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Interessengemeinschaft Robotercommunismus: 13 Thesen zur Postwachstumsbewegung

Unser Reichtum

13 Thesen zur Postwachstumsbewegung.

von Interessengemeinschaft Robotercommunismus

Wir haben bereits gesagt, dass die Frauen Sachen für das Haus kaufen, weil das Haus die einzige Bestätigung ihrer Existenz ist. Aber die Vorstellung, dass Einschränkung des Konsums auf gewisse Weise eine Befreiung ist, ist so alt wie der Kapitalismus selbst und stammt von den Kapitalisten, die den Arbeitern immer die Schuld an ihrer Lage geben. Jahrelang wurden die Schwarzen in Harlem von wohlmeinenden Liberalen ermahnt, dass das sogenannte Rassenproblem gelöst wäre, wenn sie nur aufhören würden, Cadillacs zu fahren. Bis die Gewalt ihres Kampfes (die die einzig angemessene Antwort war) einen Maßstab der gesellschaftlichen Macht setzte, war dieser Cadillac eines der wenigen Mittel, ihr Machtpotential zu zeigen. Dies und nicht der Sinn für Sparsamkeit erregte das Missfallen der Liberalen. Auf jeden Fall wäre nichts von dem, was wir kaufen, für uns notwendig, wenn wir frei wären. Weder das Essen, das sie für uns vergiften, noch die Kleider, welche die Klassen-, Geschlechts- und Generationsunterschiede bestimmen, noch die Häuser, in die sie uns einsperren. Auf jeden Fall ist unser wirkliches Problem, dass wir niemals genug, und nicht, dass wir zu viel haben.

Mariarosa Dalla Costa

Seit nunmehr sechs Jahren steckt Europas Wirtschaft in der Krise. In vielen Ländern sind die sozialen Sicherungssysteme erodiert, es grassieren Massenarbeitslosigkeit und Armut. Diejenigen, die noch Arbeit haben, müssen sich auf einem flexibilisierten Arbeitsmarkt durchschlagen und sich in unsicheren Jobs mit fallenden Löhnen zufriedengeben. Jede und jeder weiß längst um die eigene potentielle Überflüssigkeit. In dieser Lage mehren sich die Stimmen, die nach Alternativen zum Kapitalismus fragen. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich heute Positionen, die ganz postideologisch auf einen neuen »Dritten Weg« jenseits der verstaubten Alternative von liberalem Kapitalismus und marxistischem Sozialismus setzen. Das trifft auch auf das zusehends populärer werdende Konzept einer Postwachstumsökonomie zu. Etwa 3 000 Vertreter dieser Strömung kamen im September 2014 in Leipzig zur Vierten Internationalen Degrowth-Konferenz für ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit zusammen, um ihrer gemeinsamen Leidenschaft für die Schrumpfung zu frönen. Die Konferenz war für uns Anlass, die im Entstehen begriffene Postwachstumsbewegung in ihren politischen Formen und Inhalten einer Kritik zu unterziehen. In den folgenden Thesen möchten wir einige allgemeinere Überlegungen zum Verhältnis von kapitalistischer Produktionsweise, Produktivkraftentwicklung und Entfremdung aufstellen, begründen, warum wir den Begriff des Wachstums für eine Nebelkerze halten, und aufzeigen, warum keiner der zahlreichen Ansätze aus dem Degrowth-Patchwork die ökologische Krise aufhalten und ein besseres Leben herbeiführen wird.

1. Die entfesselte Dynamik der kapitalistischen Produktionsweise

Die kapitalistische Epoche zeichnet sich vor allen anderen Epochen der Menschheitsgeschichte dadurch aus, dass in ihr die Formen der Produktion des materiellen Lebens der Menschen permanent revolutioniert werden. Während die vorkapitalistischen Agrargesellschaften mannigfaltige Konflikte kriegerischer und politischer Art kannten, blieben die ökonomischen und sozialen Formen, in denen sich das Alltagsleben der Menschen vollzog, davon weitgehend unberührt. Es handelte sich bei ihnen um stationäre Gesellschaften, die durch die Wiederkehr des Immergleichen gekennzeichnet waren. An der ewigen, zyklischen Wiederkehr der Jahreszeiten hatte sich die völlig von der Landwirtschaft abhängige Bevölkerung bei Strafe des Untergangs auszurichten. Mit dieser Stagnation machte das Kapital Schluss. Sein globaler Siegeszug führte in den vergangenen Jahrhunderten zu einer permanenten Revolutionierung der Produktion, ununterbrochener Erschütterung aller gesellschaftlichen Zustände, ewiger Unsicherheit und Bewegung. Von dieser Wühlarbeit betroffen sind: die Arbeitsmittel, Werkzeuge und Technologien, mit denen produziert wird, samt den ihnen zugrundeliegenden Theorien und Kenntnissen; die fertigen Gestalten der Produkte und die Bedürfnisse, die durch sie befriedigt werden; die menschlichen Fähigkeiten, die zu ihrer Herstellung notwendig sind; die gesellschaftlichen Formen, in denen Produktion stattfindet, in denen Arbeitskräfte tendenziell global kooperieren und zu immer neuen Einheiten kombiniert werden, und nicht zuletzt die altehrwürdigen Vorstellungen und Anschauungen des Menschen von sich selbst und seiner Stellung in der Welt, die den jeweils überholten Stadien in diesem Prozess entsprachen. Die Kon­tinuität der kapitalistischen Produktionsweise kann sich nur durch diese systematische Diskontinuität hindurch vollziehen. Der Kapitalismus ist daher die erste wirklich geschichtliche Produktionsweise.

