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Kürzliche Beiträge
Heute, 00.42 Uhr:

'Shame on them'

von Thomas von der Osten-Sacken

Am 22. Januar 2015 wurde im New Yorker Stadtrat über eine Resolution gesprochen, die in Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau verabschiedet werden sollte.

Aktivisten, die auf dem Balkon der Kammer saßen, unterbrachen jedoch die Sitzung mit lautem Gebrüll und entrollten eine Flagge Palästinas.

David Greenfield von der Demokratischen Partei hielt daraufhin diese Rede:

Übersetzung von Tapfer im Nirgendwo:

Während wir über eine Resolution gesprochen haben, die sich mit den Morden an 1,1 Millionen Menschen in Auschwitz-Birkenau beschäftigt, ich möchte betonen, neunzig Prozent davon waren jüdisch, aber die anderen zehn Prozent waren politische Dissidenten, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, dies waren die Menschen, die alle gemeinsam in Auschwitz-Birkenau ermordet wurden, während wir darüber gesprochen haben, besaßen diese Leute die Frechheit, die Chuzpe, die Verwegenheit, die Flagge Palästinas zu entfalten und uns anzubrüllen, während wir über Auschwitz sprachen! (…)<

Was wir heute hier gesehen haben, war nackter, blinder Judenhass! Das ist es, was wir gesehen haben! Die Leute, die hier gebrüllt haben, sind nur aus einem Grund so sauer! Wollen Sie den Grund hören? Wollen Sie wissen, warum die da oben die Flagge entrollt haben? Ich sage es Ihnen! Weil Hitler seinen Job nicht zu Ende gemacht hat.

21. Januar 2015, 13.18 Uhr:

Hoffen auf Syriza Wahlsieg

von Thomas von der Osten-Sacken

Nicht nur die Interventionistische Linke, die Linkspartei und viele andere hoffen auf einen Wahslieg der Syriza am kommenden Sonntag in Griechenland, Unterstützung bekommen die griechischen Linken jetzt aus auch Frankreich:

Marine Le Pen, présidente du Front national a déclaré au Monde qu’elle « espérait la victoire de Syriza », lors des élections législatives grecques qui auront lieu dimanche 25 janvier. Pour la prétendante à l’Elysée, il n’y a aucune contradiction à ce que le parti d’extrême droite soutienne la coalition de gauche et d’extrême gauche. « Il y a une fracture en Europe qui passe par la reprise en main des peuples contre le totalitarisme de l’Union européenne et de ses complices, les marchés financiers, continue Mme Le Pen. Je suis complètement cohérente. Cela ne fait pas de moi une militante d’extrême gauche ! Nous ne sommes pas d’accord avec tout leur programme, notamment sur le plan de l’immigration. Mais nous nous réjouirions de leur victoire. »

Derweil düften, Umfragen zufolge, die Nazis von der Morgenröte im neuen griechischen Parlament bald die drittstärkste Fraktion stellen:

Opinion polls show that the violently anti-immigrant party, which rose to prominence in the depths of Greece’s recession, has a fighting chance for third place in the election, behind leftist party Syriza and conservative New Democracy, the party formerly in government.

19. Januar 2015, 21.41 Uhr:

'Putin, rette uns!'

von Thomas von der Osten-Sacken

Auf einer Bagida Demonstration in München, dem bayrischen Pendant von Pegida:

19. Januar 2015, 19.49 Uhr:

Je vraiment suis Charlie

von Thomas von der Osten-Sacken

Das neue Titelbild von Jane’s Defense Weekly:

 

19. Januar 2015, 18.21 Uhr:

„Menschen, Menschen san ma alle“?

von Jörn Schulz

Gastbeitrag von Karl Pfeifer

Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass es in Österreich Menschen gibt,
die den Terror mit allerlei an den Haaren herbeigezogenen „Argumenten“ versuchen weg zu erklären beziehungsweise in gewissen Fällen zu rechtfertigen. Es kann aber keine wie immer geartete Rechtfertigung dafür geben, in eine Redaktion oder in einen Supermarkt zu stürmen und Menschen, wegen ihrer Tätigkeit oder weil sie Juden sind, zu ermorden.

