Stefan Ripplinger:Nach dem Film
11. August 2008, 12.18 Uhr:

Nach dem Film

von Stefan Ripplinger

Vorübergehende Affektisolierung nach dem Anschauen aufwühlender Filme: Als nach einer Aufführung von „Black Hawk Down“ am Potsdamer Platz ein Auto heftig scheppernd in ein anderes fuhr und alle Touristen und Geschäftsleute vor Schreck erstarrten, lächelten wir nur und liefen weiter. Was soll sein? Dasselbe heute Nacht, ich hatte gerade „Family Plot“ von Hitchcock gesehen, als ein Auto ins Haus krachte, Polizisten mit gezogenen Pistolen sich dem rauchenden Wrack näherten und „Hinlegen! Hinlegen!“ brüllten. Ich fragte mich lediglich, wie der Fahrer sich wohl auf einem Fahrersitz hinlegen sollte, und ging zu Bett.

("BZ", 12. VIII. 2008)

Kommentare

Ich find's bezeichnend, dass in dem Artikel steht, dass der Fahrer "Deutsch-Pole" sei. Was tut das zur Sache?
Darf man erfahren, was das für eine Zeitung ist?

Siehe oben. Die Information, welche Vorfahren der Mann hatte, ist überflüssig, dafür fehlt die wichtigere, dass die Polizisten mit ihren Pistolen herumfuchtelten und eine unsinnige Anweisung brüllten, als hätte der arme Kerl etwas anderes in der Hand gehalten als das Steuer und vielleicht sein halbes Hähnchen.

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