945: Das Schau­spiel auf dem Piazzale Loreto erinnerte nur allzu sehr an die Massenversammlungen auf der Piazza Venezia in Rom.

War die Menge, die den toten Körper des Duce schändete, möglicherweise dieselbe, die dem Duce damals zugejubelt hatte? Dies war der Ein­druck, dessen sich Leo Valiani, während der Resistenza Führer des Partito d’Azione, nicht er­wehren konnte. Und dieser Eindruck war insofern frustrierend, als er bestätigte, dass der Kampf der Partisanen die Sache einer Minderheit gewesen war und dass es schwierig sein wür­de, den Widerstandskampf zur Grundlage eines glaubwürdigen Gründungsmythos für das neue Italien zu machen. Andererseits kam die Er­kennt­nis, dass die Menge des »Ho­sianna« mit jener des »Kreuzige ihn!« identisch war, den Männern der Resistenza auch ganz ge­legen, denn so konnten sie die Bürde des Piaz­za­le Loreto auf die Schultern der anonymen Mas­se der Mailänder Bevölkerung, des »un­reifen Volks«, legen und damit die Partisanen von je­der Verantwortung freisprechen. Die »wider­liche« Szene der »kriecherischen« Menge, die auf die Leichen des Duce und der Parteiführer losging – »dieselben, die ihnen, als sie noch gelebt hatten, zugejubelt und vor ihnen gezittert hatten« (3) –, erlaubte den Wi­der­stands­kämp­fern, sich von den Ereignissen und Taten des 29. April zu distanzieren. Als wären es keine Par­tisanen gewesen, die Mussolinis Haupt auf Cla­ret­ta Petaccis Brust gebettet, die Leichen an den Füßen aufgehängt und die Namensschilder für die am Gitterdach hängenden Leichname geschrieben hatten.

Der deutlichste Beleg für das Unbehagen – oder sogar für die Unredlichkeit – mancher Wi­derstands­kämp­fer angesichts des Geschehens auf dem Piazzale Loreto ist die Sonderausgabe der Tageszeitung L’Italia libera, die am Nachmittag des 29. April in Mailand erschien. Jeder, der einmal die Filmaufnahmen gesehen hat, die am Vormittag desselben Tages auf dem Piaz­za­le Loreto gedreht worden waren – das Verhöhnen, Beschimpfen, Anspucken, Mit-Füßen-­Treten der Leichen Mussolinis, Clarettas und der Parteiführer –, kann nur fassungslos zur Kenntnis neh­men, was die Zeitung des Partito d’Azione schreibt. Man könnte meinen, die Be­richt­­erstat­ter des Italia libera seien ganz wo­anders, seien Zeugen einer ganz anderen Szene geworden:

»Die Menge defiliert in einem stummen, ge­mes­se­nen Zug [an den sterblichen Überresten der an Italiens Ruin Hauptschuldigen] vorbei. Es sind Männer und Frauen, die in der eisigen Atmosphäre des Todes, die über dem Piazzale Quindici Martiri liegt, für einen Moment ihre Schreie und ihren Jubel über die Befreiung unterbrochen haben. Man sieht nicht eine unbesonnene Geste gegen die Leichen dieser Männer, die ihre schweren Verbrechen mit dem Tode gesühnt haben. Hier gibt es nur die eine Gewissheit: dass die Gerechtigkeit des Volkes ihren Lauf genommen hat.« (4)

Von den Historikern sträflich vernachlässigt, bezeugt dieser Zeitungsausschnitt auf allzu direkte, fast peinliche Weise eine Realität, die die Zukunft überschatten sollte: Für die Resistenza wurde der Piazzale Loreto sofort, vom Tag des Geschehens an, zu einer Art Tabu. Versetzen wir uns einen Augenblick in das Norditalien je­ner Tage: ein vom Krieg verwüstetes Land, in dem es weder Fernsehen noch Wochenschauen gab. Wer konnte sich außerhalb Mailands schon ein Bild von dem machen, was auf dem Piaz­za­le Loreto wirklich geschehen war? Auf viel­leicht naive, aber gewiss nicht unschuldige Weise versuchte L’Italia libera, genau diese Umstände zu nutzen, um eine Gewaltorgie in eine respektvol­le Trauerkundgebung zu verwandeln.

