von Jörn Schulz
Viele Gegner Barack Obamas glauben, es sei der Fehler, auf den sie so lange gewartet haben. »Es überrascht nicht, dass sie verbittert werden, sich an Waffen oder die Religion klammern, an die Antipathie gegen Leute, die anders sind als sie, an Ressentiments gegen Migranten oder den Freihandel«, kommentierte Obama die Folgen der Entindustrialisierung in Pennsylvania. Dort hält sich die Aufregung in Grenzen, stellte USA Today fest: »Selbst konservative Republikaner konnten nicht die Empörung über Obamas Bemerkungen aufbringen, die Clintons Unterstützer ausdrückten.« Überdies dokumentierte die Huffington Post
Bemerkungen Hillary Clintons aus dem Jahr 1995 über die weißen Arbeiter in den Südstaaten, denen ihr Gatte Bill »nichts schulde«, weil sie ihn ohnehin nicht wählen würden: »Screw ’em« – was sowohl »Fick sie« als auch »Bescheiße sie« bedeuten kann.
Dennoch könnte die Bemerkung Obama schaden, denn sie verstößt gegen gleich drei Tabus des Establishments. Sie kommt einer Charakterisierung der USA als einer Klassengesellschaft gefährlich nahe. Sie stellt die Religiösität in einen soziologischen Kontext. Verbittert zu sein gilt überdies als, nun ja, früher hätte man wohl »unamerikanisch« gesagt. Denn ein Amerikaner ist immer optimistisch. »Wir in Amerika geben nie auf«, sagte Clinton. Außer vielleicht im Irak.
Sie müssen angemeldet sein, um Blogbeiträge kommentieren zu können. Falls Sie noch kein Passwort für jungle-world.com haben, müssen Sie sich zuerst registrieren, bevor Sie sich anmelden können.
Hilft sofortvon Stefan Ripplinger
War on Youthvon Jörn Schulz
Talk Talk Talkvon Ivo Bozic
Triplevon Maik Söhler
Gysi und Anti-Gysisvon Ivo Bozic