von Ivo Bozic
Im April hatten wir ein Interview mit Mohamed Mouha, dem Sprecher der berberisch-jüdischen Freundschaftsorganisation „Mémoire Collective“ aus Marokko geführt. Darin berichtete er von den Repressalien gegen ihn und seine Organisation. Nun ist der Mann schon zum zweiten Mal innerhalb von einem Monat von Auftragsschlägern zusammengeschlagen worden. Hier die Dokumentation einer Presserklärung:
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Marokko: Berber-Jewish-Friendship-Organisation Mémoire Collective bereitet in Kooperation mit anderen Organisationen internationales Sommerfestival in Al Hoceima vor. Der marokkanische Staat versucht das mit allen Mitteln zu verhindern.
Die im Februar diesen Jahres gegründeten Berber-Jewish-Friendship-Organisation Mémoire Collective bereitet in Kooperation mit anderen Organisationen für diesen Sommer vom 20. Juli bis 30. August 2008 ein internationales Festival in der nord-marokkanischen Hafenstadt Al Hoceima vor. Ein Bestandteil des Festivals sind mehrere kleinere Kolloquien zu Themen wie Rechte des Individuums, Homophobie und Antisemitismus. Der marokkanische Staat versucht dies zu verhindern.
Mohamed Mouha (Präsident von Mémoire Collective) wurde Anfang dieses Jahres als Festivalpräsident vom marokkanischen Staat eingesetzt. Seit der Gründung von Mémoire Collective im Februar 2008 versuchen nun verschiedene hochrangige Vertreter des marokkanischen Staates gegen Mohamed Mouha und Mémoire Collective vorzugehen. Verschiedene islamistische und pan-arabistische Parteien und Organisationen verbreiteten Aufrufe zur Gewalt gegen die Mitglieder von Mémoire Collective und hetzten antisemitisch gegen die Organisation. Trotz der Versuche des Staates das Festival und die Kolloquien zu verhindern, arbeitet Mémoire Collective in Kooperation mit anderen Organisationen an der Durchführung des Festivals. Personen aus der neuen Königspartei um den ehemaligen Innenminister Fouad Ali El Himma organisieren nun Gegenfestivals, u.a. die Organisation ARID und der Präsident von Marroc Telecom Abdeslam Ahizoune, und versuchen Künstler und Personen, die mit Mémoire Collective sympathisieren und bei dem Festival auftreten wollen durch hohe Geldbeträge zu kaufen. Die Nutzung von Räumlichkeiten - speziell für die Kolloquien - wird bislang vom marokkanischen Staat verwehrt. Zwei Tage vor dem Besuch des marokkanischen Königs am 18. Juli in Al Hoceima ist Mohamed Mouha, Präsident von Mémoire Collective, nun bereits zum zweiten Mal innerhalb von einem Monat von Auftragsschlägern zusammengeschlagen worden.
Für Solidaritätsadressen und zur Unterstützung von Mémoire Collective können Sie sich in Spanisch, Französisch und Arabisch an den Präsidenten von Mémoire Collective Mohamed Mouha wenden:
e-Mail: mouharif@yahoo.es
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