2. Die entfremdete Arbeit und die Untergrabung der Springquellen des Reichtums

Das Kapital hat die Produktion aus den Fesseln der Tradition befreit, ohne sie jedoch darum bereits nach Maßgabe der Bedürfnisse der assoziierten Produzentinnen und Produzenten organisiert zu haben. Im Gegenteil: Die Geschichte der Durchsetzung der kapitalistischen Produktionsweise ist die Geschichte der Proletarisierung der ungeheuren Mehrzahl der Menschen weltweit. Und diese Produktionsweise hat zu siegen nicht aufgehört. Auf die gewaltsame Trennung von ihren Produktionsmitteln und die Auflösung ihrer archaischen Produktionsgemeinschaften folgt für die Proletarisierten das Joch der Lohnsklaverei, unter dem heute die Mehrheit der Weltbevölkerung direkt oder indirekt lebt, wenn sie nicht komplett »überflüssig« ist. Die immer höhere Vergesellschaftung der Arbeit, ihre Verwissenschaftlichung, Technisierung und Rationalisierung haben es möglich gemacht, eine immer größere Menge von Produkten mit immer weniger Aufwendung menschlicher Arbeitskraft herzustellen. Nicht die Verkürzung der Arbeitszeit und die Mehrung des Genusses sind jedoch Zweck dieser Entwicklungen – denn wir leben in einer Gesellschaft, in der selbst Hunger kein Grund zur Produktion ist, von anderen menschlichen Bedürfnissen zu schweigen. Nur wenn das Bedürfnis in der Form der zahlungskräftigen Nachfrage auftritt, kann es mit Befriedigung rechnen, da nur der Kauf seiner Waren es dem Kapital ermöglicht, sich produktiv zu verwerten. Die Akkumulation des Kapitals, die auf die Verwandlung von Geld in mehr Geld zielende Ausplünderung der Arbeitskraft und die unbezahlte Aneignung der Mehrarbeit, ist der autistische Selbstzweck des Kapitals, dem alle anderen gesellschaftlichen Belange unterzuordnen sind, notfalls mit Gewalt.

Die vom Kapital angeeignete Arbeit tritt den Proletarisierten nicht nur als Geld heckendes Geld, sondern auch in den Formen von Maschinerie, Technologie und Wissenschaft als fremde Macht gegenüber, der sie im Arbeitsprozess unterworfen sind und die ihre eigene Arbeitskraft zunehmend überflüssig zu machen droht. Wo der Schein der untrennbaren, wesenhaften Verschmelzung der entfremdeten Gattungskräfte mit dem Kapital nicht durchschaut wird, liegt eine abstrakte und kurzsichtige Technikkritik nahe, die die Produktivkräfte der Gattung mit ihrer bewusstlosen und bornierten kapitalistischen Nutzung identifiziert. Denn der Prozess der Akkumulation des Kapitals, der eine Ausweitung der produzierten Gebrauchswerte, eine Vergrößerung des gesellschaftlichen Reichtums und eine Entwicklung des Wissens und der Handlungsmacht der Menschheit mit sich bringt, untergräbt zugleich die Springquellen des Reichtums. Die totale Armut inmitten des krassesten Reichtums, Hunger wegen der Überproduktion und irreversible Naturzerstörung trotz der stetig fortschreitenden Einsicht in die Gesetzmäßigkeit der Naturabläufe gehören zu dieser Produktionsweise wie der Schatten zum Licht und offenbaren ihren antagonistischen, bewusstlosen und autodestruktiven Charakter.

