Jörn Schulz:Die Fratze der Dämonen
26. August 2008, 17.49 Uhr:

Die Fratze der Dämonen

von Jörn Schulz

Nein, Herr Huber, so können Sie ihr Einparteienregime in Bayern nicht retten. Etwas mehr Schwung müssen Sie schon in den Laden bringen. Die Idee, als Ritter in schimmernder Rüstung dem bolschewistischen Ungeheuer tapfer die Stirn zu bieten, ist ja gar nicht so schlecht. Aber es fehlt einfach der Elan.

„Wenn es sein muss, dann führen wir einen politischen Kreuzzug gegen die Partei von Oskar Lafontaine.“ Einen Kreuzzug führt man nicht, wenn es sein muss, man führt ihn, weil Gott es so will. Wenn Papst Urban II. im Jahre 1095 so lustlos an die Sache herangegangen wäre, hätten die tapferen Gotteskrieger niemals die Muslime und Juden in Jerusalem mit der Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus bekannt gemacht. Ihr Kollege Peter Ramsauer hat es schon besser drauf: „Die wahre Fratze der Linken ist noch nicht hinreichend dargestellt.“ Er will diesen „Dämon der Politik“ aus der bayerischen Parteienlandschaft vertreiben. Wahre Fratze! Dämon! Da riecht man den Schwefel, da verspürt der wahre Gläubige den Drang, zum Schwert zu greifen, um der ganzen gottlosen Brut…

Aber Sie, Herr Huber, halten es wohl eher mit Günther Beckstein, der meint, die Linkspartei sei „ein massives Thema.“ Doch mit massiven Themen werden Sie das bolschewistische Ungeheuer, das unseren hart erarbeiteten Wohlstand verschlingen und die Werte des Abendlandes im Gulag einsperren will, nicht erschlagen können.

Kommentare

Gerade der Herr Ramsauer hats nötig. Schleimte er doch kürzlich noch in Teheran um die Mullahs herum und beruhigte sie: "In der Wirtschaftsgeschichte ist es nur ganz selten gelungen, mit Sanktionen ein Land in die Knie zu zwingen – und das wird auch bei Ihrem Land so sein". Zumindest die geplante Teheran-Reise konnte die Linkspartei ihrem Lafontaine noch ausreden, in der CSU fandens hingegen alle klasse, dass Ramsauer dort Trost und Zuspruch spendete.
Eigentlich passen Lafontaines und Ramsauers Fratze doch bestens zusammen!

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