Schlüppis
Neues Deutschland wird 70
Kürzliche Beiträge
15. April 2016, 15.57 Uhr:

Aus der Geschichte lernen

von Bernd Beier

Gastbeitrag von Thorsten Fuchshuber

Wie erklärt der oberste Dienstherr der belgischen Polizei der Öffentlichkeit, weshalb sich Salah Abdeslam und Co., die jihadistischen Attentäter von Paris und Brüssel, mitten in Brüssel so lange erfolgreich der Verhaftung entziehen konnten? Er vergleiche das oft mit den Juden, die im Zweiten Weltkrieg Unterstützung in der belgischen Hauptstadt gefunden hätten, so Innenminister Jan Jambon von der nationalkonservativen flämischen N-VA: „Juden haben es über vier Jahre hinweg geschafft, sich zu verstecken, obwohl ein schreckliches Regime sie unablässig aufzuspüren versucht hat.“ Aha.
Es ist eben alles eine Frage der Perspektive. Schon kurz nach seinem Amtsantritt im Herbst 2014 hatte Jambon erklärt, auch die flämischen Nazi-Kollaborateure hätten „ihre Gründe gehabt“.

13. April 2016, 14.10 Uhr:

And the winners are...

von Jungle World

In unserer letzten Ausgabe hatten wir ein Schmähgedicht-Contest ausgerufen. An dieser Stelle möchten wir uns bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, herzlich bedanken für die Einsendungen.

Hier, wie versprochen, unsere Top drei:

Was du nicht willst, das man dir tu
Von Susannah Winter

In der Türkei am Bosporus
Da lebt ein kleiner Mann
Der allzu gern ein Großer wär‘
Man nennt ihn Erdogan
Der strebt nach Einfluss und nach Macht
Weltweit, auch hierzuland‘
Und als dies noch unmöglich schien
Spielt Krieg ihm in die Hand
Die engen Bande zum IS
Sie zahlen sich nun aus
Man zahlt Milliarden, man hofiert
Den Demokraten-Graus
Denn Deutschland gilt auf dieser Welt
Nur eines als gefährlich
Das ist der dunkle, fremde Mann
Und seien wir mal ehrlich:
Wer braucht schon dieses Arbeitsvieh
Wo Billiglöhner schuften
Wo Sklaverei verboten ist
Soll das Pack verduften.
Da lässt man Kohle, Wert, Humor
Auf dass man sich verbündet
Vorbei ist’s mit dem freien Land
Das Kemal einst begründet
Und doch soll dieser Freiheitsfeind
Europas Partner sein
Er, der die Presse, Frauen, hasst
Wo, frag ich, bleibt das „Nein“?
Wo sind sie hin die hohlen Phrasen
Die viel beschwor’nen Werte?
Reicht eine Krise, deutsche Angst
Für unmenschliche Härte?
Da wird Satire abgeschafft,
verging uns eh, das Lachen
In einig Merkel-Phrasenland
Gilt’s Grenzen zu bewachen
Nun wagen wir gemeinsam mal
Den Blick Richtung Türkei
Und sollten fragen, bitteschön:
Was ist denn da noch „frei“?
Ist dies der Weg, den wir beschreiten
Ist das der Wert der „Ruh‘“?
Dann ist was kommt mehr als verdient
Was du nicht willst, das man dir tu

Anti-Schmäh
Von Emma Eisenberg

Erdogan, du cooler Rächer,
bist nicht nur ein geiler Stecher.
Bist auch gerecht und klug und stark,
alle Andern sind doch Quark.
Putin, Chuck Norris, Gerhard Schröder,
imitieren dich nur schnöder.
Und der fiesen Lügenpresse gibst selbstbewusst du auf die Fresse.
Für Böhmermann und Extra3 hältst du in Imrali ein Plätzchen frei.
Frauen, Kurden, Journalisten, schlimmer sind nur Atheisten.
Alle gehen dir auf die Nerven,
wollen sich nicht unterwerfen.
Dein Pups der riecht wie junger Flieder,
das beton ich immer wieder.
Ich bin dein Fan- Du bist mein Held der türkischste der ganzen Welt!

Krawattenmann
Von Bastian Krondorfer

Erdogan, Erdogan schau‘ dich doch im Spiegel an
Erdogan, Erdogan so wirst du nie Krawattenmann*
Erdogan, Erdogan schau‘ dir mal dein Schnäuzer an,
nicht Fisch nicht Fleisch - nicht Öcalan
was sagt zum Thema der Koran?
Der noch keine Schnäuzer kannte,
Krawatten auch nicht, sowie die Tante
Erdogan, Erdogan

*Krawattenmann des Jahres 2015 ist Guido Maria Kretschmer

27. März 2016, 13.24 Uhr:

Aus dem Lehrbuch

von Thomas von der Osten-Sacken

Was ist Antisemitismus im 21. Jahrhundert?

