Jungle World - shop
Kürzliche Beiträge

So heißt es in der Offenbarung des Johannes (13:5). „Der Geist aber sagt deutlich, dass in den letzten Zeiten werden etliche von dem Glauben abtreten und anhangen den verführerischen Geistern und Lehren der Teufel durch die, so in Gleisnerei Lügen reden.“ (2 Tim 4:1). Berichtet wird auch über „ihn, dessen Kommen aufgrund der Wirkung des Satans erfolgt, unter Entfaltung aller betrügerischen Kräfte, Zeichen und Wunder und aller Verführung der Ungerechtigkeit bei denen, die verlorengehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben.“(2 Th 9/10) Über die Frisur des Antichrist schweigt die Bibel bedauerlicherweise, aber wenn man das Ende der Welt herbeisehnt und die Zeichen deuten will, ist auch so hinreichend klar, welchen US-Politiker sie am treffendsten beschreiben.

Bei den Republikanern sieht man das natürlich anders. „So are we willing to elect someone as president who has as their role model somebody who acknowledges Lucifer?“ fragte Ben Carson. Gemeint war Hillary Clinton. Sie hat eine wissenschaftliche Arbeit über ein Buch von Saul Alinsky geschrieben, dem ein Zitat des Autors vorangestellt ist: „Lest we forget at least an over-the-shoulder acknowledgment to the very first radical: from all our legends, mythology, and history (and who is to know where mythology leaves off and history begins - or which is which), the first radical known to man who rebelled against the establishment and did it so effectively that he at least won his own kingdom – Lucifer.“ Zu geistreich für rechte Republikaner, aber Alinsky, der über community organizing schrieb, ist ohenhin nicht Clintons role model: „While Clinton defends Alinsky, she is also dispassionate, disappointed, and amused by his divisive methods and dogmatic ideology.“

Clinton mit Satan in Verbindung zu bringen, ist in der US-amerikanischen Rechten so ungewöhnlich nicht, bislang war es jedoch ein Hobby der lunatic fringe. Als bejubelter Beitrag einer prominenten Politikers auf dem Parteikonvent zur Nominierung des Präsidentschaftskandidaten ist es ein beunruhigendes Phänomen, zumal man davon ausgehen muss, dass Carson und viele Trumpisten wirklich glauben, Clinton stehe mit dem Teufel im Bunde. Carson fiel bereits mit der Behauptung auf, die Pyramiden seien Kornspeicher Josephs gewesen, womit er nicht nur sämtliche wissenschaftliche Erkenntnisse ignorierte, was für einen rechten Republikaner mittlerweile zum Alltagsgeschäft gehört, sondern auch die jederzeit ohne gottlose Intellektuelle nachprüfbare Tatsache, dass es sich um Massivbauten handelt. Wer sich so viele Lichtjahre von der Realität entfernt hat, kann von ihr kaum noch eingeholt werden.

Mag man Carsons Auftritt noch als weiteres Zeichen für intellektuellen Ruin der Republikaner abbuchen, war der Auftritt Chris Christies, des Gouverneurs von New Jersey, beängstigend. “‘Let’s do something fun tonight,’ Christie told the delegates. ‘As a former federal prosecutor, I welcome the opportunity to hold her (Clinton) accountable for her performance and her character.’ The crowd erupted in cries of: ‘Lock her up! Lock her up!’” Es folgte eine Aufzählung angeblicher außenpolitischer Fehler Clintons, und es versteht sich von selbst, dass Fakten hier ohne Belang waren und der fanatisierte Mob immer „guilty“ brüllte. Da waren selbst Stalins Schauprozesse noch seriöser.

