Stefan Ripplinger:Sorry (2)
7. April 2008, 09.54 Uhr:

Sorry (2)

von Stefan Ripplinger

Letztes Aufglimmen des Humanismus, als Antikommunist und Stinkstiebel Ward Bond von John Ford gezwungen wird, sich bei seinem Pferd zu entschuldigen: »I’m sorry, horse.«

Kommentare

"Der Mensch fragt wohl einmal das Tier: warum redest du mir nicht von deinem Glücke und siehst mich nur an?" (Friedrich Nietzsche, Unzeitgemäße Betrachtungen, Kap. 1)

... oder von deinem Unglücke. In Turin umarmte Nietzsche ein Pferd, das ihm ein Bruder im Unglück zu sein schien. Bonds Pferd - ein "horse with no name" - schaut ihn tatsächlich so misstrauisch an, als ob es fürchtete, vor das Komitee gegen unamerikanische Aktivitäten gestellt zu werden.

Noch kurz zum Entstehen der Szene. Sie war im Drehbuch nicht geplant. Bond stürzte, beschimpfte das Pferd vor laufender Kamera. Ford dachte sich die Szene hinzu, dass Ben Johnson (im Hintergrund) Bond darüber aufklärt, nicht ein störrisches Pferd, sondern Treibsand habe zum Sturz geführt.

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