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Thilo Bock: Geschichten vom Tempelhofer Feld

Asphalt mit Fransen

Thilo Bock treibt sich auf dem Tempelhofer Rollfeld herum.

von Thilo Bock

Oder anders. Mehr Himmel als Feld. Himmel überm Feld. Der sich voller Wolken zog. Unser Gras-Asphalt-Platz gab ein phantastisches Panorama frei auf die aufziehende Katastrophe. Oder anders. Es sah stark nach Regen aus. Oder anders. Der Sohn von JFK ließ seinen Pfandflaschenwagen scheppern, gefolgt von Onassis IV., schwanzwedelnd. Oder anders. Sie stand weit vorn auf ihrem Board und umkurvte in gemächlichem Slalom die Schlendernden. Oder anders. Das Brausen, das Knattern, das Sausen der Motoren. Alle drei Minuten, zack, und noch eine. Und noch eine und noch eine. Oder anders. Das Bier in der Hand, im Beutel Club-Mate. Vom Vintage-Versand die Desiderate.

De|si|de|rat, das; -[e]s, -e [lat. desideratum = Gewünschtes]:

  1.  (Fachspr.) zur Anschaffung in Bibliotheken vor geschlagenes Buch

  2. (bildungsspr.) etw., was fehlt, was nötig gebraucht wird; Erwünschtes: ein D. der Forschung

Oder anders. Nicht die Bücher, nach denen man lange sucht, enthalten unerwartete Wahrheiten. Oft sind es lose Seiten, die einem von irgendwoher in die Hände flattern und auf denen etwas zu lesen ist, das einen völlig neu suchen lässt. Oder anders. Bei seiner Eröffnung galt der Flughafenbau als das größte Gebäude der Welt. Nur das Pentagon in Washington ist heute flächenmäßig größer. Es gibt drei Kellergeschosse, aber keine geheimen unterirdischen Hallen, nichts Verschollenes aus dem letzten Krieg und erst recht kein Bernsteinzimmer. Oder anders. Sie kamen, die Stadt urbar zu machen, ihre Samen in den trockenen Sand zu drücken, zu düngen und zu gießen, auf dass, was da komme, knospe und sprieße. Oder anders. Das silbergraue Flugzeug stand startklar vor den Holzbaracken. Oder anders. Die große, gelblich graue Gestalt im kuttenartigen Gewand mit dem groben Gesicht sah mich staunend an, und mir war für einen Augenblick des Atemholens, als würde ich meine Erinnerung verraten. Oder anders. Der rasende Reporter gab nicht auf und fahndete unermüdlich weiter nach der einen Person, die mehr zu sagen hätte als bloßes Blabla. Oder anders. Hilflos lungerten die gegenwartsgeschädigten Multitaskingopfer auf ihren karierten Schurwolldecken und sahen zu, wie ihr praktischer Einweggrill für die spontane Grillparty im Freien spontan in Flammen aufging und das Biogrillgut in praktische, vom Winde verwehbare Asche verwandelte. Oder anders. Angespornt vom Jubel der am Boden Zurückgebliebenen stieg das Luftschiff höher und höher, zog ruhig seine Bahn gen Südwesten, als ein Aufschrei durch die Menge ging. Aus der Gondel schoss eine Flamme auf zum Ballon, der sofort Feuer fing und explodierte. Oder anders.

Oder anders.

Oder anders.

Oder wie sie mir im Schneesturm gegenüberstand. Die Wärme ihrer Augen. Auf meinen Lippen die Erinnerung an den einen Kuss. Warten auf Umarmung im eingefrorenen Paradies Tempelhof. Das Rauschen der Stille in den Ohren. Und über den Dächern hinter ihr die Lichter eines Flugzeugs, vollgepackt mit Wünschen und Ängsten.

Ein erster Tag

Oder anders. Flashback ins Now. Back to the Gegenwart. Direkt in den Sommer. Wie sie so auf dem Skateboard steht, ganz vorne, mit beiden Füßen. Während hinten die Räder abheben, löst sie einen Fuß vom Brett, fährt ein, zwei Meter weiter und springt elegant in Fahrtrichtung ab, derweil ihr Board sich dreht und auf der Oberseite landet. Wo es nur kurz bleibt. Zwei Tritte Anlauf, und sie ist wieder auf der Piste, macht auf dem Brett einen Schritt. Springend dreht sie sich um die eigene Achse, lässt das Board Slalom fahren. Wie sie sich in der Bewegung fortbewegt, als sei Gleichgewicht das Leichteste der Welt.

Sie kippt weder vornüber, wie ich es täte, noch kollidiert sie mit jemandem, egal ob mit oder ohne Gefährt. Mich auf der rot-weiß gestreiften Bank aus Beton hat sie anscheinend nicht einmal wahrgenommen. Dabei habe ich ihr bereits in der U-Bahn gegenübergesessen. Kurz gegenübergesessen.