Täuschen wir uns nicht, trotz aller Erklärungen man sei Charlie Hebdo, schüchtert Terror ein und führt bei vielen Medien und Politikern zur Selbstzensur.

Man muss schon Mut haben, in Österreich an einem Tag in einer Zeitung mehrere Artikel zu veröffentlichen, die mit dem hier gelebten Islam zu tun haben. Die Presse ist mutig, denn sie hat das in ihrer Samstagsausgabe getan.
Hätte ich es nicht selbst erlebt, würde ich es nicht glauben. Ein Freund äußerte Besorgnis, weil Otto Brusatti in meiner Heimatstadt Baden bei Wien kommentarlos aus dem Koran vorlesen wollte. Und weil die kleine jüdische Gemeinde diesen Vortrag angekündigt hatte, war die Aufregung groß.

Einerseits eine ständige Aufgeregtheit, weil wir doch den Koran nicht kennen und zu wenig über den Islam wissen. Andererseits eine vorauseilende Befürchtung, solch eine Vorlesung könnte doch die Muslime beleidigen. Nun hat Otto Brusatti in der Presse den Ablauf der Ereignisse geschildert. Auf Grund des ausgeübten Druckes konnte er die angekündigte Vorlesung nicht halten. “Die Vorlesung in Baden wurde still abgesagt“.

Der emeritierte Universitätsprofessor Maximilian Gottschlich fordert: “Der Islam muss beginnen, sich neu zu deuten“. Wie wir aus dem Text von Otto Brusatti lernen, müssen wir in Österreich beginnen die garantierten Menschenrechte wie Meinungsfreiheit und das Recht auf Information neu zu deuten.
Im Gegensatz zu meinem Freund bin ich besorgt, wenn ein namhafter österreichischer Intellektueller gehindert wird aus einem allgemein zugänglichen Buch vorzulesen.

Warum hat die österreichische Regierung in ihrer ersten Erklärung zum Terror in Paris nicht darauf hingewiesen, dass einige der Opfer nur ermordet wurden, weil sie Juden waren?

Warum glaubte diese Regierung alles mit “Menschen, Menschen san ma alle” lösen zu können, wo es doch offensichtlich ist, dass die Islamisten die Juden, also jeden Juden und jede Jüdin, als Feind betrachten?

Die vier Terroropfer im jüdischen Supermarkt starben nicht wie in der Regierungserklärung erwähnt “als Angehörige verschiedener Religionen, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren", sondern weil sie am Freitagmittag für den kommenden Sabbat Einkäufe tätigten. Sie starben weil sie Juden waren!

Erst nach dem Oskar Deutsch, Präsident der IKG, einen offenen Brief veröffentlichte und auf die Mängel in der Regierungserklärung hinwies, hat Bundeskanzler Werner Faymann im Nationalrat auch die jüdischen Opfer erwähnt.

Judenfeindlichkeit kann sich auch hinter einer antirassistischen Maske verstecken. In der Regel steckt dahinter die Bestrebung, zu verdrängen, im Namen welcher Religion gemordet wurde. Warum drängen sich die Juden – so der perverse Gedanke – wieder einmal nach vorne und sind nicht zufrieden, wenn man ihnen, nach ihrem Tod versteht sich, die absolute Gleichheit anbietet.

Der Standard veröffentlichte Samstag einen bemerkenswerten Brief von Susanna Kufner, in dem ich u.a. folgende Zeilen fand: „Nimmt ein Angehöriger einer Religion für sich in Anspruch ‘bemerkenswerter’ sein zu dürfen als andere Menschen, läuft er letztendlich Gefahr, auf dem gleichen Punkt wie der Attentäter zu stehen.“
Wenn der islamistische Mörder in einen nichtjüdischen Supermarkt gegangen wäre, um wahllos Franzosen zu morden und unter den 10 Opfern auch vier jüdische gewesen wären, dann hätte die IKG nicht protestiert, denn dann hätte die Erklärung der Bundesregierung gestimmt. Doch der Mörder – der leider nicht vom hehren Gedanken des „Menschen, Menschen san ma alle“ beeinflusst war – hat entsprechend der islamistischen Ideologie gehandelt und ist, wie er ja auch selbst zugab, mit voller Absicht in ein jüdisches Geschäft gegangen, um Juden zu morden bzw. Geiseln zu nehmen.