Pech nur, dass im befreiten Italien – auch ohne Wochenschauen in den Kinos – die Bilder ebenso ungehindert zirkulierten wie die Worte, und zwar in Form von Fotos. Die Zeitungen ver­öf­fent­­lichten damals nur wenige Fotos, doch war gar kein journalistisches Umfeld nötig, um Fotos se­rienmäßig zu reproduzieren und von Hand zu Hand gehen zu lassen. Und dies galt erst ­recht für die Fotos vom Piazzale Loreto. Die bes­ten ­Fotoreporter Italiens waren am Morgen des 29. April auf dem Mailänder Platz gewesen, hatten wie wild fotografiert und Tausende außer­ge­wöhnlicher Bilder auf ihre Filme gebannt. Und unter ihnen vor allem ei­ner, der Topfotograf der Fotoagentur Publifoto, Fedele Toscani, der »Teufels-Toscani« (5), dem nicht ein einziges Detail entgangen war. Nicht die karnevaleske Szene, in der die Partisanen der Leiche des Duce einen Stab mit dem fa­schisti­schen Symbol wie das lächerliche Zepter eines Operettenkönigs in die Hand gedrückt hatten. Und auch nicht die schreckliche Szene des Paa­res Mussolini-Petacci, das kopfüber am Gitterdach baumelt, die Arme zwangsläufig ausge­streckt wie in einer Geste des Sich-Ergebens. Nach dem 29. April verbreiteten sich die Abzüge von Toscanis Bildern im ganzen Land, zusammen mit Fotos von Reportern aus der lombar­di­schen Hauptstadt und Provinz. Sehr schnell ent­wickelte sich ein richtiger Markt für die Bilder vom Piazzale Loreto. Zwei Fotoserien der Lei­chen Mussolinis und der Parteiführer wurden sogar mit offizieller Genehmigung des Propagandabüros des Corpo Volontari della Liber­tà als Postkarten gedruckt.

Auf dem Höhepunkt der zwanzigjährigen Herrschaft Mussolinis war der lebende Duce überhäuft worden mit Bitten um Fotos, denen die faschistischen Männer und Frauen die Kraft von Talismanen zuschrieben. Mussolinis Porträt hatte in fast allen Wohnungen Italiens gehangen.

Nach der Befreiung nun können viele Italie­ner es gar nicht erwarten, sich des toten Körpers des Duce zu bemächtigen. Die Fotos vom Piazzale Loreto kommen da gerade recht, sei es als Erinnerung an einen Moment, den sie selbst erlebt hatten, sei es als Ersatz für das eigene Erleben. Vor den römischen Kiosken drängen sich laut Corrado Alvaro die Menschen, um ein Foto des Duce auf dem Piazzale Loreto zu ergattern. »Ich bringe ihn meiner Frau mit«, sagt einer der Wartenden. (6) In Mailand blüht der Handel mit den makabren Bildern so sehr, dass einige Antifaschisten geradezu empört sind (oder sich schuldig fühlen). »Findest du es nicht schänd­lich, dass diese grausigen Fotos von Mussolini und seiner Geliebten in den Posen, die sie im Tod angenommen haben, öf­fent­lich verkauft werden?« schreibt der Rechts­an­walt Giacomo Falco an seinen Kollegen Marco De Meis, Büro­vorsteher des Präfekten von Mai­land. »Und muss das Foto von Mussolini zusam­men mit dem von Matteotti verkauft werden?« Falco zufolge machen die Schreibwa­renhänd­ler ein ebenso gutes Geschäft wie die Kioskbesitzer: »Die Leu­te reißen ihnen die Fotos aus den Händen.« (7) Ein paar Wochen später verfügt der Präfekt von Mailand die sofortige Beschlagnahme des Fotomaterials in den Schreibwarengeschäften und »an jedem öffentlichen Ort«. Die öffentli­che Zur­schaustellung auf dem Piazzale Loreto soll sich nicht auf den Straßen der lombar­di­schen Haupt­stadt fortsetzen; die Mailänder dürfen den Duce nicht mehr ihren Frauen mitbrin­gen.