Und jetzt bin ich hier. Auf dem Tempelhofer Feld. Zum allerersten Mal. Ich bin nie von Tempelhof aus geflogen, und obwohl der Flughafen seit Jahren stillgelegt und Naherholungsgebiet geworden ist, habe ich es nie bis hierher geschafft. Markus ist in der Nachbarschaft aufgewachsen, aber da kannten wir uns noch nicht. Ist lange her. Auf dem Tempelhofer Feld ist vieles lange her.

Erst musste sich dieses Mädchen, diese junge Frau, diese jungenhafte Frau mit dunkelglänzendem Haar und schmalen Augen mir in den Blick setzen, das Skateboard zwischen Rucksack und Rücken geschnallt, um kurz darauf wieder auszusteigen, Boddinstraße, und ich musste etwas tun, was ich nie zuvor in meinem Leben getan hatte: einer Frau nachgehen, nachlaufen, ja geradezu nachrennen. Sie auf dem gefederten Brett, ich schwitzend und viel zu warm angezogen für einen dieser ersten sommerlichen Tage nach einem eher kalt begonnenen Jahr.

Und jetzt sitze ich, wo ich sitze, durstig am falschen Ort, und verliere mich in den Bewegungen dieser Fremden. Sie ist viel zu jung für mich. Jahrelang fühlte ich mich wie mit Mitte zwanzig, als ich mein Diplom machte, meinen ersten Studienabschluss, dem, trotz ernsthafter Bemühungen, kein zweiter folgen wollte. Natürlich weiß man nie. Eines jedoch ist sicher: Meinen Studienabschluss gibt es nicht mehr. Weder Bachelor noch Master, bin ich ein Auslaufmodell.

Ob sie studiert? Aber könnte sie dann hier ihre Runden ziehen? Am frühen Nachmittag? Müsste sie nicht in der Uni sein, so als Bachelorette? Wo ist sie eigentlich?

»Und? Willst du mal?« Sie sitzt direkt neben mir.

»Was?«

»Mit meinem Board.«

»Das kann ich doch gar nicht.«

»Ich dachte, weil du die ganze Zeit so geguckt hast.«

»Ich?«

»Bist du mir nachgelaufen?«

»Wie kommst du … ?«

Ihr Grinsen lässt mich auf weitere Ausflüchte verzichten.

»Und? Was entdeckt?«

»Entdeckt?«

»’ne Quasselstrippe biste nicht gerade, was?«

»Quasselstrippe?« Ich muss lachen. »Das Wort habe ich ewig nicht mehr gehört.«

»Wir haben in der WG so ’n Poster: Untergegangene Wörter des 20. Jahrhunderts.«

Quạs|sel|strip|pe, die:

1. (salopp scherzh. veraltend) Telefon.

2. (salopp abwertend) jmd., der unentwegt redet: Die Q. hängt schon seit einer Stunde am Telefon.

»Was es nicht alles gibt«, sage ich.

»Ich find’s nice, so zu reden. Ist irgendwie vintage.«

»Wie bitte?«

»Egal.« Sie wischt sich ihren Pony aus der Stirn, der gleich wieder zurückfällt. »Hab dich hier noch nie gesehen.«

»Ich dich auch nicht.«

Mit dieser Antwort hat sie nicht gerechnet. Bestimmt verbringt sie ihr Leben auf dem ausgemusterten Flugfeld. Sie kann ja nichts dafür, dass ich bislang nie hier war. Ständig sind wir an den falschen Stellen und wundern uns, dass das Leben eine Aneinanderreihung falscher Stellen ist.

»Bin auch nicht so oft hier«, schiebe ich erklärend nach.

»Sondern?«

»Sondern?«

»Na, wo bist du denn öfter?«

»Mehr so im Norden.«

»Prenzlberg? Hab ich auch mal gewohnt.« Sie stößt Luft aus. Das lässt ihr das Haar kurz vor dem Gesicht flattern.

»Ich auch. Aber jetzt wohn ich im Wedding.«

»Echt? Da sind die Mieten noch voll billig, oder?«

»Ja! Wobei, geht so. Wir, also ich, ich bin jetzt zwei Jahre in der Wohnung.«

»WG?«

»Zu zweit.«

»Cool. Wir sind zu viert.« Sie klemmt sich die Hände unter die Oberschenkel. »Alles Kerle. Na ja, ich nicht.«

»Dachte ich mir.«

»Bist ja ’n kluges Kerlchen.« Sie schiebt das Board gegen meinen Fuß. »Und willste jetzt?«

»Besser nicht.«

»Mach doch mal!«

»Willst du was zu lachen haben?«

»Du bist noch nie geskatet?« Sie nickt. »Krass, was dir entgeht! Musste mal probieren.«

»Andermal gerne.«

»Wieso nicht gleich?«

»Ich muss gehen.« Stehe auf und weiß nicht, wohin.

