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Kürzliche Beiträge
3. März 2015, 16.24 Uhr:

Antisemitismuswoche in Wien

von Ivo Bozic

Gastbeitrag von David Kirsch
für die Plattform gegen Antisemitismus und Antizionismus in Österreich:

Vom 1. bis zum 8. März findet die internationale „Israeli Apartheid Week“ (IAW) auch in Wien statt. Diese wird von der Organisation „BDS-Austria“ (Boycott, Divestment, Sanctions) organisiert: ein Netzwerk linker und islamistischer Gruppierungen, welche seit Jahren systematisch anti-israelische Hetze verbreiten.

Die Ursprünge des österreichischen Ablegers der Bewegung liegen in einer Gruppierung namens „Sedunia“, die 2003 eine Gedenkveranstaltung mit dem Shoa-Überlebenden Karl Pfeifer störte und in einem öffentlichen Bekennerschreiben von der „zionistisch-jüdischen Kolonie, die sich selbst ‚Israel’ nennt“, schwadronierte.
Später mündete „Sedunia“ in den „Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative Dar-al-Janub“, dessen Sprecher Oliver Hashemizadeh ist. Letzterer ist auch an vorderster Front für BDS-Austria tätig.

Vom 19. bis 21. Oktober 2011 organisierte Dar-al-Janub zudem ein Symposium mit dem Namen “Remapping Palestine", in dessen Rahmen von der „Kolonisierung Palästinas“ gesprochen wurde und die Zustände im Gaza-Streifen mit denen im Warschauer Ghetto verglichen wurden.
Dieser Prämisse blieb man treu: Hashemizadeh hat erst vergangenes Jahr im Rahmen der Kampagne „Gaza muss leben“ die antisemitische Terrororganisation Hamas ganz im Sinne antikolonialistischer Theorieproduktion als „Widerstand“ bezeichnet.

Auch dies stellt keinen Zufall dar, ist „Boycott, Divestment, Sanctions“ doch eine internationale Kampagne, die nach eigenen Angaben von über 170 „palästinensischen Organisationen“ mitgetragen wird; unter anderem sind - der BDS-Webpräsenz zufolge – auch die „National and Islamic Forces in Palestine“, zu denen bekanntermaßen auch die Hamas und der „Islamische Jihad in Palästina“ zählen, Teile des BDS-Komitees.

Die gewählten Aktionsformen von BDS-Austria gleichen antisemitischen Spektakeln, mittels derer auf antiisraelische Reflexe und antijüdische Mythen gezielt wird.
So ist erneut mit „Flashmobs für Gaza“ zu rechnen, bei denen Jugendliche die Exekution palästinensischer Kinder durch israelische Soldaten darstellen werden, welche weiße Armbinden mit dem Davidstern tragen. Im vergangenen Jahr stellten Aktivisten des Netzwerks Dutzende kleine Särge auf dem Stephansplatz in Wien auf, welche von Fotos von schwer verletzten Kindern umrahmt waren. Im Hintergrund wurden auf einer Leinwand antiisraelische Propagandavideos abgespielt.

Sowohl das Simon-Wiesenthal-Center als auch die Anti-Defamation-League klassifizieren die BDS-Bewegung als antisemitisch und werfen ihr Dämonisierung, Delegitimierung und doppelte Standards gegenüber dem israelischen Staat vor. Dies geschehe etwa durch die Brandmarkung Israels als Apartheid-Regime, wodurch zwangsläufig die tatsächliche Apartheid in Südafrika verharmlost wird.

Um diesem antisemitischen Wahn entschieden entgegenzutreten, hat sich die Plattform „Boycott Antisemitism! – Gegen Antisemitismus und Antizionismus in Österreich“ gegründet und veranstaltet am 4. März eine Kundgebung gegen die antisemitische Maskerade „Israeli Apartheid Week“ in Wien.

18. Februar 2015, 22.36 Uhr:

Fußnoten zu Gremliza

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Detlef zum Winkel

Im Februar-Heft des Magazins “Konkret” nimmt Herausgeber Hermann L. Gremliza  die Attentate vom 7. und 9. Januar in Paris zum Anlaß, die Welt nach den Schemata eines schlichten Antiimperialismus zu ordnen. In dieses Bild passt es offenbar nicht, sich deutlich an die Seite eines beschossenen Satire-Magazins zu stellen.

Als langjähriger “Konkret"-Autor habe ich eine Erwiderung verfaßt, schließe aber aus den sparsamen Auskünften der Redaktion, daß sie dort nicht gedruckt werden wird. Auch mein Appell, die bisherige Stellungnahme noch einmal zu überdenken und einen Fehler einzuräumen, fand keine Resonanz. Daher wähle ich diesen Weg, um den Text bekannt zu machen.