Mit der Forderung, die gegnerische Kandidatin nicht für Straftaten, sondern für ihre Politik einzusperren, haben die Republikaner (sofern sie sich nicht doch noch zu einer scharfen Distanzierung aufraffen) die Grenze von Rechtspopulismus zum Rechtsextremismus überschritten. Die Erfahrung lehrt, dass man nie glauben soll, so etwas sei nur „fun“ und die - im Wortsinn zu nehmende - Dämonisierung des Gegners nur Demagogie. Die Republikaner befinden sich in einem Prozess der Faschisierung, vorangetrieben vor allem durch opportunistische Überläufer, während die verbliebenen Gemäßigten hoffen, dass der Spuk nach Trumps Niederlage vorbei ist. Den USA droht nicht der Faschismus, dafür ist die Mehrheit der extremen Rechten des Landes zu individualistisch und staatsfern, auch dürften im Fall eines Wahlsiegs Trumps die Institutionen standhalten (wobei die Vielzahl der Überläufer und der Eifer, mit dem sie Trump noch zu übertrumpfen trachten, Zweifel aufkommen lassen). Aber der Wahnsinn wird mit der zum Glück sehr wahrscheinlichen Niederlage Trumps nicht verschwinden, und es ist zu befürchten, dass die Enttäuschung des fanatisierten Mobs dann zu einer Gewalt-, wenn nicht gar Terrorwelle führt.

17. Juli 2016, 11.09 Uhr:

Burbach again and again

von Jungle World

Ende Juni berichtete dieser Blog über Vorwürfe gegen Mitarbeiter eines Flüchtlingsheims im nordrhein-westfälischen Burbach. Die Beschäftigten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der BEWA-Security stehen im Verdacht, systematische sexuelle Übergriffe auf weibliche Flüchtlinge begangen zu haben. Neue Recherchen zeigen nun, dass hinter den Angeschuldigten ein rechtes Netzwerk aus Rockern steht.

GASTBEITRAG VON JANA KLEIN

Likes bei der NPD und rechten Verschwörungsseiten, Putin- und Russlandkitsch, ein einschlägiger Motorradclub – wer sich durch die Online-Profile von Mitarbeitern der BEWA-Securitiy aus Siegen klickt, gerät schnell in einen Sumpf aus rechtsextremem Gedankengut, ultramaskulinem Gepose und Bezügen zum Rocker-Milieu. Die Sicherheitsfirma, die in mehreren Flüchtlingsheimen Aufträge hält, gerät deshalb erneut ins Zwielicht. Gegen Mitarbeiter der Firma wird seit Anfang Juni ermittelt, weil der Verdacht im Raum steht, dass sie Frauen in einem Flüchtlingsheim in Burbach systematisch sexuell ausgebeutet haben könnten, in einem Fall geht es um eine Entführung mithilfe von K.O.-Tropfen. Dabei war zutage getreten, dass die Heimleitung, die das Deutsche Rote Kreuz 2014 vom Skandalbetreiber European Homecare übernommen hatte, mit ehemaligen BEWA-Mitarbeitern besetzt ist. Diese Rotationspraxis scheint keine Ausnahme zu sein.

Die Bezirksregierung in Arnsberg, die mit einer „Task Force“ das Geschehen aufarbeitet, hatte eingeräumt, dass sie die Auswahl der Sicherheitsmitarbeiter nicht selber vornehme und prüfe, sondern dies der jeweils örtlichen Leitung überlasse. Wohl mit fatalen Konsequenzen: mehrere Mitarbeiter der Siegener Sicherheitsfirma stehen zusätzlich über die „Watchman True Brothers Crew“ zueinander in Verbindung, ein Motorradclub, der sich offiziell dem „Iron Order“-Motorradclub zurechnet. Dieser wiederum wurde 2004 in den USA gegründet und rekrutiert sich dort vornehmlich aus Mitarbeitern von Polizei, Justizvollzug, Sicherheit und Militär. Wie die Daily Mail etwa im Februar berichtete, lieferten sich Iron Order-Mitglieder z.B. in Denver eine Auseinandersetzung mit den rivalisierenden Mongols, bei der unter anderem ein feindlicher Rocker erschossen wurde. Es steht immer wieder der Verdacht im Raum, dass sich Iron Order-Mitglieder über ihre Kontakte zur Polizei vor Strafverfolgung schützen.

Bereits 2014 waren Mitarbeiter der BEWA bei Misshandlungsskandalen in Flüchtlingsheimen involviert. Am Dienstag hat es hierzu nun ein erstes Urteil gegeben. Ein Wachmann muss wegen Misshandlungen für 22 Monate ins Gefängnis, ein weiterer erhielt vor dem Amtsgericht Bad Berleburg eine Bewährungsstrafe. Die Kombination aus DRK-Leitung und BEWA-Security findet sich gleich in mehreren Heimen im Siegerland, so auch in Olpe, wo die jetzige Burbacher DRK-Leitung im Dienst der BEWA tätig gewesen ist. Ende 2015 musste der stellvertretende Objektleiter des DRK in Burbach seinen Posten räumen, weil er ein sexuelles Verhältnis zu einer Flüchtlingsfrau im Heim unterhalten hatte.