Es wäre falsch, nur die schaurige Seite dieser Vermarktung der Bilder vom Piazzale Loreto zu sehen, denn sie hat auch einen politischen Aspekt. Die Kommunisten äußerten sich durch­aus positiv über die Verbreitung und den Aushang der »tragischen und grotesken Bilder« der Leichen Mussolinis und der Parteiführer an den Kiosken; es handle sich, wie die Rinascita schrieb, um eine nützliche Warnung für jeden, der eine Wiederherstellung der Diktatur anstre­be. (8) Trotz der vom Mailänder Präfekten Lombardi, dem Landesvorsitzenden des Partito d’Azione, angeordneten Beschlagnahme ge­wan­nen manche Parteimitglieder dem Geschehen auf dem Piazzale Loreto sehr wohl positive Sei­ten ab. In einem auto­bio­gra­phi­schen Text er­zählte der Schriftsteller Luigi Meneghello Jahr­zehn­te spä­ter, wie er als junges Mitglied des Partito d’Azio­ne auf die Fotos des »abgeschlach­teten Duce« reagiert habe. Die Misshandlung des Leichnams erschien ihm als eine »gerechte und gute Sache«, weil sie Mussolini – der oft ge­nug einem Hanswurst geglichen habe – erlaubt habe, im Tode »einen ernsteren Status« zurückzugewinnen, und das Aufhängen mit dem Kopf nach un­ten am Gitterdach der Tankstelle be­zeich­nete er als »angemessen und poetisch«. (9) Von der Über­treibung einmal abgesehen, waren Meneghellos Gefühle die eines ehemaligen Partisanen, der in­tellektuell mehr Mut bewies als andere und bereit war, den ma­nichäischen Charakter der Ethik der Resistenza bis in ihre letzten Konsequenzen anzuerkennen.

Das eindrucksvollste Beispiel der Vereinnahmung der Bilder vom Piazzale Loreto als Totem findet sich allerdings dort, wo man es am we­nigs­ten erwarten würde: in Civitella in Val di Chiana in der Gegend von Arezzo, wo die Nazis am 29. Juni 1944 als Vergeltungsmaßnahme nach einem Partisanenattentat alle erwachse­nen Männer des Dorfes töteten. Zu den halb­zer­störten Häusern gehörte auch das von Elda Mor­fi­ni, die durch das Blutbad ihren Mann, den Arzt Gastone Paggi, verloren hatte. Die Frau konnte nur wenige Dinge aus dem Haus ret­ten, das von den Deutschen in Brand gesetzt wor­den war, um als Einäscherungsofen für die Opfer zu dienen. Fast alle Gegenstände sind priva­ter Natur: ein Nachthemd, das von der letzten Umarmung des sterbenden Ehemannes blutge­tränkt ist, ein weißer Kittel und ein Ste­tho­skop, ein paar Briefe und das Bruchstück eines Spielzeugs, das unter den Trümmern des Hau­ses gefunden worden war. Doch in ihrem Re­li­quiar bewahrte Elda Mordini ebenso sorgfältig wie die anderen auch ein Objekt auf, das öf­fent­li­cher nicht sein könnte: das Exemplar einer Zeitung vom April 1945 mit zahlreichen Fotos von der öffentlichen Zurschaustellung auf dem Piazzale Loreto.