3. Das Degrowth-Patchwork

Die sich seit einigen Jahren formierende Degrowth-Bewegung speist sich aus einem Unbehagen an verschiedenen Momenten dieser gesellschaftlichen Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl die sozialökologische Doppelkrise als auch lebensweltliche Entfremdungserscheinungen wie Stress, erzwungene Beschleunigung, Flexibilisierung und ein gesteigerter Konkurrenzdruck. Degrowth betreibt Zeitdiagnostik, will mutmaßliche Ursachen benennen und praktische Lösungsvorschläge bieten. Unter den Labels Degrowth, Postwachstum oder Schrumpfwirtschaft werden sozioökonomische Theorien entwickelt und gesellschaftspolitische Ziele artikuliert – mindestens ebenso wichtige Elemente der Bewegung sind jedoch: kulturkritisches Lamento, das Ineinanderfließen von Aktionismus und »gemeinwohlorientierten« Geschäftsmodellen, Lifestyle- und Konsumberatung, esoterisches Psychocoaching, Zivilisationsmüdigkeit und katastrophengeile Survivaltrainings für den Ausnahmezustand sowie eine moralisierende Volkspädagogik. Diese macht es sich zum Auftrag, dem nimmersatten Pöbel mit den neuesten Erkenntnissen positivistischer Glücks­forschung zu erklären, warum weniger manchmal mehr sei.

4. Der kleinste gemeinsame Nenner

Die Degrowth-Bewegung ist recht heterogen in ihren Ausdrucksformen, ihren politischen Standpunkten und ihrer sozialen Zusammensetzung. Dies ändert jedoch überhaupt nichts an der Tatsache, dass es in ihr durchaus verbindende und vereinheitlichende Elemente gibt – und zwar Elemente, die es geboten machen, die Bewegung in toto zu kritisieren. Der Kardinalfehler der gesamten Bewegung besteht in ­ihrer Überhöhung des »Wachstums« zum Inbegriff aller Übel, zum scheinbar letzten Grund gesellschaftlicher Prozesse und somit auch zum Hebelpunkt einer qualitativen politischen Veränderung. Dies ist aus mehreren Gründen falsch.

5. Beware of floating signifiers

Zunächst: Der Begriff des »Wachstums« sagt nichts aus – und er sagt gerade deshalb nichts aus, weil er alle Phänomene mit der einfachen Zauberformel vom Wachstum bannen möchte. Das Bruttoinlandsprodukt wächst, die Produk­tion wächst, der Konsum wächst. Der Energieverbrauch »explodiert« sogar, während Profite und Schulden wachsen, genauso wie Ansprüche, Bedürfnisse und alltägliche Maßvorstellungen. Märkte werden immer größer, Produktionsketten und Transportwege immer länger und gleichzeitig wachsen Stress und Reizüberflutung, Zeitnotstand, Beschleunigung und vieles mehr. Es handelt sich hier um einen Versuch, disparate Aspekte des gesellschaftlichen Lebens um den schillernd-bildhaften Begriff des »Wachstums« assoziativ zu gruppieren, um den Versuch, Komplexität durch trübe Analo­gien zu reduzieren und überall semantische Verbindungen herzustellen, die dann für objektive ausgegeben werden. Ein solches Verfahren erhellt jedoch weder die verschiedenen Phänomene in ihrer Spezifik, noch ihren Zusammenhang untereinander. An die Stelle einer differenzierenden theoretischen Arbeit des Begriffs, die die Phänomene in ihrer besonderen Stellung in der konkreten Totalität der gesellschaftlichen Gesamttätigkeit erfasst, tritt die Platitüde, dass eben alles irgendwie wächst. An die Stelle der Erklärung von Zusammenhängen tritt die Herausstellung formaler Ähnlichkeiten unterschiedlichster Phänomene.

6. Die Welt als Wille und Vorstellung

Wo die Chiffre mehr als ein Passepartout für all das sein soll, was in unserer »Kultur des Wachstums« so schief läuft, wo also den Gründen für das allseitige Wachstum auf den Grund gegangen werden soll, wird es schnell zirkulär und banal. Der Grund für das allseitige Wachstum sei das sogenannte »Wachstumsparadigma«, das wiederum deshalb so zäh sei, weil wir uns an das Wachstum gewöhnt hätten. Der aus der Wissenschaftstheorie entlehnte Begriff des Paradigmas ist dabei kaum mehr als die ­bildungssprachlich frisierte Version der trivialen Phrase vom »Wachstumsdenken«, die in Publikationen der Degrowth-Gemeinde allen Ernstes als Frucht tiefen Nachdenkens über den Menschen unserer Zeit angepriesen wird. Ob »Denken« oder »Paradigma«: Beide Erklärungsformeln sind zutiefst idealistisch, indem sie das Denken, den Geist zur letzten Triebkraft der Gesellschaft erklären, während es – umgekehrt – die rastlose und hinter dem Rücken der Menschen sich naturwüchsig vollziehende Akkumulation des Kapitals ist, die den Subjekten das »Wachstumsdenken« als realitätsgerechte Denkform aufzwingt. Während die Rede vom Paradigma aber immerhin noch – analog zum »Wissenschaftsparadigma« – auf institutionalisierte Normen des Denkens verweist, zielt die hausbackene Rede vom frei flottierenden »Wachstumsdenken« darauf, die maßlosen Individuen mit ihren überzogenen Ansprüchen zum Ursprung der Misere zu erklären.

