Stefan Ripplinger:Licht
10. Mai 2008, 08.17 Uhr:

Licht

von Stefan Ripplinger

Seit Griffith und Eisenstein die Nahaufnahme erfunden haben, ist es Konvention, dass der Protagonist im entscheidenden Moment riesig und strahlend erscheint. Nur bei Douglas Sirk ist es immer anders. Wenn es darauf ankommt, löscht er das Licht. Das ist in »Interlude« so, wenn sich das Liebespaar zum ersten Mal küsst, es ist in »There’s Always Tomorrow« so, wenn der Familienvater an seiner Familie verzweifelt, und selbstverständlich ist es in der berühmten Szene von »Magnificent Obsession« so, in der die Blinde gewahr wird, was es heißt, blind und auf immer blind zu sein, d.h. nie wieder zum Licht zu finden.

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