Edda Mussolini, die erstgeborene Toch­ter des Duce und zugleich seine Lieb­lingstochter, erfährt auf unglückliche Weise vom Tod ihres Vaters. Die Witwe von Galeazzo ­Ciano, die sich, nach dem Prozess in Ve­rona und der Verurteilung ihres Mannes zum Tode, in ein Schweizer Kloster zurückge­zogen hatte, ist am Morgen des 29. April 1945 dabei, nach Italien zurückzukehren. Vor ihrer Abreise stellt sie das Radio auf den Sender des befreiten Mailand ein. Eine Stimme beschreibt voller Begeisterung die Menge, die auf den Piaz­za­le Lo­re­to strömt, wo die Leichen des Duce, seiner Ge­lieb­ten und der verräterischen Parteiführer hän­gen. Verständlich, dass Edda sich daran mit Bit­ter­keit erinnert: »Es klang, als wür­­de eine Sport­re­por­tage von Nicolò Carosio über­tragen: Mazzola spielt den Ball zu Loik, der gibt ihn an Ferraris II weiter … « (10) So wie Mussolinis Tochter erfahren Millionen von ­Italienern von der Er­schießung des Duce und seiner Zur­schau­stellung auf dem Piazzale Loreto: aus dem Radio, dem alle mit angehaltenem Atem lau­schen, weil sie für einen Sohn, einen Vater, ei­nen Ehemann hoffen oder bangen. In Rom hört an jenem Morgen Pietro Nenni wie jeden Tag Radio Monteceneri, in der Hoffnung, etwas über seine Tochter Vittoria zu hören, die nach Deutschland deportiert worden ist. Und so erfährt der Sozialistenführer zufällig von Mus­so­li­nis Tod. Nur wenige Stunden später erscheint eine Sonderausgabe der sozialistischen Zeitung Avanti! mit einem Hintergrundbericht unter dem vorhersehbaren Titel »Giustizia è fatta« (Ge­­rech­tigkeit ist geübt worden). Aber in der Re­dak­tion spricht Nenni über Mussolini, als sei die­ser kein böser und gefährlicher Mann ge­wesen, und kann nur mit Mühe seinen Widerwillen verbergen, als der Chefredakteur – ein ehemaliger Faschist – vorschlägt, sie alle ein­zu­la­den, um gemeinsam einen auf den Untergang Mussolinis zu trinken.

Der 29. April 1945 ein Tag der Trinksprüche? Ein spontaner Nationalfeiertag? Da der His­to­­ri­ker nicht die Reaktionen aller Italiener kennen kann, muss er sich damit zufriedengeben, Hinweise zu sammeln und Bruchstücke ge­leb­ten Le­bens zusammenzutragen. Ein Ei­sen­bah­ner aus Turin beispielsweise, der dem jungen Mus­­soli­ni für den Kauf eines Paars Schuhe zwei Lire geliehen hatte, die der Duce ihm nie zu­rück­gezahlt hat, ist trunken vor Freude, als er vom Geschehen auf dem Piazzale Loreto hört. Er kann es kaum erwarten, vor dem am Vordach hängenden Leichnam des Duce zu stehen und ihm ins Gesicht zu schleudern: »Ich hab’ dir zwei Lire geliehen, und du hast sie mir nie zurückgegeben, aber jetzt, wo du hier ­hängst, hast du ordentlich bezahlt.« (11) Kleinlichkeit eines einfachen Mannes? Vielleicht. Aber ein bedeuten­der Universitätsprofessor scheint sich ebenso sehr über Mussolinis Tod zu freuen und ebenso unfähig zu Mitgefühl zu sein wie der Ei­sen­bahner aus Turin. »Ohne ihn atmet es sich bes­ser auf der Welt«, schreibt ­Adolfo Omo­deo, His­toriker und Mitglied des Partito d’Azio­ne. (12) Im Parteibüro in Vicenza stoßen junge ehe­ma­­lige Widerstandskämpfer auf den mutigen Tod des »ägyptischen Flittchens« Clara Pe­tacci an. (13) In anderen anti­fa­schis­ti­schen Kreisen hin­ge­gen ist die Lust, sich zu betrin­ken, we­niger groß als die Versuchung, Selbstkritik zu üben. Auf den Seiten des Ponte, der gerade von dem Flo­ren­­tiner Juristen und Antifaschisten Pie­ro Cala­man­drei gegründeten Zeitschrift, wird der Duce durch die literarische Brille der grie­chi­schen Lyrik beschworen: »Mírsilo ist tot; aber kei­ner in diesem Gasthaus hat Lust zu trin­ken. Lei­der haben wir ihn zwanzig Jahre am Leben ge­las­sen.« (14) In gebildeten Kreisen wird das kläg­­liche Ende von Mussolini häufiger mit dem von Cola di Rienzo verglichen, dem Tribun, den das römische Volk zunächst zu höchs­ten Ehren er­ho­ben, gegen dessen Leiche es dann aber ebenso er­bar­mungs­los gewütet hatte.