»Okay, bis nachher!«

»Ja.«

Muss ich wirklich gehen? Bloß weil ich das gesagt habe? Ihr Lächeln, der dunkle Blick, die leicht gekrauste Nase wollen mich nicht gehen lassen. Besser: Wegen der Art, wie sie die Schultern hebt – bin ich auch ein Kerl oder zu alt fürs Kerlsein in ihren Augen, in ihren Gedanken? –, will etwas, will alles in mir bleiben, und ich nähme sogar in Kauf, auf die Fresse zu fallen. Doch das erspare ich ihr und mir. Und allen anderen erst recht.

Mein Gleichgewicht ist auch so schon gestört, und meine Beine verheddern sich. »Bist du öfter hier?«

»Was?« Sie bremst den Schwung, den sie gerade genommen hat, und kurvt auf mich zu.

»Bist du öfter hier?«

»Scheint die Sonne nur Weihnachten?«

»Also, ja?«

Ihr rechter Fuß holt neues Tempo. »Man sieht sich!«

»Ich bin übrigens Sven.«

Eine Handbewegung. Verschwindendes Winken. Das hat sie nicht mehr gehört.

Oder anders. Als ich sie nicht mehr sehe, drehe ich mich um. Nehme erst jetzt die Weite des Feldes wahr, die noch stärker wirkt durch die Begrenzung, die das gigantische und doch von hier aus so klein aussehende Halbrund des Flughafengebäudes bildet. Daneben ein weißer Turm, eine Kugel auf vier Beinen. Die breiten Asphaltpisten, durchgezogener Mittelstreifen, schnurgerade und holperfrei – in Berlin eine Rarität.

Und kein Auto in Sicht, sondern nur Gefährte, die mit Wind- oder Menschenkraft angetrieben werden. Dazwischen nichts als flaches Grün und ein paar gelbliche Gräserfelder. Bäume sind dagegen rar. Der Himmel hat deutlich mehr Profil, malt riesige Wolkenhaufen auf den sich abendlich verfärbenden Himmel. So weit sieht man in Berlin sonst selten. Höchstens, wenn einem die Stadt zu Füßen liegt. Hier aber ist die Talsohle. Tempelhofer Nullpunkt. Nichts ist zum Greifen nah, allenfalls der Wind, der die in die Höhe geworfenen Segel flattern lässt und jeden an den gespannten Schnüren Zerrenden über eine platt gebügelte, auseinandergefaltete Stadtlandschaft zieht. Ist die Erde doch eine Scheibe? Oder lässt sich die Krümmung der Oberfläche wahrnehmen? Könnte man – stünde man am Anfang der Rollbahn – die Schuhe der am anderen Ende Stehenden sehen? Vorausgesetzt, man wäre fähig, zwei Kilometer weit zu gucken.

Stimmen und Musik wehen mir um die Ohren. In einiger Entfernung tragen sechs, acht Leute wie auf Kommando Alphörner in meine Sicht. Von denen kann das Getröte oder Gefiepe, nein, es ist mehr ein Gefiedel, nicht herrühren. Weiter entfernt stehen einige Blechbläser. Die klingen auch anders.

Seitlich kommt etwas auf mich zu. Ich werde geblendet von der Lampe, die über der Kamera klemmt, in die ich nun blicke. Ein komplettes Team hat sich da aufgebaut. Ein blonder Mann mit rotem Schaumstoffschutz über seinem Mikrofon nickt mir zu. »Karsten Grube, Berliner Abendschau«, sagt er, »wir sind gleich live drauf. Darf ich Sie kurz mal was fragen?«

»Wozu?«

»Zu dem Festival.«

»Festival?«

»Na, hier«, er lässt seine freie Hand kreisen, »die Musiker überall, ein großes Experiment.«

»Ach so?«

»Gibt es auf diesem verdammten Feld irgendjemanden, der wegen diesem scheiß Konzert hier ist?«

»Vielleicht fragen Sie mal einen der Musiker«, schlage ich vor.

Er sieht mich einen Moment lang verständnislos an.

»Dort hinten zum Beispiel, die mit den Alphörnern.«

»Ja, wird wohl das Beste sein.« Er guckt auf die Uhr. »Wie lange haben wir noch?«

»Vier Minuten«, sagt einer.

»Dann los!« Eilig entfernen sie sich. Wobei der mit der Kamera, die er von der Schulter genommen hat, Mühe hat, Schritt zu halten.

Oder anders. Heute werde ich 40, bin ich 40 geworden. Was für eine unvorstellbare Zahl. Eben noch schneidet man sich das erste Mal beim Rasieren, und plötzlich ist man 40. Das Unvorstellbarste aber ist: Für einen Moment habe ich meinen Geburtstag vergessen. Meinen eigenen Geburtstag!