Daher gebietet es der minimale Anstand, dass man die Opfer benennt, so wie man ja auch Journalisten und Polizisten genannt hatte.

Wenn in Wien Christen und Muslime durch ähnliche Sicherheitskontrollen gehen müssen, um in ihr Gotteshaus oder in ihre Schulen zu gelangen, wie es Juden tun müssen, oder wenn utopische Zeiten anbrechen und Juden nicht mehr befürchten müssen, von Islamisten oder arabischen Nationalisten vor der Synagoge ermordet zu werden, wie das ja 1981 tatsächlich geschehen ist, dann werden die Wiener Juden samt allen anderen Wienern zusammen begeistert ausrufen: „Menschen, Menschen san ma alle“.

© Karl Pfeifer

12. Januar 2015, 18.22 Uhr:

Scharia konkret

von Ivo Bozic

Gastbeitrag von Horst Pankow

Scharia konkret
Von Horst Pankow

Es war die gelassene Zufriedenheit von Leuten, die erledigt hatten, was ihnen notwendig und unaufschiebbar erschien: „Wir haben den Propheten gerächt“, bekannten die Brüder Cherif und Said Kouachi nach ihrem Massaker in den Redaktionsräumen von „Charlie Hebdo“ am 7. Januar. Eine deutliche, aber fast schon überflüssige Ansage. Schließlich wussten die Ungläubigen: Nach koranischem Recht kommt für das Verbrechen der Abbildung des Propheten nur die Todesstrafe in Frage. Spätestens seit dem rechtgläubigen Aufstand gegen blasphemische Zeichnungen in der dänischen Zeitung Jylands Posten Anfang 2006 waren die Ungläubigen gewarnt. Auch hätten ihre zahlreichen Islamexperten und Koranexegetinnen von der unmissverständlichen Klarstellung des 55. Verses der 8. Koran-Sure Mitteilung geben können, worin es heißt: „Siehe, schlimmer als das Vieh sind vor Allah die Ungläubigen, die nicht glauben wollen.“

Jedenfalls hatte sich Amedy Coulibaly, der am 9. Januar in Paris einen jüdischen Supermarkt stürmte und sofort vier dort Anwesende erschoss, weil sie Juden waren, in die Lektüre der 8. Sure, die den beredten Titel „Die Beute“ trägt, vertieft. Bevor zur gottgefälligen Tat schritt, hatte der Gefährte der Kouachi-Brüder ein Video erstellt und als „native child“ der „net-community“ für dessen weltweite Verbreitung gesorgt. Darin erläutert er sein Credo als Kämpfer und sein Motiv für die finale Aktion: „Ihr greift das Kalifat an, wir greifen euch an.“ Woraus dann in den Massenmedien einige die Parteinahme für das nahöstliche IS-Kalifat schlossen, andere eine rein metaphorische Bezugnahme einräumten. Zentral im Coulibaly-Video ist das schriftliche Zitat aus dem 60. Vers der 8. Sure: „So rüstet gegen sie, soviel ihr vermögt an Mann und Pferd, um Allahs Feinde abzuschrecken und eueren Feind und andere außer ihnen, die ihr nicht kennt, Allah aber kennt.“ Seltsam, dass bis jetzt (12. 01) kein deutscher Islam-Auskenner den nachfolgenden 61. Vers zitierte: „Sind sie aber zum Frieden geneigt, so sei auch du ihm geneigt.“

Deutsche aber brauchen kein Quellenstudium für Islam-Apologetik. „Terroranschläge haben nichts mit dem Islam zu tun“, doziert der Innenminister in der Süddeutschen. Am anderen Ende des affirmativen Spektrums sekundiert der Linken-„Innenexperte“: „Der Islam an sich (!) ist keine aggressive Religion.“ (taz) Weniger philosophisch fordert der Innenminister pragmatische Konsequenzen: Die Vorratsdatenspeicherung muss wieder her. Islam ist gut – Kontrolle ist besser!