Wer heute keinen langen Essay lesen mag, braucht bloß einen Blick auf dieses Plakat des Berliner Ostermarsches zu werfen: Selten ist es wem gelungen, so verdichtet fast alle wichtigen Elemente antisemitischen Wahns in so wenigen Zeilen zu vereinen. Von der Analfixierung über die jüdischen Ostküstenbanken, den CIA und die Politiker, die nicht die Interessen des deutschen Volkes vertreten und deshalb in autoritärer Angestelltenmentalität mit Kündigung bedroht werden.

23. März 2016, 19.58 Uhr:

Der Klassenkampf als Wille und Vorstellung

von Jörn Schulz

Es entbehrt nicht einer unfreiwilligen Komik, wenn Leute darüber schreiben, dass man etwas anderes tun solle als schreiben und eine Moralpredigt gegen den Idealismus halten. „Große Teile der deutschen Linken glauben, Politik, Klassenkampf, wie immer man es nennen mag, sei eine in erster Linie auf dem Gebiet der Ideen und des Redens/Schreibens ausgetragene Veranstaltung“, schreibt Peter Schaber vom Lower Class Magazine in Neuen Deutschland. „Nicht, dass es das ‚Delegitimieren’ und ‚Dekonstruieren’ nicht brauchte. Keineswegs. Aber es als die ‚Lösung’ anzubieten, zeugt von einem subjektiven Idealismus in einem Ausmaß, dessen sich selbst die Junghegelianer des 19. Jahrhunderts nicht hätten schämen müssen.“ Weiter geht’s dann mit „Die radikale Linke muss…“, und jeder Satz, der mit „Die radikale Linke muss“ beginnt, ist eine idealistische Moralpredigt und sollte im Übrigen besser lauten: „Ich will, dass die radikale Linke…“, oder weniger autoritär: „Die radikale Linke sollte…“.

Weiterlesen.

22. März 2016, 15.02 Uhr:

Gewonnen

von Thomas von der Osten-Sacken

Den unerklärten Wettbewerb, wer das übelste Statement zu den Terroranschlägen von Brüssel abzugeben in der Lage ist, hat definitiv die DFG-VK gewonnen, auch wenn viele andere Bewerber sich redliche Mühe gegeben haben:

22. März 2016, 11.56 Uhr:

Dem Terror getrotzt

von Thomas von der Osten-Sacken

So eine Überschrift muss man erst einmal hinbekommen. Aber ein Börsenjournalist der ARD kann das:

Dax trotzt dem Terror; Nach mehreren Terroranschlägen in Brüssel hat sich der deutsche Aktienmarkt etwas von seinem Schock erholen können.

20. März 2016, 20.54 Uhr:

Rückkehrkarneval

von Thomas von der Osten-Sacken

Wenn in Berlin ein “Karneval der Flüchtlinge” abgehalten wird, zu dem auch die BDS Bewegung, Organisatoren des Al Quds Marsches und F.O.R Palestine aufrufen, dann plötzlich geht es um Rückkehr von Flüchtlingen in ihre vermeintliche Heimat:

Dazu schreibt das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus:

“Karneval der Geflüchteten” wird von Personen aus dem antisemitischen Spektrum instruentalisiert

Ahmed Shah vom Moabiter Jugendtheaterbüro Berlin schien auf dem ersten Lautsprecherwagen die Moderation inne zu haben. Shah sagte laut dem jüdischen Onlinemagazin hagalil 2006 über die libanesische Terrormiliz Hisbollah, dass sie die einzigste im Libanon sei, die den Unterdrückten eine Stimme gäben.
(siehe: http://www.hagalil.com/archiv/2006/08/anti-israel-demo.htm
http://jungle-world.com/jungleblog/3020/)

Neben Shah war anfänglich eine der Mitorganisatorinnen des jährlichen antisemitischen Al-Quds Marsches auf diesem Lautsprecherwagen zu sehen. Bei der Al-Quds Auflagen 2015 wurde „Tod Amerika, Tod Israel, verdammt seien die Juden und Sieg dem Islam“ unkommentiert von den Organisatoren geduldet.
(siehe: http://jfda.de/…/pm-tod-amerika-tod-israel-verflucht-seien…/)

Die BDS-Kampagne, F.O.R. Palestine und bekannte Einzelpersonen aus radikal-palästinensischen Spektrum bildeten einen eigenen Block mit Lautsprecherwagen auf dem “Karneval der Geflüchteten". Zahlreiche Personen in diesem Block beteiligten sich erst kürzlich an der antisemitischen Kundgebung vor einem Kreuzberger Kino, bei der eine Aktivistin der proisraelischen Gegenkundgebung zurief: „Ihr sollt alle vergast werden!“
(siehe: https://www.facebook.com/juedischesforum/posts/1158032254236753)

Auf der Internetseite von F.O.R. Palestine heißt es: “Die Rückkehr der Vertriebenen geht einher mit der Abschaffung der zionistischen Kontrolle, sprich die Abschaffung des Staates Israel samt seines Systems der Privilegien".
(siehe: http://for-palestine.org/de/uber-uns-4/)

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