In ihrem Kommentar zu den Ereignissen auf dem Piazzale Loreto bezog sich eine römische Ta­ges­zei­tung auf eine Passage aus Alessandro Manzonis Roman »I promessi sposi«, in der Don Abbondio auf die Nachricht vom Tode Don Ro­dri­gos reagiert: »Diese Pest war eine schlim­me Geißel, aber sie war auch ein Besen. Sie hat ge­wis­se Subjekte weggefegt, die wir ohne sie nie­mals losgeworden wären – junge, frische, blü­­hen­de Menschen … « Die Freude von Manzonis Pfarrer über den Tod Don Rodrigos ähnelt der Genugtuung, mit der die Italiener auf den Tod Mussolinis reagieren:

»Jetzt werden wir ihn nicht mehr umherziehen sehen mit diesen Schergen im Gefolge, mit dieser Aufgeblasenheit, mit dieser hochmütigen Miene, mit diesem Stock im Leib, mit diesem verächtlichen Blick auf die Leute. So dass man meinen konnte, sie seien alle nur dank sei­ner Gnade auf der Welt. Jetzt ist er weg, und wir sind noch da. Jetzt wird er anständigen Leuten nicht mehr solche Botschaften ­schicken. Ach ja, er war schon ein großer Verdruss für alle, jetzt können wir’s ja sagen!« (15)

Nolens volens mussten viele Italiener sich in Don Abbondio wiedererkennen: Sie hatten vor dem Tyrannen gezittert, bis ihnen das Glück hold gewesen war, und nun, da sie nichts mehr zu befürchten hatten, waren sie bereit, schlecht über ihn zu reden. Dieses Zitat Manzonis gilt umso mehr für die Stadt Rom, die stets mehr eine Stadt der Ehrerbietung als des Widerstands gewesen ist, wie der Triester Dichter Um­ber­to Saba feststellte, den die Umstände zum Chronis­ten der Hauptstadt gemacht hatten. In einer klei­nen Erzählung mit dem Titel »Totem e ta­bù« schildert Saba, wie die Be­völ­ke­rung Roms auf die Nachricht vom Tod Mus­­so­li­nis reagier­te. Am 30. April, als die Informatio­nen aus Rund­funk und Presse keinen Raum mehr für Zwei­fel lie­ßen, war in den Arbeiter­vierteln »eine be­un­ruhi­gen­de Feststimmung« zu spüren. Doch schon am nächsten Tag konn­te Saba – ganz leicht, aber doch greifbar – in dem Wirtshaus, in dem er gewöhnlich seine Mahlzeiten einnahm, die »ersten Anzeichen von Reue« wahr­neh­men. Mit indirekten Formulie­rungen, Sätzen, die sie sagten und doch nicht sagten, mit »Wor­ten, die nur für den verständ­lich sind, der ein Ohr für die Sprache des Unbewussten hat« (16), artikulierten die Tischgenossen des Dich­ters ihr Un­be­ha­gen als postfaschistische Antifaschisten, als Überlebende, die kei­ne Scham gekannt und sich auch keine Ver­diens­te er­worben hatten.

