Kaffeekollektiv Aroma Zapatista
  • »80 Prozent aller Beschäftigten haben noch nie gestreikt«

    Auch an diesem 1. Mai blieb die Revolution aus, aber immerhin hat die Zahl der Arbeitskämpfe in Deutschland zugenommen. Am 27. Februar hat das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung eine Arbeitskampfbilanz für das Jahr 2012 vorgelegt. Die Jungle World sprach mit dem Tarifexperten Heiner Dribbusch, dem Autor der Bilanz, über das gegenwärtige deutsche und globale Streikgeschehen.

  • »Leugnen schützt die Mörder von damals«

    In Guatemala ist das Gerichtsverfahren gegen den ehemaligen Diktator Efraín Ríos Montt (Jungle World 15/2013), dem Genozid an der indigenen Bevölkerung vorgeworfen wird, vorläufig abgebrochen worden. Eine politische Entscheidung, so scheint es. Erstmals hatte die indigene Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú den Genozid im Jahr 1999 vor den Nationalen Gerichtshof in Madrid gebracht. So bekannt die Menschenrechtsverteidigerin interna­tional ist, gilt sie im eigenen Land zumeist als »Verräterin«, die Guatemala vor den Vereinten Nationen in Verruf gebracht habe. Die Jungle World sprach mit ihr über die Bedeutung des Gerichtsverfahrens für die Aufarbeitung der Vergangenheit in Guatemala und die möglichen Verstrickungen des gegenwärtigen Präsidenten, Otto Pérez Molina, in die Verbrechen von damals.

  • »Sie war einfach zu früh«

    Am 26. April wird in Berlin zum neunten Mal der Deutsche Filmpreis Lola vergeben. In sechs Kategorien nominiert ist der Spielfilm »Hannah Arendt« von Margarethe von Trotta (Regie) und Bettina Brokemper (Produktion). Brokemper studierte Ende der neunziger Jahre an der HFF München und ist seitdem national und international als Produzentin tätig. Hannah Arendts Buch »Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen« über den Eichmann-Prozess 1961 erntete in Israel, aber auch den USA und Deutschland, viel Kritik, da sie unter anderem Eichmann als Schreibtischtäter beschrieb, die Rolle der Judenräte bei der Vernichtung betonte und den Prozess mit einer Show verglich. Die Jungle World sprach mit Brokemper über den Film »Hannah Arendt« und die Reaktionen auf ihn in Israel nach dem dortigen Kinostart am 5. April.

  • »Es geht darum, nicht nur zu reagieren«

    Am 9. April hat die All-Ukrainische Vereinigung Swoboda (Freiheit), die 2012 als erste rechte Partei seit der Staatsgründung ins ukrainische Parlament gewählt worden ist, einen Gesetzentwurf eingebracht, der Schwangerschaftsabbruch unter Strafe stellen soll. Die feministisch-separatistische Initiative Feminist Ofenzyva bereitet nun eine Protestaktion für den 1. Mai vor. Gegründet wurde die Gruppe 2010 von 20 Frauen in Kiew. Die Jungle World sprach mit der 28jährigen Aktivistin Anna Khvyl über die Frauenbewegung in der Ukraine und postsowjetische Protestkultur.

  • »Hier herrscht Krieg gegen die Bauern«

    »Zona Urbana« steht auf Straßenschildern in ländlichen Gegenden Mittelamerikas, um eine nahe Siedlung anzukündigen. So nennt sich auch eine Reggaeton-Band aus Honduras. Die jungen Bandmitglieder kommen nicht aus dem städtischen Milieu, sondern aus Bauernfamilien, die in der Region Bajo Aguán um Land kämpfen. Dort spielt sich momentan der wohl blutigste Landkonflikt Mittelamerikas ab. In ihren Songtexten nehmen Zona Urbana Putschisten, Besitzer von Palmölplantagen und paramilitärische Gruppen aufs Korn. Die Musiker Wilmer Humberto, Edgar Aguilar und Harry Ornay sprachen mit der Jungle World über Militarisierung und Landgrabbing im Norden von Honduras.

  • »Jüdisches Leben ist quasi erloschen«

    Amir Ramses (33) ist Regisseur und Co-Produzent des Films »Jews of Egypt«. Der Film behandelt antijüdische Maßnahmen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Ägypten, wie die (Zwangs-)Aussiedlungen von Jüdinnen und Juden in den späten fünfziger Jahren, und dort bis heute herrschende antijüdische Einstellungen. Über drei Jahre dauerte die Filmproduktion, viele jüdische Zeitzeuginnen und -zeugen, die nach Europa ins Exil gegangen sind, kommen zu Wort. Nach der Freigabe durch das ägyptische Kulturministerium war kurz vor der Kinopremiere überraschend ein Verbot des Films erfolgt. Das wurde national und international kritisiert. Der Film wurde wieder frei­gegeben und lief Ende März an. Mit Ramses sprach die Jungle World in Kairo über antijüdische Propaganda und Zensur in Ägypten.

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