Nicht, dass mir das Alter etwas bedeutete. Mich schätzen sowieso alle jünger. Da ist jeder Geburtstag ein inneres Abifest. Und jetzt habe ich die, die diesen Tag niemals vergessen würden, auch noch vergessen. Lasse sie warten bei Wasser und Brot. Besser: bei Weißbrot und Aperol Spritz. Zumindest Karla hat sich garantiert ein Glas bestellt, und vermutlich schon das zweite.

Ich mag Geburtstage. Meine Geburtstage. Vor allem, wenn sie gut verlaufen. Groß gefeiert habe ich zuletzt den Dreißigsten. Eine Enttäuschung, ich wäre gern gleich wieder gegangen. Es regnete draußen, und die Frau, die ich liebte beziehungsweise lieben wollte, machte nicht mir die schönen Augen, sondern Markus. Happy birthday to me, happy birthday to me.

In einem der dritten Programme läuft allnächtlich die Tagesschau von vor zwanzig Jahren, die nehme ich einmal im Jahr auf und schaue mir an, was in der Vergangenheit an meinen Geburtstagen so alles passiert ist: Krieg und Frieden, der Dollar steigt, der Dollar fällt, Rücktritte, Ernennungen, Vereidigungen, Entführungen, Siegerehrungen, Nachrufe. Nicht mal die eine Katastrophe.

Ich bin an einem der harmloseren Jahrestage geboren, was die letzten 40 Jahre angeht. Verdoppelt man die Zahl, landet man an dem Tag, als sie Deutschlands Bibliotheken plünderten und alles unter Hassgebell verbrannten.

Erinnerungen sind unzuverlässig. Hirngemachte Illusionen. Ab und an kennt man auch nur die Fotos. Im Grunde spielt es dann gar keine Rolle, ob man anwesend war. Mein dritter Geburtstag fand im Park statt. Ein rauschendes Fest am Sandkasten mit Sackhüpfen und Saft. Zu späteren Gelegenheiten wurde auch gemalt. In einem Jahr soll ein Kind einem anderen, besonders blonden, das trübe Tuschwasser über den Kopf gegossen haben. Davon gibt es kein Bild. Dankenswerterweise hat Mama die Anekdote so oft wiederholt, dass ich mir ziemlich sicher bin, dabei gewesen zu sein. Happy birthday to me, happy birthday to me.

Was beweisen Fotos schon, außer dass es einen gegeben hat? Erschreckenderweise gibt es aus meiner Kindheit und frühen Jugend auch von Nichtgeburtstagen kein Bild, auf dem ich nicht gut gelaunt ausschaue. War ich wirklich ununterbrochen fröhlich oder lediglich zu feige, meine Befindlichkeit nach außen zu tragen? Vor Urzeiten habe ich mir daher vorgenommen, beim Fotografiertwerden ernst zu gucken. Bitte nicht freundlich. Drei, zwei, eins: Buttermilch! Cheddar cheese! Zisterzienser! Kräuterquark!

Leider denke ich nie daran.

Ein zweiter Tag

Oder anders. »Eine originelle Unterhaltungsformel auf den Weg?« ruft mir einer aus wegesbreiter Entfernung zu. Diesmal habe ich ohne skatende Vorhut zum Tempelhofer Feld gefunden, hätte aber nichts dagegen, stattdessen von ebendieser aufgespürt zu werden.

Das Wetter ist schön, eine originelle Unterhaltungsformel würde da eher stören, wo die Leute doch über nichts lieber reden als übers Wetter. Man muss nicht immer originell sein. Man könnte Fahrräder ohne Lenker konstruieren oder Kaffee in Luftballons füllen. Und es gibt Duschgelflaschen, die wie Raketen aussehen, denen man ihren mit künstlichen Aromastoffen überschwemmten Inhalt nie vollständig entdrücken kann. Sie sind halt zu schön, um weggeworfen zu werden.

»Absolut überraschende Gesprächsmöglichkeiten werden sich so für dich ergeben«, schickt der Typ mit sanfter Stimme nach. Allein wie der dasteht! Mit psychoaktivem Lächeln, als hätte er die Seligkeit per Eierlöffel verabreicht bekommen – jeden Morgen zehn Schläge auf den Hinterkopf.

Früher standen solche Leute in Fußgängerzonen herum und haben ernst und stumm Druckerzeugnisse präsentiert, ohne die man ihnen die Untergangssehnsucht nicht angesehen hätte. Der hier ist anders. Er kommt sogar auf mich zu. Die weißblonden Haare mittels kurzem Schwänzchen am oberen Hinterkopf zusammengezwirbelt, wie bei einem Sumo-Ringer. Dabei ist er groß und mager. Sein strandsandfarbenes Jackett fällt einige Nummern zu weit aus. Die braunrote Hose umschlackert beim Gehen seine Beine. »Na, wie wär’s mit ’nem ausgefallenen Talkthema to go?« Er wedelt mit ein paar kleinen Umschlägen.