Verdienst und Scham: Außerhalb von Um­berto Sabas Wirtshaus, außerhalb Roms und ­­Italiens bewegten sich die Reaktionen auf die Ereignisse des Piazzale Loreto zwischen diesen beiden Polen. Aus dem Kriegsgefangenenlager Groß Hesepe, dem so genannten Emslandlager, berichtet der einstige Mussolini-Anhänger Gio­van­ni Ansaldo in seinem Kriegstagebuch, wie die dort internierten Offiziere über Nacht zu post­fa­schistischen Antifaschisten wurden. Die Nach­richt vom Tod Mussolinis veranlasste Män­ner zu spöttischen Bemerkungen, die kaum zwei Jahre zuvor »auf Knien gekrochen wären«, nur um fünf Minuten vom Duce im Pa­laz­zo Ve­ne­zia empfangen zu werden. Die öffentliche Zur­schau­­stel­lung der Leiche des Duce, für An­sal­do Ausdruck der niedrigsten Instinkte der Ita­liener, er­regte das Mitgefühl sei­ner Mit­gef­an­ge­nen lediglich wegen der Würmer, die ge­zwun­gen seien, das »ekelhafte Fleisch« Mussolinis zu fressen. (17) In einem Lager in der Nähe von At­lan­ta bezeich­neten die inter­nier­ten Soldaten die Schweins­füße, die ihnen serviert wurden, als »Mussolini foot«. (18) Falsche und wahre Nach­rich­ten verbreiteten sich zwi­schen den rau­chen­den Ruinen des Dritten Reichs von Lager zu Lager. In Gusen glaubte der Mailänder Maler Aldo Carpi, sein Freund, der Architekt Lodovico Belgioioso, sei erschossen worden, weil »jemand aus seiner Familie in Ita­lien dem Gericht angehörte, das Mussolini zum Tod verurteilt hatte«. (19) Andere Falschmeldungen berichte­ten, allein die Nachricht über das Geschehen auf dem Piazzale Loreto habe Hitler und Göring im Berliner Bunker dazu bewogen, den eigenen Selbstmord nicht länger hinauszuzögern. Der Bericht einiger ita­lie­ni­scher Offiziere, die von der Roten Armee in der Nähe von Dresden be­freit worden waren, ent­spricht hingegen voll­kom­men den Tatsachen: Am Tage nach Hitlers Tod hingen an den Häu­sern die Hakenkreuzfah­nen auf Halbmast; die Hauswände waren übersät mit Graffiti, die von der Unsterblichkeit des Führers in den deut­schen Seelen kündeten; auf dem Glockenturm einer Kirche spielten unifor­mierte junge Männer ein wagnerianisches Requiem für den ins Walhall der Helden eingegangenen Führer; und in den Schaufenstern der Schreib­warengeschäfte hingen nicht, wie in Ita­lien, Fotos vom Piazzale Loreto, sondern Hitler­por­träts mit Trauerrand und Blumenschmuck. »Wie kann man nur so schwach­sinnig sein?« kommen­tierte ein fassungsloser Offizier. (20)

Nicht weniger schwachsinnig waren damals auch die in einem britischen Kriegs­gefangenen­lager in Kaschmir internierten italienischen Sol­daten, die am dreißigsten Tag nach Mussolinis Erschießung die Unaufmerk­samkeit der bri­ti­schen Wärter ausnutzten und die Fotos des Duce einsammelten, die ihre Kameraden in ih­rem Gepäck aufbewahrten. Mit Hilfe Dutzen­der von Bildern, die sie im Aufenthaltsraum des Lagers aufhängten, rekonstruierten sie die gesam­te Bio­graphie Mussolinis von seiner Kindheit bis zu seinem tragischen Ende auf dem Piazzale Loreto. Und die Organisatoren der heimlichen Ausstellung begnügten sich nicht mit dieser Fotodokumentation. In einem Bas­relief aus Pappmaché, das den Auf­ent­halts­raum der Länge nach teilte, stellten sie eine Menschenmenge dar, die einer Gipsbüste des Duce die Ehre erwies, die ein im Lager internierter Künstler geschaffen hatte. Auf einem Sockel an der hinte­ren Wand des Raums stehend und von einer Pe­tro­leum­lam­pe fest­lich beleuchtet, wurde die Büste im Wechsel von ­je­weils zwei Gefangenen bewacht, die zu bei­den Seiten strammstanden. Wenn wir den autobio­graphischen Erinnerungen eines der Organisatoren der Ausstellung Glau­ben schenken können, defilierten Hunder­te italie­ni­scher Gefan­ge­ner durch den kleinen Raum »wie das lang­­same Ziehen eines sehr lan­gen Fadens durch ein Na­del­­öhr«. Eine ganze Nacht der Wallfahrt, der Emo­tion, des Weinens, während die Nachzügler drau­­ßen auf dem Platz stundenlang warteten, um die Ausstellung se­hen zu können. (21) In einem Kriegs­­ge­fan­gen­en­lager irgendwo im fernen Asien gab es also so etwas wie das fa­schis­ti­sche Äquivalent der Trauer­bekundungen der nazitreuen Einwohner Dresdens. Unter den faschistischen Militär­inter­nier­ten löste der Vergleich zwischen dem Tod des Führers und dem des Duce teils erleichter­te, teils ernüchterte Über­legungen über den italie­ni­schen Nationalcharakter aus. In einem Kriegsgefangenenlager in Texas fällte der Offizier Gaetano Tumiati ein hartes Urteil über den Opportunismus der Italie­ner: Sie sind Faschis­ten oder Antifaschisten, wie es gerade passt. Die Reaktion vieler Italie­ner auf den Tod des Duce wurde von weniger oberfläch­lichen ausländischen Beobachtern auch als pa­ra­digmatisch für die Leere der Nation angesehen. Vor allem die amerikanische Presse räumte den Um­ständen von Mussolinis Ende und insbeson­dere der öffentlichen Zurschaustellung auf dem Piaz­za­le Loreto breiten Raum ein. Ins­ge­samt ver­­mittelte die Berichterstattung ein wenig schmei­­chel­haftes Bild der Italiener. Ein Jahr später – zu dem Zeitpunkt, als die Leiche Mussolinis entwendet wurde – schreibt ein Offizier nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis in den USA einen anonymen Brief an die Regie­rung in Rom und beklagt die Bericht­erstat­tung der wichtigs­ten amerikanischen Tageszeitungen Ende April 1945: Auf der »zweigeteilten Titel­seite« erschie­nen auf der einen Seite das Foto des auf dem Piazzale Loreto baumelnden Duce und daneben das Porträt des gerade verstorbenen Präsidenten Roosevelt; die riesengroße Schlagzeile darüber lautete in etwa: »Die Kultur Italiens und Amerikas«.