Im Nachgang der in Burbach erhobenen Vorwürfe hatte es mehrere Versuche gegeben, Zeugen zu diskreditieren. So wurde mutmaßlich versucht, ihnen Straftaten wie Körperverletzung und Diebstahl anzuhängen. Dem WDR erzählten Mitarbeiter aus der Einrichtung, gegen zwei albanische Geflüchtete, die bei der Polizei ausgesagt hatten, lägen etwa 30 Vorwürfe betreffend Eigentumsdelikte vor – eine Behauptung, die sich nachweislich als falsch herausgestellt hat, solche Vorgänge sind bei der Siegener Kriminalpolizei nicht aktenkundig. Die Vermutungen, bei den beiden albanischen Brüdern handele es sich um notorische Kriminelle, hatte zudem ein Ehrenämtler der Anlage gegenüber der Kamera von WDR Lokalzeit gestützt. Der Mann wiederum arbeitet laut einem Artikel über eine Ehrung seiner Tätigkeit eng mit der DRK-Leitung des Heimes zusammen, koordiniert für sie die Freiwilligen – und war früher Polizeibeamter. Bei den Ermittlungen, die seit 2014 andauern und 270 Vorgänge im Burbacher Heim betreffen, stehen wiederum auch Polizeibeamte im Visier.

Im April dieses Jahres erklärte die Leitung der Universität Göttingen, dass  die befristete Professur des bekannten Antisemitismus- und Rechtsextremismusexperten Samuel Salzborn weder entfristet noch verlängert, sondern beendet werden soll. Dieser Beschluss löste einen Proteststurm aus, wie ihn das deutsche Hochschulwesen seit Jahrzehnten nicht erlebte.

Gastbeitrag von Matthias Küntzel, Mena-Watch

Ein vom studentischen Fachschaftsrat (FSR) initiierter „Offener Brief“ gegen die Entfernung Salzborns wurde von mehr als 120 Instituten und Organisationen sowie von 360 Persönlichkeiten, darunter einigen Dutzend Professoren aus dem In- und Ausland (USA, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Ungarn, Israel, Österreich, Portugal) unterschrieben; auch der Zentralrat der Juden in Deutschland und das Jüdische Forum in Berlin setzten sich für Salzborn ein. Nicht minder der Zuspruch für Salzborn innerhalb der Universität:

Im Dezember 2015 fasste die sozialwissenschaftlichen Fakultät einstimmig den Beschluss, Salzborns Vertrag zu verlängern.

Im selben Monat zeichnete der Stiftungsrat der Uni Göttingen Salzborn aufgrund seiner „besondere(n) universitären Aktivitäten und Leistungen (…) auf den Feldern Demokratie, Rechtsextremismus, Kritik am Antisemitismus und Rassismus sowie in der Aufarbeitung der Tätigkeit der Staatssicherheit in Niedersachsen“ mit einem mit 3.000 EUR dotierten Preis aus.

Warum also erklärte kurz darauf die Uni-Präsidentin Prof. Ulrike Beisiegel dem 39-jährigen, auf ihn künftig verzichten zu wollen?

Gesprächsverweigerung und falsche Angaben

Anfangs verweigerte die Universitätsleitung jedwede Antwort; man nehme zu Personalangelegenheiten niemals Stellung, hieß es. Erst im Juni, als die Protestlawine anschwoll und den Ruf der Uni Göttingen zu gefährden drohte, reichte die Präsidentin eine Erklärung nach: Das Niedersächsische Hochschulgesetz (NHG) mache die Weiterbeschäftigung Salzborns „leider“ unmöglich.

Diese Aussage ist jedoch nachweislich falsch: So heißt es in Art. 26, Abs. 1 dieses Gesetzes, dass sehr wohl „ein Professor auf Zeit auf derselben Professur auf Dauer berufen werden“ kann. Falls eine Universität dies wünsche, könne „von einer (öffentlichen) Ausschreibung abgesehen werden“. Damit ist klar, dass die Universität aus der befristeten Professur Samuel Salzborns eine unbefristete machen könnte, wenn sie es denn wollte.

