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Deutsches Haus #05

Deutsches Haus #05

Die Mittelbayerische Zeitung berichtete am 27. Januar über die Entwicklung antisemitischer Straftaten in Bayern in den vergangenen zwei Jahren. Demnach wurden 2016 insgesamt 176 und 2015 132 judenfeindliche Straftaten dokumentiert. Dies entspricht einem Zuwachs um 33 Prozent. Davon konnten mehr als 162 Fälle der rechtsextremen Szene in Bayern zugeordnet werden. Wie der Bayerische Rundfunk am 26. Januar auf seiner Website berichtete, erhielt eine pensionierte Lehrerin wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in sieben Fällen einen Strafbefehl über 150 Tagessätze. Die Frau hatte 2016 Hetzpostkarten an den Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, die Jüdische Gemeinde Regensburg und den Wenzenbacher Bürgermeister Sebastian Koch (SPD) verschickt. Am 25. Januar berichteten die Potsdamer Neuesten Nachrichten von mehr als 30 Plakaten mit fremdenfeindlichem Motiv, die Unbekannte an verschiedenen Objekten wie Stromkästen, Laternen und Containern in Werder an der Havel (Brandenburg) angebracht hatten. Auf den Plakaten ist ein brennender Fernsehturm zu sehen, der von mehreren Minaretten umgeben ist. Davor ist ein Menschenzug in Verbindung mit einem Stoppschild und den deutschen Nationalfarben abgebildet. Da die Herkunft der Plakate noch nicht geklärt werden konnte, bittet die Stadt Werder um Hinweise. Der MDR berichtete am 25. Januar über rassistisch motivierte Angriffe auf geflüchtete Kinder bis 16 Jahre, die der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e. V. erfasst. Die Opferberatungsstellen in Ostdeutschland einschließlich Berlin registrierten 2016 insgesamt 242 Gewalttaten, die sich gegen Flüchtlingskinder richteten. Dies entspricht einem Zuwachs von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Opferberatungsstelle Thüringen zufolge hat die Zahl der Angriffe damit einen Höhepunkt erreicht, zugleich wird die sinkende Hemmschwelle der Täter deutlich. Die Berliner Zeitung berichtete am 25. Januar über fremdenfeindliche Parolen an der Hauswand eines Jugendclubs in Berlin-Altglienicke. Die Polizei bittet um Hinweise. Am 24. Januar berichtete die Thüringische Landeszeitung über die wachsende Zahl rassistischer Angriffe auf Schauspieler des Landestheaters Altenburg (Thüringen). So umringten mehrere junge Erwachsene ein Ensemblemitglied und beleidigten es. Andere beleidigten die Schauspieler wegen mangelnder Deutschkenntnisse. Mehrere Schauspieler haben bereits ihre Verträge wegen rassistischer Angriffe gekündigt. Die verbliebenen Schauspieler geben schon seit längerer Zeit keine Interviews mehr, um nicht noch weiter diffamiert zu werden. Nach Angaben des RBB ereigneten sich am Bahnhof von Bernau (Brandenburg) rassistisch motivierte Angriffe auf insgesamt drei somalische Flüchtlinge. Zwei Unbekannte prügelten am 23. Januar auf zwei 17jährige Somalier ein. Eine Woche zuvor hatte ein Unbekannter bereits einen 18jährigen Somalier attackiert. Keiner der Angegriffenen zog sich schwerwiegende Verletzungen zu.  fgh