von Stefan Ripplinger
Vorübergehende Affektisolierung nach dem Anschauen aufwühlender Filme: Als nach einer Aufführung von „Black Hawk Down“ am Potsdamer Platz ein Auto heftig scheppernd in ein anderes fuhr und alle Touristen und Geschäftsleute vor Schreck erstarrten, lächelten wir nur und liefen weiter. Was soll sein? Dasselbe heute Nacht, ich hatte gerade „Family Plot“ von Hitchcock gesehen, als ein Auto ins Haus krachte, Polizisten mit gezogenen Pistolen sich dem rauchenden Wrack näherten und „Hinlegen! Hinlegen!“ brüllten. Ich fragte mich lediglich, wie der Fahrer sich wohl auf einem Fahrersitz hinlegen sollte, und ging zu Bett.

("BZ", 12. VIII. 2008)
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