Inzwischen will das Uni-Präsidium zum einen die bisher von Salzborn betreute Zeitprofessur denn auch tatsächlich in eine Professur auf Dauer mit derselben Ausrichtung verwandeln. Zeitgleich hält sie jedoch an ihrem Adieu für Salzborn fest, weshalb eine öffentliche Neu-Ausschreibung erfolgen soll. Man will nach all den Protesten die Professur zwar in Göttingen erhalten, die Person Salzborn jedoch, die dieser Stelle überhaupt erst ihr Prestige verlieh, weiterhin loswerden.

Weiter

28. Juni 2016, 13.52 Uhr:

Burbach again

von Thomas von der Osten-Sacken

Sexuelle Übergriffe durch Mitarbeiter auf Frauen in NRW-Flüchtlingsheim?

Gastbeitrag von Jana Klein

Schwere Vorwürfe werden gegen Mitarbeiter eines Burbacher Flüchtlingsheims erhoben. Diese sollen alleinstehende Frauen systematisch sexuell ausgebeutet und teilweise auch vergewaltigt haben. Die Männer vom DRK und der Security-Firma BEWA haben zu diesem Zweck mutmaßlich extra Räumlichkeiten in der Nähe der Unterkunft angemietet. Der Polizei liegen entsprechende Anzeigen vor, sie ermittelt seit Anfang Juni am Heim. Vonseiten der Siegener Staatsanwaltschaft heißt es, man beschäftige sich gegenwärtig mit möglichen Sexualdelikten.

IMG_2212

An die Öffentlichkeit sind die Vorwürfe nun gelangt, weil zwei Zeugen im Heim von Mitarbeitern mutmaßlich wegen ihrer Zeugenaussagen schikaniert worden waren. Zu ihrem eigenen Schutze sind sie dann von einem eingeweihten Mitarbeiter der zuständigen Bezierksregierung in ein Heim in Bonn Muffendorf verlegt worden, in dem aber ebenfalls die BEWA engagiert ist. Die Security dort schmiss laut Aussage gegenüber dieser Zeitung die beiden jungen Albaner kurzerhand mit der Begründung am nächsten Morgen wieder heraus, sie hätten „Stress mit den Kollegen in Burbach“. Über die lokale Initiative Refugees Welcome Bonn e.V., die den beiden Männern dann privat eine Unterkunft verschaffte, kamen die Anschuldigungen nun ans Licht. Die friedrichs wilhelm konnte die zwei Asylbewerber und zwei Mitarbeiter aus Burbach ausführlich befragen. Im Vorlauf hatte sich der Bedienstete der Bezirksregierung, der schließlich bei der Polizei die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatte, zunächst an die Piraten-Fraktion im Landtag NRW gewandt. Er berichtet, dass unter Anderem die Existenz der privaten Anmietung auf dem ehemaligen Kasernengelände zu besagtem Zweck unter den Mitarbeitern der Unterkunft bekannt gewesen sei. Entsprechend muss es ein größeres Netzwerk aus Tätern und Mitwissenden gegeben haben, die die nun vorgeworfenen Taten deckten bzw. sie duldeten, sollten die Vorwürfe sich bewahrheiten.

Diese indes haben es in sich: Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz und der BEWA sollen, laut Zeugenaussagen, mit alleinstehenden Frauen ein- und ausgegangen sein, sie beständig mit Alkohol versorgt und mit ihnen Geschlechtsverkehr gehabt haben. Der Verdacht steht im Raum, dass den Frauen unter Anderem Versprechungen hinsichtlich ihres Asylverfahrens gemacht worden sind. In einem anderen Fall will ein Zeuge heimlich beobachtet haben, wie eine junge Frau nach dem Konsum von von Mitarbeitern mitgebrachten alkoholischen Getränken plötzlich zu Boden gestürzt ist. Als er in die Situation eingreifen wollte, hätten ihn die Mitarbeiter von der Frau abgeschirmt und ihm Konsequenzen angedroht, wenn er darüber reden sollte. Zwei Tage sei die Frau dann fort gewesen, um dann völlig aufgelöst beim Zeugen im Zimmer wieder aufzutauchen – mit losen Erinnerungen an das, was man mit ihr angestellt hatte. Sie will völlig entkleidet in einer anderen Unterkunft zu sich gekommen sein, die Täter sollen sie dann eingeschüchtert haben, nicht über den Vorfall zu sprechen. Weitere solcher Angriffe könnten womöglich im Zuge der Ermittlungen aufgedeckt werden. Inwiefern falsche Versprechungen gegen Geschlechtsverkehr strafbar sind, wäre von einem Gericht im Einzelfall aufzuklären.