7. Same old, same old

Der Begriff des gesellschaftlichen Paradigmenwechsels suggeriert eine radikale sozialökonomische Veränderung – verstand doch Thomas S. Kuhn, der den Begriff prägte, darunter immerhin eine »wissenschaftliche Revolution«, etwa vom geo- zum heliozentrischen Weltbild. Und wäre nicht die »Sicherstellung eines guten Lebens für alle« (Degrowth-Konferenz Leipzig) tatsächlich ein revolutionärer Bruch mit allem bisher Dagewesenen? In der Popularität einer Bewegung wie Degrowth, die sich immerhin als prinzipielle Alternative zur bestehenden Gesellschaft versteht, schlägt sich die Verschärfung des Krisenbewusstseins in den vergangenen Jahren nieder. Der ungetrübte Glaube an die Bewältigung ökologischer und ökonomischer Krisen durch ein paar Subventionen für Windräder und die Regenerationskräfte des Marktes ist in den vergangenen Jahren in ganz Europa erodiert. Auf diesem Nährboden gedeiht die Rede von der großen »Wachstumswende«.

Tatsächlich bleibt aber auch in den radikaleren Postwachstums-Konzeptionen alles beim Alten. Keine der grundlegenden Kategorien der kapitalistischen Produktionsweise soll außer Kraft gesetzt werden. Keineswegs soll die Produktion gesellschaftlich geplant werden. Nach wie vor sollen die Produkte als Waren privat produziert und nachträglich über den Markt getauscht und gesellschaftlich vermittelt werden. Die Trennung der Produzenten von den Produktionsmitteln, historische Grundvoraussetzung und permanent reproduziertes Resultat der kapitalistischen Ausbeutung, wird nicht angekratzt: Die Klassenherrschaft der Bourgeoisie muss also keine Schrumpfung befürchten. Schließlich wird man auch vergeblich nach einer Kritik des Staats suchen, die diesen als die waffenstarrende Schutzmacht und Or­ganisator der Herrschaft des nationalen Gesamtkapitals, als Moderator der Konkurrenzkämpfe der Einzelkapitalien und schließlich als Hort einer illusorischen Gemeinschaftlichkeit in einer Welt gesellschaftlicher Trennungen begreift. Dass ein Paradigmenwechsel, der so moderat mit der bestehenden Eigentumsordnung umspringt, von deren Repräsentanten und Lautsprechern hofiert wird (man sehe sich die Liste mitwirkender Organisationen auf der Homepage der Leipziger Postwachstums-Konferenz 2014 an), ist ganz folgerichtig, denn Degrowth ist etwa so radikal wie ein Evangelischer Kirchentag.

8. Moral und Politik

Im Umfeld von Degrowth blühen Lebensreform, Selbstmanagement-Strategien und ein politischer Existentialismus des Verzichts, der das eigene Leben zur Werbefläche für eine andere, nachhaltige Existenzweise im falschen Ganzen verklärt. Der damit einhergehende asketische Dünkel erlaubt einen erheblichen Distinktionsgewinn, so wie die kontrollierte und tugendhafte Optimierung des eigenen Lebensstils in einer unsicheren und verworfenen Außenwelt Halt zu geben vermag. Die vorderhand zur Schau gestellte Demut lässt jedoch ein Klima des Verdachts entstehen, in dem diejenigen zur Raison gebracht werden, die nicht in der Lage oder nicht willens sind, sich dem Lebensstil der geistig-moralischen Elite anzupassen. Eine individualistische Konsumkritik führt notwendig zur Entsolidarisierung unter den Lohnabhängigen und ist somit ein Teil des Problems und nicht dessen Lösung. Die vorauseilende individuelle Anpassung an ein gesellschaftlich opportunes Bedürfnisniveau ist dabei eine zeitgenössische, nämlich »selbstverwaltete« Zügelung der Subjekte für die Anforderungen eines auf Austerität gepolten Krisenregimes. Merkwürdigerweise ist die herrschende Klasse in ganz Europa gleichzeitig mit der Postwachstumsbewegung auf die Idee verfallen, dass »wir alle viel zu lange über unsere Verhältnisse gelebt haben«, und hat in Ländern wie Griechenland und Spanien bereits mit der Schrumpfung begonnen. Die Wachstumskritiker mögen noch so sehr zetern, dass sie gute Menschen sind, sie mögen sich noch so sehr einbilden, dass ihr im Namen der Natur geleisteter Verzicht dieser am Ende auch zugute komme: Tatsächlich ist die selbstauferlegte Mäßigung des Proletariats die beste Voraussetzung für die Verewigung der Kapitalverwertung, die alles verwüsten wird, was sich dem Gesetz der Profitmaximierung in den Weg stellt.