Die Titelseite der Februarausgabe von „Konkret“ annonciert das Thema „Ich bin Karl – Die verlogene Solidarität mit ‚Charlie Hebdo’“. Um zu unterscheiden, welche Art von Solidarität verlogen ist und welche aufrichtig, wäre es gut, wenn Konkret selber Solidarität üben würde. Danach suche ich vergebens.  Gewiss – Tjark Kunstreich empört sich über die Morde von Paris, beschäftigt sich aber nicht mit den Opfern, sondern mit dem Schriftsteller Michel Houellebecq. Bei Hermann L. Gremliza finde ich väterliches Verständnis für Wutgefühle über die Täter und diejenigen, die er kurios als deren „ganze klammheimliche Mischpoche“ bezeichnet. Sein Aber folgt umgehend. Wer sich aus diesem Affekt die Welt erklären wolle, habe kein Hirn im Kopf.

Ich gehöre zu denen, die anscheinend so bescheuert sind. Die Jihadisten mochte ich schon vorher nicht. Trotzdem ändert sich etwas, wenn KollegInnen neben einem erschossen werden. Wenn man zehn Tomayers auf einen Schlag verliert. Wenn obendrein noch Menschen, die mit „Charlie Hebdo“ zu tun hatten, und Menschen, die damit überhaupt nichts zu tun hatten, sondern zufällig am anderen Ende der Stadt in einem jüdischen Geschäft einkauften, umgebracht werden.

Terroristische Taten enthalten eine Botschaft. Sie lautet in diesem Fall: euch linkes, jüdisches, antiautoritäres, libertinäres, gottloses Pack, das nichts anderes umtreibt als zu beleidigen, was anderen heilig ist, euch Schmutzfinken, Zeichner und Schreiberlinge haben wir auf der Liste. Das ist in Frankreich angekommen. Bei „Konkret“ anscheinend nicht: weder die Botschaft der Terroristen noch die Antwort ungaublich vieler Menschen, die in nahezu jeder französischen Gemeinde für ein Satiremagazin, für ein paar unbekannte Supermarkt-Kunden und Polizisten auf die Straße gegangen sind. Daran ist nichts verlogen, und es ist auch viel wichtiger als die Motivation von vierzig Staatschefs, die sich am 11. Januar in Paris an die Spitze setzen.

Weiterlesen.

3. Februar 2015, 21.47 Uhr:

'Armselige Vertreter des jüdischen Volkes in Kiew'

von Thomas von der Osten-Sacken

So klingt einer, der, glaubt man Wladimir Putin und seinen Unterstützern, an vorderster Front gegen eine faschistische Junta kämpft:

Der ostukrainische Separatistenführer Alexander Sachartschenko hat die Regierung in Kiew mit offenkundig antisemitischen Parolen verhöhnt. Die proeuropäischen Politiker in Kiew seien “armselige Vertreter des großen jüdischen Volkes", sagte der prorussische Regierungschef der selbsterklärten “Volksrepublik Donezk” am Montag im russischen Fernsehsender Rossija 24.

Siehe auch: Der Antisemitismus der Separatisten

30. Januar 2015, 18.19 Uhr:

A Muslim you will Stay

von Bernd Beier

Einen interessanten Einblick in die Auseinandersetzungen, die sich rund um Charlie Hebdo abspielen, geben zwei Beiträge:
der Artikel mit dem Titel „Charlie Hebdo nicht rassistisch? Wenn ihr es sagt…“ von Olivier Cyran, den er Anfang Dezember 2013, über zehn Jahre nach Verlassen der Redaktion, veröffentlichte und der den Vorwurf des Rassismus gegen Charlie Hebdo via „Islamophobie“ zu begründen sucht. Er findet sich auf Französisch hier und in englischer Übersetzung hier.

Auf ihn antwortete Zineb el-Rhazoui, Mitglied der Charlie Hebdo-Redaktion, gut zwei Wochen danach unter dem Titel „Wenn Charlie rassistisch ist, dann bin ich es auch“. Er findet sich auf Französisch hier und in englischer Übersetzung unter anderem hier.

Olivier Cyran hatte zur Begründung seines Rassismus- und “Islamophobie"-Vorwurfs auch aus Artikeln zitiert, die Zineb el-Rhazoui für Charlie Hebdo geschrieben hatte. Aber im Gegensatz zu Charb, Caroline Fourest und anderen, die er in dem Artikel wegen “Islamophobie” und Rassismus angriff, hatte er ihren Namen in dem Artikel nicht erwähnt, vielleicht, wie sie süffisant anmerkte, weil er „schwierig zu behalten“ sei: Zaynab bint Mohammad ibn al-Mâatî al-Rhazwî al-Harîzî. Mit diesem Namen unterzeichnete sie dann auch.

Hier einige Zitate aus ihrem Artikel:

Unter der Zwischenüberschrift „A Muslim you will stay“ heißt es:
”Among the individuals that you assign to this racial category, there are militant atheists like me, obviously secularist [laïque].”