Die neuen Vorwürfe werden fast zwei Jahre, nachdem zuletzt im Kreis Siegen Sicherheitskräfte Übergriffe auf Geflüchtete begangen und damit einen Skandal ausgelöst hatten, laut. Im Gedächtnis geblieben ist etwa das Video, das einen Geflüchteten zeigt, der von Securitys dazu gezwungen wird, sich auf eine Matratze mit Erbochenem zu legen. Auf einem Handyfoto war zu sehen, wie ein Mitarbeiter einem am Boden gefesselten Flüchtling seinen Stiefel in den Nacken drückt. Schon damals erzählte ein Insider, in Burbach habe ein rechtsfreier Raum geherrscht. In Bad Berleburg, ebenfalls bei Siegen, richteten sich Vorwürfe bereits damals gegen zwei BEWA-Mitarbeiter. Ein 8-Punkte-Plan des Landes sollte als Konsequenz hieraus die Missstände unter Anderem in der Überprüfung der eingesetzten Sicherheitsmitarbeiter beheben – in Burbach unter neuer Leitung, die das DRK vom vorherigen Betreiber European Homecare übernahm. Für die Sicherheit im Heim wurden weiterhin Mitarbeiter der BEWA beschäftigt. Wie die Welt am Sonntag bereits Anfang Juni berichtete, sollen die beschlossenen Überprüfungen kaum ordnungsgemäß abgelaufen sein, 4000 von 5000 Mitarbeiter von Einrichtungen in NRW hätten noch immer nicht ihr Führungszeugnis oder ihren Nachweis hinterlegt, der sie überhaupt für eine solche Tätigkeit berechtigt. Simone Brand, Integrationspolitische Sprecherin der NRW-Piratenfraktion, steht ebenfalls mit den Zeugen in Kontakt. Sie sagt: „Wenn sich die geschilderten Vorgänge bestätigen, dann bedeutet es das gänzliche Versagen vom Innenministerium“.

Auch der Mitarbeiter der Bezirksregierung, dessen Stelle sich an der betreffenden Erstaufnahmeeinrichung Burbach befindet, sieht das so. Vereinbarte Standards und Verträge seien nicht eingehalten worden, Berichte aus Burbach unter Anderem an das Parlament seien beschönigt gewesen. Auch deshalb habe er Anfang Juni Anzeige erstattet – weil sich die Zustände trotz seines Drängens, wie er berichtet, nicht wirklich gebessert haben. Ein stellvertretender Betreuungsleiter habe jedoch wegen eines Verhältnisses zu einer geflüchteten Frau in der jüngeren Vergangenheit immerhin seine Stelle verloren. Nun fürchtet der Mitarbeiter selber Konsequenzen. Auf Nachfrage heißt es bei der Bezirksregierung Arnsberg, man habe eine „Task Force“ eingerichtet, die Befragung der eigenen Mitarbeiter hätte bislang die Vorwürfe aber nicht bestätigt: „Wir können jedoch nur dann aktiv werden, wenn uns Bewohner oder Mitarbeiter auf Missstände hinweisen und auf Nachfragen unserer Mitarbeiter offen antworten“.

Zuerst veröffentlich in Friedrichs Wilhelm  Stadt- und Studierendenzeitung

14. Juni 2016, 09.03 Uhr:

Der Wahnsinn der Anderen

von Thomas von der Osten-Sacken

Über die Psychopathologisierung islamistischer Attentäter

Gastbeitrag von Antideutsche Aktion Berlin (ADAB)

In den letzten 10 Monaten gab es fünf mehr oder minder gelungene Anschläge in Deutschland. Im Herbst letzten Jahres griff in Berlin ein Islamist eine Polizistin mit einem Messer an, woraufhin ihr Kollege den Angreifer erschoss. Der 41-jährige Iraker saß zuvor im Gefängnis, weil er gemeinsam mit Komplizen einen Anschlag auf den damaligen irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi in Berlin im Jahr 2004 plante.