9. Das linke Luftschloss »Bedingungsloses Grundeinkommen«

Bei diesen Ausführungen zum grünen Wertkonservativismus sehen wir die Leute vom linken Rand der Degrowth-Bewegung lebhaft vor uns, wie sie eifrig mit nach oben gestreckten Armen wedeln, um uns Zustimmung zu signa­lisieren. Sobald ihnen das Wort erteilt wird, schwärmen sie uns von ihren politischen Ideen vor, die eigentlich auf das gleiche hinausliefen wie der olle Marxismus, nur in schick und neu und ohne Dogmatik: konviviale Technologien, gift economy und was da nicht alles aus der Wundertüte der Schrumpfansätze purzelt. Um die Beschränktheit dieser linken Wachstumskritik zu illustrieren, bietet sich ein Blick auf das vielleicht beliebteste Konzept des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) an.

Das BGE ist eines der Feigenblätter der antikapitalistisch gesinnten Wachstumskritiker, da es dem Anspruch nach die Form der Lohnarbeit angreift und die Arbeit vom kapitalistischen Verwertungszwang befreit. Das Recht auf ein BGE kommt als genialer Einfall eines radi­kalen und gleichzeitig realistischen Reformismus daher, als Forderung, deren Realisierung die gesellschaftlichen Beziehungen grundlegend umgestalten würde und die alle zufriedenstellt. Die propagierte Garantie einer materiellen Grundversorgung muss aber von irgendjemandem erarbeitet werden und die gesellschaftliche Produktivkraft, die ihre Gewährung für einige erlaubt, liegt nicht in den Tätigkeiten und Kooperationen von selbständigen Kerzendrehern und kritischen Sozialwissenschaftlern begründet, sondern in der großen Industrie. Diese steht unter dem Kommando des Kapitals und solange das der Fall ist, wird die Bereitstellung der materiellen Grundversorgung mit einem gewaltigen sozialen Preis erkauft sein. Denn die Lebens- und Arbeitsbedingungen, unter denen die scheinbar einfach vorhandene materielle Grundversorgung tagtäglich produziert wird, sind beschissen. Die Selbstverwirk­lichung einiger mit ihrem BGE setzt voraus, dass andere der Despotie der Fabrik und der Büros unterworfen bleiben. Wie sollte es auch anders sein – vom kapitalistischen Privateigentum an den Produktionsmitteln soll ja nicht gesprochen werden. Über die sozialatomistische Form des Lohneinkommens geht auch das Grundeinkommen nicht hinaus, nur bitte ohne Lohnarbeit – die sollen doch lieber die anderen machen.

Kapitalistisches Privateigentum bedeutet verallgemeinerte Warenproduktion, Marktwirtschaft und damit Regulation über Konkurrenz, Angebot und Nachfrage. Pleiten, Pech und Pannen sind die logische Konsequenz aus solchen Verhältnissen. Der Staat, der die Auszahlung des BGE in die Hände nehmen soll, ist selbst nicht bedingungslos. Er lebt von den Steuern, die vor allem die Lohnarbeitenden zahlen müssen und die auch nur dann ausreichend fließen, wenn die Wirtschaft brummt. Der Staat, dessen wesentlichste Funktion es immer bleiben wird, als ideeller Gesamtkapitalist und Gesellschaftsplaner die allgemeinen Reproduktionsbedingungen des Kapitals zu garantieren, nimmt die Steuern eines Teils der Lohnabhängigen und lässt sie einem anderen Teil der selben Klasse als Gnadenbrot zuteilwerden. Das ist die famose Alchemie radikalreformistischer »Umverteilung«, durch die die Trennung von erwerbstätigen und erwerbslosen Lohnabhängigen weiter verschärft wird. Auch wenn von seinen libertären Anhängerinnen gerne das Gegenteil behauptet wird, bleibt das BGE-Proletariat in derselben vereinzelten und ohnmächtigen Staatsunmittelbarkeit befangen wie heute die Hartz-IV-Empfänger. Das BGE zehrt somit von der kapitalistischen Entfremdung, ohne es wahrhaben zu wollen. Die Vision eines Grundeinkommens ist notwendig partikularistisch und das Gegenteil von Solidarität, ein Konzept, das überhaupt nicht in der Lage ist, eine gesellschaftliche Alternative jenseits von Privateigentum und Konkurrenz aufzuzeigen.

