LeserInnenworld

LeserInnenworld 21/08

Jungle World 20/08: Reine Zeitverschwendung

Nichts Gutes gedacht

Mir gab der Artikel von Maik Söhler zu denken. Leider nichts Gutes. Ich find’s ja sehr löblich, mal die Spaß- und Reflexions-Vorzüge der Beschäftigung mit Computerspielen darzulegen (auch wenn’s etwas knapp geschieht). Aber warum muss der Autor dabei ein noch viel älteres und dümmeres Vorurteil als das über Computerspiele, nämlich das über Fantasy, auspacken? Bin ich jetzt etwa als alter Phantast für eine rationale Kritik an den Ursachen der als unangenehm bis unerträglich empfundenen Zustände verloren? Oder bin ich die statistische Ausnahme? Oder ist es vielleicht doch eher so, dass der Autor einfach nicht so besonders viel Ahnung von Fantasy hat? Der ganze Ausfall gegen »Saurons« und »Eruditen« riecht mir jedenfalls sehr nach der guten alten Anbiederung an die bürgerliche Hochkultur, indem man gemeinsam mit selbiger aufs vermeintlich noch Niedrigere spuckt.

jakob

Jungle World: Allgemein

Zu viel der Reize

Haben Sie in der Jungle World eigentlich schon mal einen Artikel über misogyne Werbung publiziert? Falls nicht, dann halte ich die Jungle World für die ideale Zeitung, um einen solchen Artikel zu verfassen, da sie eine der wenigen Zeitungen zu sein scheint, die sich noch für Gerechtigkeit engagiert. Es ist für Personen, die auch nur ansatzweise feministisch eingestellt sind, mittlerweile kaum noch ertragbar, wie häufig Frauen in der Werbung und auf Plakaten diverser Firmen lasziv in Reizwäsche dargestellt werden, was sie eindeutig zu Objekten degradiert. Wenn man sich mit einer Beschwerde an die entsprechenden Firmen (vor allem H & M und C & A) wendet, so erhält man zynische Antworten. H & M schrieb mir beispielsweise u.a., dass sie so eine Werbung nie gezeigt hätten. Ich würde mich dementsprechend sehr darüber freuen – und ich vermute, ich spreche dabei nicht nur für mich, sondern für viele Frauen –, wenn Sie etwas darü­ber schrieben.

maren norpoth

Jungle World 20/08: Eine Ehre für die Familie

Europäerinnen gegen Europäerinnen

Es ist kaum zu überlesen, dass hier Europäerinnen und Europäer gegen andere Europäerinnen und Europäer antreten. Den postkolonialen »Eiferern« unter ihnen wird der Vorwurf der kulturrelativistischen Ideologie gemacht, demgegenüber konsequent die eigene Ideologie betrieben. Die interessanten, quasi interdisziplinären Fragen werden nicht aufgegriffen. Die Nutzbarmachung des Tradierten sowohl in antikolonialen Kämpfen als auch zur Begründung von Herrschaftsverhältnissen etwa. Richtig ist wohl, dass es keine Rechtfertigung der weiblichen Genitalverstümmelung gibt.

julian wahl

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