von Ivo Bozic
Und einer von ihnen wird nun gar Ministerpräsident in Sachsen. Es handelt sich um Stanislaw Tillich, dem die FTD in einem Portrait attestiert: »1987 schloss sich Tillich der Christlich Demokratischen Union (CDU) an, einer der vier Blockparteien im sozialistischen Regime, die weitgehend den Vorgaben der SED folgten, ohne wirklichen Einfluss zu besitzen. Tillich betätigte sich aktiv erst mit Beginn der politischen Wende in der DDR.«
Da sind wir aber beruhigt, dass er völlig unpolitisch war, als er in der Bockpartei Mitglied wurde, und dass diese Blockpartei keinen »wirklichen Einfluss« besaß. Derart von jeder Vergangenheit befreit, freuen sich nun also alle über den neuen CDU-Shootingstar, noch dazu weil er Vertreter einer so genannten Minderheit ist. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber ein schöner Anlass, noch mal an meinen Kommentar zum Thema Sorben-Quatsch vom September 2005 zu erinnern.
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