Das Kapital und die mit ihm gesetzten Trennungen sind immer die Schranke, und zwar auch für diejenigen, die ein BGE erhielten. Die Rede von den »frei gewählten Tätigkeiten« jenseits des Zwangs zur Lohnarbeit ist eine Schimäre, denn zur Ausübung einer Tätigkeit bedarf es mehr als nur der subjektiven Lust dazu. Für viele »Tätigkeiten« in hochentwickelten Ländern sind gegenständliche Arbeitsbedingungen erforderlich, deren Anschaffung unendlich viel mehr erfordert als die spärlichen Geldmittel, die ein Grundeinkommen bietet. Sollte ein Bezieher von BGE ausnahmsweise einmal keine Lust auf die Tätigkeiten des Yogalehrers oder Kleingärtners haben, sondern mal als Industriemechaniker, der ein Bearbeitungszentrum programmiert und bedient, »tätig« sein wollen, dann könnte er das nach wie vor nur, wenn das Kapital ihn nachfragt. Alle wesentlichen Produktionsmittel und somit auch die objektiven Bedingungen der meisten Tätigkeiten sind in dieser Gesellschaft in den Händen einer kleinen Minderheit von Kapitalisten konzentriert – die »freie Wahl der Tätigkeiten« ist daher ohne eine Enteignung der Enteigner eine so­zialromantische Illusion. Wer es mit der Forderung nach einem freien und selbstbestimmten Leben ernst meint, muss die Aneignung der gesellschaftlichen Produktivkraft ins Zentrum seines Programms stellen. Das bedeutet zwangsläufig: die Herrschaft des kapitalistischen Privateigentums angreifen und es in genossenschaftliche Produktion aufheben.

10. Gesundschrumpfung

Das Kerngeschäft bürgerlicher Ideologie besteht bekanntlich im Nachweis, dass gesellschaftliche Produktion identisch mit der vom Kapital veranstalteten Produktion und Vergesellschaftung nur über Marktvermittlung und die staatliche Disziplinierung der Individuen möglich sei. Ein Grundzug dieser Mythologie besteht in der Verwandlung von Geschichte in Natur. Wie die bürgerliche Ordnung auf der Natur des Menschen gründen soll, so ist sie selbst noch ein Stück Natur, zu dem also auch ein »gesundes Wachstum« gehört. Die euphemistischen und darum legitimatorischen Züge der Rede vom gesunden Wachstum liegen freilich auf der Hand. Krisen und Katastrophen, Rezessionen und Wirtschaftskriege – im idyllischen Bild des mit gleichmütiger Notwendigkeit sich vollziehenden Wachstums sind die katastrophischen Folgen der kapitalistischen Weltgeschichte sämtlich getilgt. Eine Kritik jedoch, die an die Stelle des gesunden Wachstums eine »Gesundschrumpfung« setzen möchte, bleibt völlig in der Vorstellungswelt von Flora und Fauna befangen. Sie beweist obendrein, dass es ihr nicht um Abschaffung des Kapitalismus, sondern um sorgenvolles Herumdoktern an dessen Gebrechen geht. Die Anhänger der Schrumpfung teilen die Begeisterung liberaler Wachstumsfreunde für die Naturalisierung gesellschaftlicher Verhältnisse, doch nehmen sie für sich in Anspruch, das Sprachbild stringent zu verwenden. So ist etwa für die Seite www.degrowth.ch der kleine Kapitalismus längst dem Jugendalter entwachsen, in dem ihm das Wachstum gut bekam. Auf seine Sturm-und-Drang-Phase sollen nun viele geruhsame Jahre der Reife folgen: »Der Begriff ›Wachstum‹ selbst ist der Biologie entlehnt, wobei dort niemand behaupten würde, eine Pflanze, ein Tier, eine Spezies kenne keine Grenzen des Wachstums. Irgendwann ist Reife angesagt, und das bewusste Gestalten ­einer reifen, physisch nicht wachsenden Wirtschaft ist der Job, dem sich Degrowth angenommen hat. Nichts kann ewig wachsen, so ungern der Mensch dies einsieht. Wir müssen uns der Natur anpassen.« Die ständige Polemik gegen die Fixierung auf Quantität, gegen die die Qualität ausgespielt wird, ändert nichts daran, dass Degrowth selbst sich gesellschaftliche Veränderung nur in den phantasielosen Kategorien von »mehr« oder »weniger« Kapitalismus vorstellen kann.