»Was soll ich damit?« lasse ich mich auf die Unterhaltung ein.

»Vielleicht, um unbefangener Menschen anzusprechen?«

»So, wie du das tust?«

»Gewissermaßen. Bloß was geschieht dann?«

Sein grimassenhaftes Grinsen geht mir gehörig auf den Getreidekeks. Ich sollte den Mann einfach stehenlassen und weitergehen. Leider habe ich erstens kein konkretes Ziel, zweitens fehlt mir eine originelle Abschiedsformel.

»Mit Gesprächsthemen habe ich in der Regel kein Problem«, sage ich.

»Auch wenn du eine dir völlig fremde Person ansprichst?«

»Warum sollte ich eine mir völlig fremde Person ansprechen?«

»Um sie kennenzulernen?« Dieser Mann ist ein Phänomen. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

»Außer dir ist gerade niemand hier zum Kennenlernen.«

Jetzt habe ich ihn doch! Zumindest kurz zucken seine Mundwinkel. »Siehst du die Menschen vor lauter Menschen nicht? Schau dich mal um: überall potentielle Gesprächspartner.«

»Ich bin nicht blind, aber auch nicht blöd. Die Leute warten nicht unbedingt darauf, dumm von der Seite angequatscht zu werden.«

»Ja!« sagt er, und es ist ein nicht enden wollendes Ja. Ein nahezu nicht enden wollendes Ja. Denn er fährt doch fort: »Mit einer meiner Unterhaltungsformeln«, er zeigt auf die Umschläge, »musst du nie wieder jemanden blöd anquatschen. Du verwickelst ihn in eine Konversation. Hier die junge Dame zum Beispiel … « Einen Seitenschritt später blockiert er den Weg einer herannahenden Frau.

Sie ist klein und kompakt. Ihr dunkles Haar umwuchert das runde Gesicht. Vor der üppigen Brust trägt sie einen Karton, aus dem zig grüne Pflänzchen ragen, jedes für sich steckt in einem mit Erde gefüllten weißen Getränkebecher. Verdutzt guckt sie den Gesprächsthemenverteiler an und mich auch.

»Hallo?«

»Ja, hallo! Entschuldige, dass wir dich hier so plump ansprechen. Mal eine Frage: Würdest du mit diesem Mann plaudern wollen?« Er hält die Umschläge in meine Richtung.

Der Blick der Frau lässt eine negative Antwort erwarten. Bevor sie diese geben kann, sage ich entschuldigend: »Ich kenne ihn gar nicht. Er will mir irgendwas beweisen.«

»Nicht irgendwas. Ich will dir zeigen, dass du auf intelligente Art völlig Fremde zu interessanten Konversationen verführen kannst.« Seinem Gesichtsausdruck zufolge meint er das wirklich ernst.

Die Frau nimmt ihm das nicht ab. »Momentan wirkt’s eher wie ’ne plumpe Anmache«, sagt sie. »Seid ihr so Pick-up Artists?«

»Was?« Mit einem Mal bin ich mit dem Typen unisono.

»Na, Männer, die möglichst viele Frauentelefonnummern ergattern wollen, späterer Sex nicht ausgeschlossen.«

»Also, bitte!« Mein ungewollter Partner lässt ehrliches Entsetzen erkennen. »Mit meinen Unterhaltungsformeln könnt ihr euch in Sphären der Konversationskultur katapultieren, die euch sonst eventuell auf ewig verschlossen blieben.«

Die Frau muss lachen, was ihre Pflanzen in flirrende Bewegungen versetzt. Weil sie mir dabei zuzwinkert, fühle ich mich angespornt, den Mann zu fragen, ob er Zeuge Jehovas sei. Während das das Lachen der Pflanzenträgerin verstärkt, ernte ich von ihm lediglich einen verächtlichen Blick.

»Sind das Tomaten?« frage ich die Frau.

»Da kennt sich einer aus!« japst sie und hält mir den Karton hin. »Kannst du mal?« Sie will sich offenbar die feucht gelachten Augen wischen. »Siehste!« sagt sie zu dem ratlos bei uns Verharrenden. »So spricht man Frauen an! Nicht superoriginell, aber offenkundig interessiert.«

»Tomaten! Ha!« Sein Versuch eines gekünstelten Lachens stammt eindeutig aus höheren Sphären.

»Wachsen die besser, wenn man sie spazieren trägt?« Ich reiche den Karton zurück.

»Eigentlich laufe ich damit nur rum, um von Fremden angequatscht zu werden.«

»Ehrlich?« Das ist mir jetzt doch ein bisschen zu originell.

»Klappt’s denn?«

»Jein«, sagt sie. »Vorhin hat mich ein sehr gut aussehender Mann angesprochen. Leider war er im Dienst. Der dachte, das seien Marihuanasetzlinge, und wollte mich festnehmen.«

»Sag bloß!«

»Nee, Quatsch! Ich hab da drüben ein kleines Hochbeet.«

Sie setzt sich in Bewegung, und ich folge ihr, ohne weiter auf den Gesprächsthemenverteiler zu achten.