Etwas bekannter sollten der versuchte Mordanschlag einer 16jährigen Hannoveranerin auf eine Bundespolizistin sowie der Sprengstoffanschlag auf einen Tempel der Sikhs in Essen sein. Obwohl die Salafistin erst kürzlich versucht hatte sich dem IS anzuschließen, ihr Bruder zeitweilig im Ausland im Gefängnis saß, weil er ebenfalls versuchte, sich dem IS anzuschließen, die Jugendliche mit marokkanischem Migrationshintergrund seit acht Jahren in der salafistischen Szene unterwegs ist, meldet die Staatsanwaltschaft gegenüber dem NDR am 04. März:

“Wir gehen nicht davon aus, dass ein religiöser oder politischer Hintergrund besteht", so Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. “Es ist einfach eine Ermittlungsthese, weil wir verzweifelt auf der Suche nach einem Motiv sind.” Es sei auch bekannt, dass das Mädchen im Ausland war. Ob es sich aber tatsächlich im türkisch-syrischen Grenzgebiet aufgehalten habe, sei unklar, sagte Klinge. Man ermittele nach wie vor in drei Richtungen: Eine psychische Erkrankung werde von den Ermittlern ebenso in Betracht gezogen wie eine spontane oder eben eine politisch-religiös motivierte Tat.“


Vor einem Monat griff ein Mann in München wahllos Passanten an, rief dabei  „Allahu akbar“ und tötete einen Passanten. In der Presse werden die Ermittlungsbehörden wie folgt zitiert: „Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund haben sich bisher nicht erhärtet. Zeugen hatten berichtet, dass der Mann bei dem Angriff “Allahu akbar” rief. Ein politischer Hintergrund wird aber trotzdem geprüft.“ (Die Welt, 10. Mai 2016)

Die ZEIT schreibt: „Der Mann, der bei München mehrere Menschen mit einem Messer attackiert hat, soll psychische Probleme gehabt haben.“ Keine zehn Tage später stach ein stadtbekannter Salafist ebenfalls in München auf Passanten ein. Surprise:

 

„Trotz des radikalen islamistischen Hintergrunds des Täters geht die Polizei aber nicht von einer politisch motivierten Tat aus. “Wir haben keine staatsschutzrechtlichen Erkenntnisse", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch bei einer Pressekonferenz am Mittag. Vielmehr sei der Mann offenbar psychisch krank und auch bereits in psychiatrischer Behandlung. Zuletzt habe sich sein gesundheitlicher Zustand verschlechtert, hieß es.“ NTV, 20. Mai 2016


Die Psychopathologisierung islamistischer Attentäter wird sehr gerne von Sicherheitsbehörden, Medien und kulturrelativistischen Linken betrieben. Die Entmündigung der Attentäter hilft ihnen einerseits dabei, dass Ausmaß islamistischen Terrors soweit es geht auszublenden. Andererseits ist es Ausdruck der Tatsache, dass die in diesen Kreisen gepflegten politische Begriffe nicht einmal annähernd ausreichen, um solch eine „wahnsinnige“ Tat zu analysieren. Die Verklärung, es könne sich bei den Attentätern nur um Menschen handeln, die psychische Probleme haben, ist dabei nur eine Krücke.

Es ist kein Geheimnis, dass salafistische und jihadistische Anwerber ganz gezielt psychisch labile Menschen rekrutieren oder immer wieder versuchen in den Gefängnissen Kleinkriminelle für ihre Zwecke zu missionieren. Der Versuch die Verbindung von Religion und Wahn zu ignorieren, endet letztlich in dem Wahnsinn islamistische Terroristen als „psychisch krank“ zu diffamieren.

„Eine besondere Bedeutung beansprucht der Fall, daß eine größere Anzahl von Menschen gemeinsam den Versuch unternimmt, sich Glücksversicherung und Leidensschutz durch wahnhafte Umbildung der Wirklichkeit zu schaffen. Als solchen Massenwahn müssen wir auch die Religionen der Menschheit kennzeichnen. Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt“, schreibt Sigmund Freud im „Unbehagen in der Kultur“.