Es würde sich lohnen, dem Echo, das der Tod Mussolinis in der inter­na­tio­nalen Presse ausgelöst hat, eine systematische Untersuchung zu widmen; interessant wäre auch ein Ver­gleich mit den Reaktionen auf den Tod Hitlers. Welches Bild von Italien ver­mit­teln die Ereig­nis­se in Dongo und auf dem Piaz­za­le Lo­reto im Ausland, und welches Bild von Deutsch­land vermittelt der Brand im Berliner Bunker? Die Reak­tio­nen auf das Ende eines Diktators im Aus­land entsprechen nicht zwangsläufig denen in dem betreffenden Land. In diesem Fall genügt ein Blick in die Pressespiegel, die diplomatische Vertretungen Italiens nach der Erschießung Mus­solinis und der Zurschaustellung seines Leichnams an das Außenministerium schickten. In neutralen Ländern wie Schweden und Spanien hielten die Zeitungen die form­lose Hinrichtung des Fa­schis­ten­füh­rers für unvermeidlich, während sie sich über die makabere Jahrmarktsszene auf dem Piazzale Loreto bestürzt zeigten. Aus Paris telegrafierte der sozialistische Botschafter Giuseppe Saragat das kategorische Urteil von Le Monde über den »Pöbel«, der »den besiegten Kör­per mit Füßen getreten und besudelt« hatte, nach­dem er zwan­zig Jahre vor ihm zu Kreuze gekrochen war. (22) Die vielsagendsten Kommen­tare er­schie­nen allerdings in der britischen Pres­se. Die sofortige Erschießung Mussolinis und der Parteiführer sei, den Zeitungen auf der anderen Seite des Ärmelkanals zufolge, mehr als gerecht gewesen:

»Aber die folgenden Sensationsszenen, die von den grausigen Fotos, die in allen Zeitungen erschienen, auf brutale Weise in den Vorder­grund gerückt wurden, haben Abscheu ausge­löst, nicht zuletzt weil sie fast unmittelbar auf die sogar in Filmaufnahmen do­ku­men­tier­ten grausigen Ent­hüllungen über die Kon­zen­tra­tions­lager in Deutschland folgten.« (23)

Auf diese Weise wurde dem Körper des Duce das einzigartige Schicksal zuteil, post mortem mit den Körpern der Juden gleichgesetzt zu wer­den, die er nicht vor dem Schicksal der »End­lösung« hatte bewahren wollen.

Anmerkungen:

(1) Siehe »Avanti!« vom 30. April 1945 und die Interpretation von Claudio Pavone, »Una guerra civile. Saggio storico sulla moralità della Resistenza«, Turin: Bollati Boringhieri 1991, S. 514.