Vor uns auf der Wiese ist es bunt. Überall Kisten und Kästen, in denen es grünt und blüht. Menschen kümmern sich um ihre Pflanzen, sitzen neben ihnen, quatschen, trinken, sind fröhlich. Macht insgesamt einen unordentlichen, improvisierten Eindruck. Mit der Geometrie des klassischen deutschen Blumenbeetes hat das alles nichts zu tun. Dazwischen viel Wiese, Bänke, Stühle, Tische, eine Holzterrasse mit Sonnensegel, Fähnchen und Schilder. Einer hat an sein Gärtchen geschrieben: »Organic Tamagotchi«. Woanders steht weiß auf blau: »Heaven is right here«. Über einer Stange hängen zwei alte Turnschuhe. Sie sind mit rosa blühenden Blümchen bepflanzt.

Den originellen Gesprächsthemen entkommen, bin ich im originellen Kastengarten gelandet. Laubenpieper 2.0. Ob man vom Kollektiv abgemahnt wird, wenn man Geranien aussät oder seine Pflanzen zu akkurat stutzt? Diese Frage verkneife ich mir und sage lieber: »Nicht schlecht!«

»Ja, nicht?« Die Frau stellt ihren Karton auf die Kante einer zum Teil mit etwas Blaublühendem bepflanzten hüfthohen Holzkiste.

»Das ist dein Beet?«

»Das ist mein Beet.«

»Danke«, sage ich.

»Wofür?«

Ich halte Ausschau nach dem Konversationsverkäufer. »Der steht nach wie vor da.« Ich deute in seine Richtung.

»Gut zu wissen. Falls uns mal die Themen ausgehen.«

»Würdest du dann?«

Sie lacht. »Solange ich jemanden finde, der mit mir über Tomaten redet … «

»Ich werde darauf zurückkommen«, sage ich und hebe die Hand zum Gruß.

»Hier«, sie greift in die Kiste und hält mir eine Becherpflanze hin. »Willste eine?«

Oder anders. Wieder trete ich Asphalt. Schwarz auf weiß die unnötig gewordenen Markierungen für Piloten. Ein von Zeit und Wetter ausgewaschenes rotes Stoppzeichen hätte früher tonnenschwere Maschinen anhalten lassen. Heute sausen Skater und Biker achtlos drüber hinweg. Ihre Räder lassen sich nicht messen mit den wuchtigen Fahrwerken, die hier einstmals Bremsspuren oder aus den Reifenrillen rieselnde Steinchen von weit entfernten Startbahnen hinterließen.

Der Belag ist nicht so makellos, wie ein erster Blick glauben lässt, aber penibel geflickt. Geteerte Narbenkosmetik. An den Rändern wuchert Wiese wellenartig hinein in das in der Sonne glitzernde Grau. Allenthalben Schlangenlinien, durchkreuzt von neuen Rissen und Sprüngen. Nichts lässt sich auf ewig planieren.

Verschiedenste Vehikel umkurven mich. Manche mit Segel – und heben doch nicht ab. Man muss nicht hoch hinaus um auf dem Tempelhofer Feld stehend beinahe die gesamte Stadt betrachten zu können.

In weiter Ferne alles zum Greifen nah. Berlin vom Himmel in die Ebene gedrückt, flach

wie sonst nichts. Die drei Schlote vom Kraftwerk Wilmersdorf. Das Kind, das ich lange Zeit gewesen bin, assoziierte damit drei umgedrehte Capri-Eis. Das alte SFB-Hochhaus. »Tam tam aktuell« und »Hey Music«. Für »S-F-Beat« war ich ein bisschen zu jung. Das Gerüst des Gasometers und der Turm des Schöneberger Rathauses. Dort irgendwo wohnte Karoline, die mehr für mich war, als ich damals begriff, weshalb sie bald aus meiner frühen Jugend verschwand.

Davor der die Flügel ausspannende Flughafenbau. Rechts neben ihm die riesige weiße Kugel auf Stelzen. Ihr Pendant vom Teufelsberg lässt sich links vom SFB erahnen. Der Potsdamer Platz zeigt mir den grünspitzigen Stinkefinger. Ein riesiger Schornstein ragt dazwischen auf. Vor und hinter den hohen Bäumen der Hasenheide pieksen Minarette einer Moschee und Kirchturmdächer in den Himmel, dessen Blau praktisch nichts stört. Allenfalls die diagonale Bahn einer nach Tegel fliegenden Maschine. Und aus der Entfernung glänzt der Silberball des Fernsehturms.

Oder anders. »Hello, Sven, alles klar? Bereit für die erste Fahrt?« Sie rollt von hinten an mich heran, ist zu hören, bevor ich sie sehe.