11. Ideologie der Postideologie

Vertreter der Postwachstumsbewegung legen größten Wert auf die unübersichtliche Vielfalt der Perspektiven, die in ihrer Bewegung friedlich sprießen und gedeihen. Wer zu wissen begehrt, wofür genau Degrowth denn nun einsteht, wird sich Bescheid sagen lassen müssen, dass sich das nicht so einfach bestimmen lasse. Die Dinge lägen durchaus nicht so einfach, wie der Fragende wahrscheinlich annehme oder aus eigener Verbohrtheit unterstelle; handle es sich doch bei Degrowth um eine geradezu tückisch komplexe Angelegenheit, um eine Bewegung (wobei das eigentlich schon wieder viel zu viel gesagt ist!), in der es, wenn man es recht bedenke, eigentlich so viele Ansichten wie Menschen gebe. Ein bunter Strauß kreativer Selbstdenker habe da zusammengefunden, Menschen, die keiner verstaubten Doktrin anhingen, sondern sich selbst ein Urteil zu bilden wüssten und daher mit der Schrumpfung je eigene, ganz individuelle Assoziationen verbänden. Ironischerweise offenbart gerade die Stereotypie, mit der Degrowth Originalität, Pluralität und Offenheit beschwört, etwas, das alle verbindet: Sie alle hängen einer Ideologie der Postideologie an.

Die Heterogenität von Degrowth ist somit keineswegs rein pragmatischen Gründen geschuldet, sie entsteht also nicht vornehmlich aus dem Zusammenschluss verschiedener, in sich klar konturierter Positionen zum Zweck einer größeren öffentlichen Wirksamkeit. Wenn derlei zweckrationale Rücksichtnahmen auch eine gewisse Rolle spielen mögen, so erklären sie doch nicht die Überhöhung von Vielfalt und Unverbindlichkeit zu politischen Werten an sich. Gerade in der kollektiven Feier einer sachlich entleerten Differenz um ihrer selbst willen entpuppt sich Degrowth deutlich als Kind des postmodernen Zeitgeists. Für diesen ist wohl weit weniger, wie andauernd behauptet, der ungebremste Fortschritts- und Wachstumsglaube charakteristisch, als vielmehr die nihi­listische Devise anything goes, die von der Bewegung in Reinform verkörpert wird. Wie die postmoderne Vergottung der Differenz in repressive Toleranz, also in eine verantwortungslose politische und ethische Gleichgültigkeit mündet, lässt sich gut am folgenden Statement der Leipziger Organisationsgruppe ablesen, das ohne Bedenken pars pro toto für den Geist der gesamten Bewegung genommen werden kann: »Alle Menschen der Organisationsgruppe distanzieren sich von Spielarten der Wachstumskritik, welche die Sicherstellung eines guten Lebens für alle nicht im Blick haben. Wir sind aber offen für eine Auseinandersetzung mit Vertreter_innen dieser Denkrichtung.« Der weltanschauliche Pluralismus ist entgegen der Auffassung seiner Anhänger auch nicht dazu in der Lage, die Individuen als vernunftbegabte Wesen wirklich zu ihrem Recht kommen zu lassen. Denn die Stilisierung der individuellen Meinungen zum notwendigen Ausdruck diverser partikularer Perspektiven und Identitäten erheischt zwar eine bedingungs­lose Anerkennung jener. Diese Immunisierung der Meinungen gegen Kritik von außen bedeutet jedoch zugleich ihre Entwertung, da solche Äußerungen aufgrund ihrer Verschmelzung mit der jeweils zufällig situierten Persönlichkeit gar keine allgemeine Geltung mehr für sich in Anspruch nehmen können – so verurteilt gerade die narzisstische Selbstüberhöhung das Individuum zur Nichtigkeit.

12. (Nicht) hinreichende und notwendige ­Bedingungen der Nachhaltigkeit

Die ökologischen Probleme sind nicht nur durch die kapitalistische Organisationsweise der gesellschaftlichen Reproduktion bedingt, sondern liegen auch in den destruktiven Potentialen industrieller Produktion im Allgemeinen. Ökologische Probleme erledigen sich daher nicht automatisch mit der kommunistischen Aufhebung des Kapitalverhältnisses. Verstanden als gesellschaftlich bewusste Produk­tionsweise umfasst der Kommunismus die doppelte Aufhebung des Privateigentums an den Produktionsmitteln. Das heißt: Aneignung der Produktionsmittel durch die Produzenten und die Organisation direkter und kooperativer Beziehungen zwischen den Betrieben sowie zwischen Betrieben und Konsumenten. Die kommunistische Bewegung muss sich die ökologische Kritik zu eigen machen, um Antworten auf die Frage zu entwickeln, wie eine kommunis­tische Zivilisation sich die gesellschaftlichen Produktivkräfte auf dem Niveau von Automatisierung und Massenproduktion aneignen kann, ohne den Planeten zu ruinieren. Eine kommunistische Perspektive ist nur dann auf der Höhe der objektiven ökologischen Probleme, wenn sie die vielfältigen ökologischen Probleme in den allgemeinen Maßgaben kommunistischer Produktion reflektiert, die gesellschaftlichen Produktivkräfte auch hinsichtlich ihrer ökologischen Potentiale und Gefahren analysiert und eine Revolutionierung des gesellschaftlichen Naturverhältnisses anstrebt. Diese Einsicht impliziert die Notwendigkeit einer Kritik des verdinglichten Begriffs der Produktivkraft von Sozialdemokratie und Leninismus, die jene umstandslos mit den handgreiflichen Gestalten ihrer Realisierung im kapi­talistischen Arbeits- und Verwertungsprozess identifizierte. Hierin liegt ein wichtiger Grund für deren Neigung zu einer allzu optimistischen Feier einer ungehemmten quantitativen Produktionssteigerung, die man etwa in den enthusiastischen Propagandafilmen des sowje­tischen Regisseurs Dziga Vertov dokumentiert findet.