Die Pariser Massaker zeigen wie jede islamistische Offensive eine groteske Welt aneinander vorbei Agierender: Die Mörder exekutieren die Scharia, verdeutlichen unmittelbar deren Wirkungsmacht. Die heftige Reaktion der Staatsgewalt, dokumentiert durch bizarre TV-Bilder martialisch wie für einen Bürgerkrieg armierter Polizisten lässt die rechtgläubigen Killer und ihre Gemeinde ebenso kalt wie der erwartbare Märtyrer-Tod im Kugelhagel. Ein halluzinierter Kampf für die Pressefreiheit, der mit den rostigen Keulen des Kalten Krieges – als gäbe es auf der „anderen Seite“ einen Souverän, der sich durch abweichende Meinungen oder gar Argumente verunsichern ließe – gefochten wird, ist nur lächerlich.

Zu fragen wäre vielmehr, was westliche Eliten und ihre bedürftigen Mitläufer zur Verharmlosung des postmodernen und postreligiösen Islam bewegt, welche sowohl das geopolitische Spiel der wechselnden Koalitionen mit verfeindeten innerislamischen Parteiungen (sunnitisch vs. schiitisch) als auch die innenpolitisch integrativ deklarierte Islamophilie motiviert. Wäre ja nicht schlecht, wenn solches Fragen vor dem nächsten Massaker, über dessen Geschehen sich ALLE einig sind, beginnen würde.

11. Januar 2015, 11.02 Uhr:

Deserteure des Kulturalismus

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Andreas Benl

Die 700 000 Franzosen, die gegen die Islamisten auf die Straße gegangen sind und die zahlreichen Beispiele humaner Solidarität in den Tagen des Terrors sind ermutigend, der Kulturkitsch um die vermeintlich muslimischen Beteiligten ist umso abstoßender.

Es begann mit Ahmed Merabet, dem Polizisten, der vor der Redaktion von Charlie Hebdo von den Attentätern brutal erschossen wurde. Laut FAZ hatte er „algerische Wurzeln“ , laut STERN stammt seine Familie aus Tunesien . Unwichtige Details, denn heute zählt ein ganz anderes Herkunftsmerkmal: Merabat sei Muslim gewesen. Der belgische Publizist Dyab Abou Jahjah machte daraus auf Twitter :

„I am not Charlie, I am Ahmed the dead cop. Charlie ridiculed my faith and culture and I died defending his right to do so. #JesuisAhmed“ - und die frohe Kunde verbreitete sich mehr als 30000 Mal.

An was Merabet denn so glaubte, mag noch irgendjemand bei seiner Familie wirklich recherchiert haben, was er von der Satire von Charlie Hebdo hielt, weiß mit ziemlicher Sicherheit niemand.

Trotzdem sind sich alle sicher: Die Tatsache, dass Merabet seine Arbeit gemacht hat, ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Terrorismus und Islam nichts miteinander zu tun haben und „dass es eben genau der falsche Weg ist, nun möglichst viele Mohammed-Karikaturen zu drucken“ (STERN). Das zeige schon die kaltblütige „Hinrichtung eines Glaubensbruders durch jene, die vorgeben, im Namen Allahs zu töten“ (FAZ) - die Merabet sein Muslimsein dann wohl an der Nasenspitze angesehen haben müssen.

Nun hat Lassana Bathily noch mehr als seinen Job gemacht und zahlreiche Menschen in einem jüdischen Supermarkt gerettet. Auch hier ist nicht klar, als was er sich selbst definiert, die Medien wissen aber ganz sicher, dass er ein Moslem aus Mali sei.

Weniger Aufmerksamkeit hat ein Algerier gefunden, der Opfer der Islamisten wurde und der nicht richtig in die Inszenierung passen will. Mustapha Ourrad war Korrektor bei Charlie Hebdo und wurde von den Islamisten zusammen mit seinen elf Kollegen erschossen.

In „La Croix“ steht zu lesen, er habe sich als „Sufi-Atheist“ gesehen, seine Kollegen hätten ihn wegen seiner literarischen Beschlagenheit liebevoll Mustapha Baudelaire genannt. Die antifaschistischen Libertären von Charlie Hebdo sind schon Skandal genug. Ein Algerier, der offensichtlich kein Problem damit hatte, in vermeintlicher Apostasie zu „seinem Glauben und seiner Kultur“ für die Zeitschrift zu arbeiten kann kein Held der Kulturrelativisten werden. Wir sollten ihn genausowenig vergessen, wie die elf anderen.

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