»Oh, hi!« Ich muss mich zusammenreißen, damit sie mein Erschrecken nicht bemerkt, und torkle leicht, als sie neben mir zum Stehen kommt und die Füße vom Board gleiten lässt.

»Du bist ja doch öfter hier.«

»Geht so.«

»Ja, der fiese Regen. Dachte, es wird endlich Sommer.«

Ich bin froh, dass mein Gedächtnis sie nicht idealisiert hat und sie wirklich so aussieht, wie ich sie in den letzten Tagen erinnert habe: klein, schmal und gut gelaunt. Dicke, schwarz glänzende Wolle auf dem Kopf – und diese Augen, wie zwei glänzend geröstete Mandeln.

»Hast du mir Blumen mitgebracht?«

»Ist ’ne Tomate.«

»Hatte ich irgendwie anders in Erinnerung. Irgendwie röter.«

»Das ist halt keine Supermarkttomate.«

»Okay, ich nehm sie.«

Ich gebe ihr den Becher.

»Aber dann hast du keine mehr.«

»Ist nicht schlimm. Gibt ja Supermarkttomaten.«

»Wir könnten sie gemeinsam großziehen. Wir pflanzen sie wo ein. So guerillamäßig.«

»Das machen wir!« Mir gefällt die Vorstellung, mit ihr eine Tomatenpflanze zu haben.

»Und willste jetzt?« Ihr rundes Kinn nickt gen Board, das sie mit dem rechten Fuß hin und her bewegt.

»Nee, lass mal.«

»Schade. Fast dachte ich, du wärst wegen mir hier.«

»Weshalb auch sonst?« gebe ich so locker wie möglich zurück.

Das bringt sie zum Lachen. Ein bisschen.

»Wenn du mich beeindrucken willst … « Mit einem Augenzwinkern lässt sie ihr Board gegen meinen Schuh stoßen.

»Wenn ich dich beeindrucken will, werde ich da niemals draufsteigen.«

»Hast du andere Skills?« Sie bläst Luft aus, was ihren Pony aufwirbelt.

»Andere was?«

»Vielleicht bist du ja voll der krasse Runner oder so?« Sie mustert mich. Checkt meine Sportlichkeit. Dick bin ich nicht. Trotz meiner Standarddisziplin dauerhaftes Bürostuhlsitzen.

»Ich bin mehr so der Reader«, sage ich.

»Cool«, sagt sie. Cool – damit hätte ich nicht gerechnet. Special skill: kann dicke Bücher ­lesen, ohne dabei einzuschlafen.

»Ich würd’ auch gern wieder mehr lesen. Also, nicht nur für die Uni.«

Dass sie studiert, beruhigt mich. Auf Schulmädchen stehe ich schon eine ziemliche Weile nicht mehr.

»Lesen kann man ja noch, wenn man alt ist«, rutscht mir ein Satz raus, den ich sogleich bereue.

Sie gibt einen zustimmenden Laut von sich.

»Wir können was trinken gehen«, höre ich mich sagen.

Wow, woher diese Eingebung?

»Okay!« Sie scheint einverstanden zu sein. »Ich weiß sogar, wo.«

Oder anders. Wir durchqueren ein paar Quadratmeter Wiese zu einer karierten Decke mit Fransen, auf der zwei Jungs hocken. Der eine nach hinten lehnend, die Unterarme aufgestützt. Ich sehe ihn im Profil, die Mächtigkeit seines Brillengestells wird kompensiert durch einen filigran gestutzten Oberlippenbart. Um das wieder auszugleichen, wird sein Gesicht von riesigen beigefarbenen Kopfhörern umrahmt, die eher wie ein Gehörschutz aussehen.

Der andere zeigt Rücken im Holzfällerhemd, ganz ohne breites Kreuz. Ebenfalls kariert, nur im Muster nicht ansatzweise zum Gewand passend: die tief in den Nacken geschobene Golfermütze.

Links und rechts von der Decke liegen zwei Fahrräder. Eins ein orangefarbenes Rennrad mit dünnen Reifen. Das zweite ein dunkelgrünes Hollandrad mit Ledersattel.

»Hey!«, sagt meine Skaterin, ohne eine Reaktion auszulösen. Mit ihrem dreistreifigen Schuh stößt sie den schmalen Möchtegernholzhacker an. Der schrickt zusammen und auf, rupft sich beim Hochdrehen die Stöpsel aus den Ohren, schenkt ihr ein fröhliches »Ahoi!« und mir ein stummes Aha.

»Was sind ’n das für Phones?«

»In den anderen is ’n Wackler drin.«

»Echt? Ist ja voll blöd!«

Mittlerweile hat der andere uns auch bemerkt, befreit seine Ohren, wischt auf seinem Smartphone herum.

