von Stefan Ripplinger
Befremdlich, kurz hintereinander erst einen US-amerikanischen, dann einen deutschen Film über das Altern zu sehen. Die Brüder Coen legen dieses Jahr bereits den zweiten zum Thema vor. Während jedoch in „Burn After Reading“ die in die Jahre gekommene Frau sich reihenweise Liebhaber nimmt und für ihre Schönheits-OPs über Leichen geht, was zwar kurios, aber sehr sympathisch erscheint, wird in Dresens „Wolke 9“ die geile Alte perhorresziert, die für ihre Wünsche die „Familie aufs Spiel setzt“ und die, wie kann es anders sein, den Gatten in den Selbstmord treibt. (Der Linda Litzke der Coens steht, das sei zugegeben, kein Ehemann im Weg. Da ist immerhin der väterliche Manager des Gymnastikstudios „Hardbodies“, der ihr beständig einflüstert, weshalb denn in die Ferne schweifen, wenn der Gute ist so nah? Aber, das ist wiederum der Unterschied, die Coens lassen die Linda nicht zur Vernunft und den Spießer nicht ans Ziel kommen. „Aren’t you the guy from the gym?“ „Yes. But I’m not representing ‚Hardbodies’ here.“ „I know. You’re representing the league of idiocy.“)
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