Die Ökologiebewegung dagegen kann nur als eine kommunistische erfolgreich sein, sie muss entweder in der kommunistischen Bewegung aufgehoben werden oder scheitern. Naturzerstörung ist in dieser Produktionsweise ein Mittel in der Konkurrenz um die geringsten Produktionskosten. Und wer in der Konkurrenz nicht mithält, der kommt darin bloß noch schneller um als die anderen. Die Versuche der Ökologen, »die Umwelt zu retten«, ohne die Klassengesellschaft abzuschaffen, enden zwangsläufig beim Zurechtstutzen der ökologischen Forderungen auf die Verwertungsbedürfnisse des Kapitals – der Green New Deal lässt grüßen. Der Freundeskreis Weltcommunismus hat es einmal treffend auf den Punkt gebracht: Das Öko-Kamel wird niemals durch das Nadelöhr der Verwertung gehen – also muss das Nadelöhr weichen!

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h3>13. Unser Reichtum

Ökologische Kämpfe müssen ein Terrain der kommunistischen Auseinandersetzung heute sein. Sie zu unterstützen und sich das Bewusstsein über die ökologische Katastrophe anzueignen, ist notwendig – geht es doch um nicht weniger als die existentielle Bedingung der Möglichkeit nicht nur kommunistischer, sondern von Gesellschaft überhaupt. Die Aufgabe wäre es zu erklären, warum und wie diese destruktive Dynamik in der Produktionsweise begründet ist. Die kommunistische Position ist durch eine systematische Kritik des Ökoreformismus und die Ausarbeitung einer Strategie, in der sich ökologische Kämpfe mit den Kämpfen gegen die Privatisierung und für eine wirklich gesellschaftliche Daseinsvorsorge verbinden können, zu stärken.

Dafür wäre es grundlegend, sich des falschen Gegensatzes von Konsumismus auf der einen und Verzichtsethik auf der anderen Seite zu entschlagen. Stattdessen muss ein Begriff von Reichtum entfaltet werden, in dessen Zentrum die Vorstellung disponibler Zeit zur freien und allseitigen Entwicklung der Persönlichkeit im Umgang mit der ganzen Fülle des natürlichen und gesellschaftlichen Reichtums steht. Eine pseudohedonistische Identifikation von Reichtum mit dem individuellen Kauf einer möglichst großen Quantität von Luxuswaren in der sogenannten Freizeit ist ebenso zurückzuweisen wie eine verlogene Spiritualisierung des Reichtums, die meint, das grobmaterialistische Haben durch zwischenmenschliche Wärme, inneren Frieden und ähnlich besinnliche Phrasen einfach unterschlagen zu können. Ohne die Überwindung des kapitalistischen Privateigentums wird der von der Wachstumskritik gern proklamierte »Zeitwohlstand« mit materieller Armut Hand in Hand gehen. Denn solange der stoffliche Reichtum in Warenform gebannt ist, wird mehr Zeit für »die wichtigen Dinge im Leben« nur haben, wer bereit ist, sich als sinnlich-gegenständliches Wesen zurückzunehmen. Das radikale Bedürfnis nach einem qualitativen Reichtum erfährt in der Form einer individualistischen Lebenskunst eine einseitige Scheinlösung, die die Trennung des Menschen von der Warenwelt nicht aufhebt, sondern nur im sattsam bekannten Modus der Verinnerlichung verleugnet.

Dagegen ist es notwendig zu betonen, dass die materielle Grundlage für eine neue Form des Reichtums in der gesellschaftlichen Kontrolle der großen Industrie, in der Automatisierung der Produktion und der daraus resultierenden Reduktion der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit zur Befriedigung mannigfaltiger materieller Bedürfnisse der Menschen längst besteht. Die Freisetzung disponibler Zeit ist ein Potential, das in der Entfaltung der Produktivkraft der Arbeit in ihrer kapitalistischen Form beschlossen liegt, das aber nur durch die Aufhebung dieser kapitalistischen Form verwirklicht werden kann.

Der Text beruht auf der Broschüre »16 Thesen zur Degrowth-Bewegung«, die unter http://www.translibleipzig.wordpress.com vollständig einsehbar ist. Dort sind auch weitere Materialien zur Kritik an der Postwachstumsbewegung zu finden.

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