»Das ist Sven«, sagt die Skaterin. »Ich hab ihm was zu trinken versprochen.«

»Ist das was zu rauchen?«

»Das ist der beste Stoff der Welt«, sagt sie. »Nix zum Rauchen. Flo, das is ’ne Tomate!«

»Ach so.«

»Du rauchst doch eh nicht.«

»Man wird ja wohl mal fragen dürfen.«

Oder anders. Ich sitze mit Joshua und Florian und der hübschen Skaterin auf einer für diesen Zweck viel zu weich wirkenden Decke. Aus einem bereitliegenden Leinenbeutel hat Joshua, das ist der mit Bart und Brille, zwei Club-Mate gezogen und reicht sie mir. Ich gebe eine davon weiter an das Mädchen.

Sie heißt Luis. So wird sie jedenfalls genannt. Es geht um Erhöhung der Miete, um Minderung derselben, um irgendeinen Wasserschaden. Und ich höre nur »Luis«. Es geht um dies, es geht um jenes, ich aber sitze wie zufällig in ihrer Mitte und trinke Tee. Flaschentee. Kalten Tee mit Kohlensäure.

Unter seiner offenen hellblauen Trainingsjacke trägt Joshua ein mintgrünes T-Shirt mit Schrift. Irgendwas mit »tsch«.

Deutsch? denke ich.

»Wo bist du denn her?« fragt mich Florian.

»Wedding«, sagt Luis. Kaum dass ich ihren Namen kenne, nimmt sie mir schon das Antworten ab.

»Wedding ist gold«, sagt Joshua.

»Na ja, geht so«, sage ich. »In meiner Straße gibt es drei Spielautomatencafés beziehungsweise Teestuben, und zwar alle direkt nebeneinander.«

»Ändert sich da nicht gerade übelst viel?« fragt Luis.

»Der Wedding kommt«, sagt Florian.

»Wie man’s nimmt. Letztes Jahr musste die einzig gute Kneipe in der Gegend dichtmachen. In der ist jetzt die dritte Teestube drin.«

»Eigeninitiative ist das Stichwort!« sagt Joshua.

Ein älterer Mann mit Bollerwagen nähert sich unserer Lagerstätte. Im Wagen klimpern ausgetrunkene Flaschen. Auf ihnen sitzt ein müder Langhaardackel. Florian leert seine Brause, schraubt den blauen Deckel drauf und legt sie neben das Tier. Mit extrem heiserer Stimme, als hätte er mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, nonstop geraucht und getrunken, bedankt sich der Mann und zieht seines Weges, nicht ohne sich vorher kurz auf den grauen Scheitel zu fassen.

»Der Typ da.« Als der Flaschensammler außer Hörweite ist, bricht Luis das Schweigen. »Kennst du den?«

Ich schüttle den Kopf.

»Echt nicht?« Florian richtet sich auf. »Der ist übelst berühmt.«

»Den kennt hier wahrscheinlich jeder«, sage ich.

»Ja, das mein ich nicht. Ich mein, der ist der Sohn vom JFK. Hat er mir mal erzählt.«

»JFK?« Joshua zupft an seinem Bärtchen. »Was war das gleich?«

»Mann! John F. Kennedy.«

»Der Flughafen? Ach nee«, er patscht sich gegen die Wange, »das war dieser eine Präsi, nicht?«

»Und wieso ist der Typ da jetzt sein Sohn?« frage ich.

»Frag ihn!«

»Na ja, Kennedy war ’n notorischer Weiberheld«, sage ich.

»Und als er gesagt hat, er ist ein Berliner, hat er noch schnell ’ne Trümmerfrau gepoppt.« Luis amüsiert das.

»Wann war das denn?« fragt Joshua. Das erste Wort auf seinem T-Shirt lautet »Quatsch«.

»1963! 50 Jahre her«, sage ich.

»Der Typ sieht aber echt älter aus«, sagt Joshua. Irgendwas mit »pern« steht auf seinem T-Shirt. Kapern? Hat der was mit den Piraten zu tun?

»Na ja, wer weiß, was der so alles hinter sich hat«, sagt Luis.

Der Sohn vom Kennedy also. Ich beobachte eine Weile, wie er sein Wägelchen von Pfandflasche zu Pfandflasche schiebt. Zwischen seinen Beinen humpelt der Dackel.

Quatsch plappern? Ein Klirren lässt mich den Blick wechseln. Schräg hinter mir steht eine ältere Frau mit Kopftuch und Einkaufswagen, der ist auch voll ausgetrunkener Flaschen. In gebrochenem Deutsch fragt sie nach Leergut.

Joshua steht auf und streckt sich. Auf seinem T-Shirt steht: »Quatsch keine Opern«.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags aus: Thilo Bock: Tempelhofer Feld. Ein Freiluftroman. Fuchs & Fuchs-Verlag, Berlin 2014, 208 Seiten, 17 Euro. Das Buch ist soeben erschienen.

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