von Stefan Ripplinger
Dunkel, sehr dunkel erinnere ich mich an einen Peterhandkefilm, in dem Jeanne Moreau oder eine, die aussieht wie Jeanne Moreau, Le Monde liest und Handke selbst oder einer, der sich benimmt wie Peter Handke, lacht: „Le monde!“ Das soll also die Welt sein, eine Zeitung. Dabei ist die Welt das, was nicht in der Zeitung steht. Allerdings lässt ein Zeitungstitel mit „Welt“ durchaus offen, ob alles oder nicht viel damit gemeint ist, das Ganze oder das Teilchen eines Teilchens. Was bezeichnet z.B. Jungle World, „the jungle out there“ oder einen Biotop in der Bergmannstraße? Oder beides? Das Wort „Welt“ jedenfalls scheint häufig dann zum Einsatz zu kommen, wenn das, was bislang eher eindimensional erschien und wenig beachtet worden ist, anzeigen will, ganze Epen könnten über es geschrieben werden. Das leider diesen Monat eingestellte Weltarchiv hat mit „Die Welt der Haustüren“, „Intim-World“, „Fenster-World“, „Waffel-Welt“, „Waschwelt“, „Hundewelt“, „Antipasti-Welt“, „Bäder-Welt“ und etlichen weiteren Welten Belege für die alte Auffassung geliefert, die Welt könne weder vom Adler noch vom Astronauten mit einem Blick erfasst werden, aber dass es, kaum schaut einer durchs Mikroskop, von Welten wimmelt.
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