„… you quote Bernard Maris, Catherine, Charb, Caroline Fourest. What about me, what about me! You preferred to omit my name, when it was my articles that you pointed to as dangerously ‘Islamophobic’, thus, according to you, necessarily racist.“

Dann, unter der Zwischenüberschrift “Racism by omission”:

„A Zineb who spits on Islam, that’s beyond you, isn’t it? It disconcerts you so much that you preferred not to name me, so as not to introduce any doubt as to the veracity of your accusations of racism against us, the journalists of Charlie. If the expression ‘spit on Islam‘ shocks you, let me answer you on that too. Why the hell is a ‘white person’ who spits on Christianity an anticlerical, but an Arab who spits on Islam is alienated, an alibi, a house Arab, an incoherence that one would prefer not even to name? Why? Do you think that people of my race, and myself, are congenitally sealed off from the ubiquitous ideas of atheism and anticlericalism? Or is it that you think that unlike other peoples, our identity is solely structured by religion? What is left of an Arab when he no longer has Islam? To listen to you, a person like me must be some kind of harki of the Koran, we are traitors so profoundly stricken by a racial complex that we harbor a single regret, that of not being white.”

Und so geht es weiter.

Kein Zweifel. Sie ist einer jener schwarzen Schimmel, die es für die professionellen Islamophobie-Vorwerfer nicht geben darf.

27. Januar 2015, 12.25 Uhr:

'... mehr als nur ein instrumentelles Verhaeltnis zur extremen Rechten'

von Thomas von der Osten-Sacken

Was einige Syriza Vertreter so zu sagen haben und warum das Buendnis mit den Rechtspopulisten nicht nur ein instrumentelles ist, dazu schreibt aus Athen Antifa-Negative:

There are party officials in Syriza who have more than instrumental relations with the far-right. Th. Karypidis, Syriza official in north Greece, and link with Aneksartitoi Ellines, caught media attention when he claimed on facebook that state TV is “controlled by jews”.

In the same vein, E. Andriopoulou, Syriza representative, commenting on the military conflict in Gaza on her facebook said: “ Hitler, you faggot, not only were you a damn fascist but you did not finish the job either…”.

We dread to think what will happen to the jewish communities in Greece, with Syriza in government, should there be another military event in the middle East …

Siehe auch: Greek party withdraws anti-Semitic candidate after protests und New Greek Government Has Deep, Long-Standing Ties With Russian Eurasianist Dugin

25. Januar 2015, 00.42 Uhr:

'Shame on them'

von Thomas von der Osten-Sacken

Am 22. Januar 2015 wurde im New Yorker Stadtrat über eine Resolution gesprochen, die in Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau verabschiedet werden sollte.

Aktivisten, die auf dem Balkon der Kammer saßen, unterbrachen jedoch die Sitzung mit lautem Gebrüll und entrollten eine Flagge Palästinas.

David Greenfield von der Demokratischen Partei hielt daraufhin diese Rede:

Übersetzung von Tapfer im Nirgendwo:

Während wir über eine Resolution gesprochen haben, die sich mit den Morden an 1,1 Millionen Menschen in Auschwitz-Birkenau beschäftigt, ich möchte betonen, neunzig Prozent davon waren jüdisch, aber die anderen zehn Prozent waren politische Dissidenten, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, dies waren die Menschen, die alle gemeinsam in Auschwitz-Birkenau ermordet wurden, während wir darüber gesprochen haben, besaßen diese Leute die Frechheit, die Chuzpe, die Verwegenheit, die Flagge Palästinas zu entfalten und uns anzubrüllen, während wir über Auschwitz sprachen! (…)<

Was wir heute hier gesehen haben, war nackter, blinder Judenhass! Das ist es, was wir gesehen haben! Die Leute, die hier gebrüllt haben, sind nur aus einem Grund so sauer! Wollen Sie den Grund hören? Wollen Sie wissen, warum die da oben die Flagge entrollt haben? Ich sage es Ihnen! Weil Hitler seinen Job nicht zu Ende gemacht hat.

21. Januar 2015, 13.18 Uhr:

Hoffen auf Syriza Wahlsieg

von Thomas von der Osten-Sacken

Nicht nur die Interventionistische Linke, die Linkspartei und viele andere hoffen auf einen Wahslieg der Syriza am kommenden Sonntag in Griechenland, Unterstützung bekommen die griechischen Linken jetzt aus auch Frankreich:

Marine Le Pen, présidente du Front national a déclaré au Monde qu’elle « espérait la victoire de Syriza », lors des élections législatives grecques qui auront lieu dimanche 25 janvier. Pour la prétendante à l’Elysée, il n’y a aucune contradiction à ce que le parti d’extrême droite soutienne la coalition de gauche et d’extrême gauche. « Il y a une fracture en Europe qui passe par la reprise en main des peuples contre le totalitarisme de l’Union européenne et de ses complices, les marchés financiers, continue Mme Le Pen. Je suis complètement cohérente. Cela ne fait pas de moi une militante d’extrême gauche ! Nous ne sommes pas d’accord avec tout leur programme, notamment sur le plan de l’immigration. Mais nous nous réjouirions de leur victoire. »

Derweil düften, Umfragen zufolge, die Nazis von der Morgenröte im neuen griechischen Parlament bald die drittstärkste Fraktion stellen:

Opinion polls show that the violently anti-immigrant party, which rose to prominence in the depths of Greece’s recession, has a fighting chance for third place in the election, behind leftist party Syriza and conservative New Democracy, the party formerly in government.

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