(2) »Avanti!«, 30. April 1945.

(3) Delfino Insolera in einem Brief an seinen Bruder Italo, zitiert in: Pavone, »Una guerra civile«, S. 513.

(4) Nicht gezeichneter Artikel, »Trionfali accoglienze di Milano libera alle truppe alleate che restituiscono vita e dignità all’Italia e all’Europa«, in: »L’Italia libera« (Mailänder Sonderausgabe vom 29. April 1945).

(5) So die (liebevolle) Bezeichnung von Gaetano Afeltra, »Quelle quindici foto firmate Fedele Toscani«, in: »Il Corriere della Sera« (13. April 1994).

(6) Alvaro, »Quasi una vita«, S. 375.

(7) Archivio di Stato di Milano, Prefettura, Gabinetto, 2/o versamento, cat. 029, busta 357, »Fotografie di Mussolini e della sua amante dopo la morte. Sequestro«. Ich zitiere aus einem Brief auf vorgedrucktem Briefpapier der Stadt Mailand vom 20. Mai 1945.

(8) Nicht gezeichneter Kommentar, »Monito«, in: »Ri­nascita« (April 1945), S. 119.

(9) Luigi Meneghello, »Bausète!« [1988], Mailand: Bompiani 1996, S. 38; dt. Übers.: »Wieder da«, Roman, aus dem Italienischen von Marianne Schneider, Berlin: Wagenbach 1993.

(10) Zit. in: Mino Caudana, »Edda mi ha detto«, in: »Oggi« (1. Juli 1947), S.9.

(11) Zit. in: Luisa Passerini, »Torino operaia e fascismo«, Rom/Bari: Laterza 1984, S. 119 f.

(12) Adolfo Omodeo, »Lettere 1910 –1946«, Turin: Einaudi 1963 (an Luigi Russo aus Neapel, 4. Mai 1945).

(13) Luigi Meneghello, »Bausète!«, S. 20.

(14) Ich zitiere aus der Kolumne »Idrometro« (gezeichnet »Il Pontiere«, Pseudonym von Piero Calamandrei), in: »Il Ponte« (Juni 1945), S. 254.

(15) Das Zitat aus dem 38. Kapitel der »Promessi sposi« stammt aus dem Leitartikel in: »La Capitale« (30. April 1945); zit. in: Dondi, »Piazzale Loreto 2 aprile«, S. 222. Die deutsche Übersetzung wird zitiert nach der Neuübersetzung von Burkhart Kroeber, Alessando Manzoni, »Die Brautleute«, München: Hanser 2000, S. 837 f.

(16) Umberto Saba, »Totem e tabù« [April/Mai 1945], in: ders., »Scorciatoie e raccontini«, Mailand: Mondadori 1946, S. 108.

(17) Giovanni Ansaldo, »Diario di prigionia«, Bologna: Il Mulino 1993, S. 348 (29. April 1945).

(18) Zit. in: Esse, »Gli uomini dell’I.S.U.«, in: »Oggi« (25. August 1945), S. 5.

(19) Aldo Carpi, »Diario di Gusen«, Turin: Einaudi 1993, S. 159 (4. Mai 1945).

(20) Die Szene wird beschrieben in den Memoiren von Giampiero Carocci, »Il campo degli ufficiali« [1954], Florenz: Giunti 1995, S. 167 f.

(21) E. Benedetto, »Racconti del tempo perduto«, Rom: Arte-Viva 1968, S. 207 f.

(22) Im folgenden beziehe ich mich auf: Archivio centrale dello Stato, Presidenza del Consiglio dei Ministri, 1944 –1947, fasc. 1 –7 35849, »Fucilazione di Benito Mussolini nel Nord Italia«, von der Regia Ambasciata di Parigi, 3. Mai 1945.

(23) Ebd., von der Regia Ambasciata di Londra, 3. Mai 1945 (Bericht gezeichnet vom liberalen Botschafter Niccolò Carandini).


Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags aus: Sergio Luzzatto: Il Duce. Das Leben nach dem Tod. ­Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2007. 336 Seiten, 28,50 Euro. Das Buch ist soeben erschienen.

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