Im Falle der 16-jährigen Hannoveranerin ist bei der Suche nach dem Motiv ihrer Tat herausgekommen, dass sie womöglich die erste, vom Islamischen Staat instruierte Attentäterin in Deutschland war. Im Nachtprogramm versteckt, als Teaser für eine Dokumentation über den IS in Europa, erklärte die Tagesthemen-Sprecherin am 30. Mai 2016 dem verdutzten Publikum diese interessante Nachricht. Seitdem herrscht wieder Funkstille.


(Auszüge aus einem Referat. Gehalten am 11. Juni 2016 in Berlin.)

1. Juni 2016, 11.45 Uhr:

FPÖ: Keine Berührungsängste

von Jungle World

VON KARL PFEIFER

Die FPÖ hatte kein Problem, einen ungarischen Neonazi wie László Toroczkai, den Bürgermeister der ca. 4000 Einwohner zählenden ungarischen Großgemeinde Ásotthalom, zum Akademikerball 2016, durch die Burschenschaft Olympia einzuladen.

Toroczkai der am 31. Mai 2016 zum Vizepräsidenten der ungarischen Neonazipartei Jobbik gewählt wurde, hat auf seiner Facebook Seite am 25. Mai folgende Notiz eingetragen:
“Etwas stinkt (…) in Österreich. Nach dem bis heute unaufgeklärten und mit zahlreichen Widersprüchen behafteten Unfall Jörg Haiders, konnte der von allen anderen Parteien und politischen Kräften unterstützte Bundespräsident-Kandidat [Alexander Van der Bellen] nur mit ein paar später eingelangten Briefwahlzetteln, mit sehr knapper Mehrheit den Kandidaten der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) besiegen (…) Auch bislang wussten wir, dass die ausschließlich den Interessen des globalen Großkapitals dienende, sich um die Vernichtung der europäischen Nationen bemühende internationale politische Kraft die Macht nicht leicht den patriotischen Kräften übergeben wird. Die einzige Lösung, dass man, wenn es gefällt, eine zweidrittel Mehrheit erreichen muss. In diesem Fall können sie auch mit Betrug keine wesentliche Änderung erreichen. Die europäischen nationalen Kräfte jedoch muss man zusammenfassen, der Feind ist international, dagegen was tun, kann man nur mit dem Zusammenhalt zwischen den Nationen.“

Wie man sieht, die laut Umfragen stärkste politische Partei Österreichs hat keine Berührungsängste, wenn es um die Zusammenfassung der „europäischen nationalen Kräfte“ geht. Da sind auch Neonazi willkommen.

21. Mai 2016, 15.24 Uhr:

Stehvermögen aufbauen

von Thomas von der Osten-Sacken

Der Muslim bringt’s ans Licht: Der deutsche Nachkriegsmann ist total verweichlicht.

Eine Niete kurzum, prügelt sich nicht gerne und vertraut auch noch auf den Staat, den ihm die Alliierten damals aufgezwungen haben.

Kurzum da steht gar nichts mehr, schon gar nicht hart.

Jetzt also heißt es: Widerstand organisieren! Stehvermögen wieder herstellen! Die Krise als Chance! Mehr Prügeln, weniger Staat! Die Fesseln der Zivilisation abstreifen! Stadtdschungelkämpfer werden!

Sich dem Gegner, der noch steht wie eine Eins, mimetisch angleichen!

(Und deutscher Mann, so am Rande, nicht wahr, auch die deutsche Frau, die sieht das gar nicht gerne, solche dauerdurchhängenden, zivilisierten Waschlappen und am Ende, wenn sie eh schon, Bassam Tibi hat’s ja jüngst erklärt, vom Muslimmann entehrt worden ist und Du nicht eingegriffen hast, obwohl es ja eigentlich um Deine Ehre ging, dann wird sie sich gar auch noch abwenden von Dir! Und dann gibt es bald auch noch ein übles Demographieproblem.)

Schmeicheln Sie uns!

Falls Sie Ihre Wertschätzung für unsere Website ausdrücken möchten, können Sie dies mithilfe des Mikro-Bezahlsystems Flattr tun. Benutzen Sie einfach den folgenden Button:

Mehr Informationen auf flattr.com

Anzeige Transformellae Ikeae

Werden Sie ein Fan!

Jungle World
auf Facebook

Sie müssen sich nicht für Facebook registrieren, um unsere Seite zu betrachten. Na gut, dann …