von Jörn Schulz
Sie haben sich wahrscheinlich schon gedacht, dass das angeblich von Grass stammende Gedicht nicht wirklich von einem Literaturnobelpreisträger geschrieben worden sein kann. Aus Versehen hat die Sekretärin die Prosavorlage von Ali Khamenei verschickt. Unserem Sonderkorrespondenten gelang es, das echte Gedicht zu ergattern:
Den Helmut Schmidt lädt jeder ein
Nur mich hören will kein Schwein
Nicht Beckmann und nicht Anne Will
Drum bin ich nun nicht länger still
So weiß ich noch aus alter Zeit:
Der Jude ist zum Krieg bereit!
Dann kam der Führer, und auch ich
Bis heimlich ich mich davonschlich
Nun gibt’s den Mann in Teheran
Der hat Uran und reichert’s an
Dieser Mann kennt die Geschicht’
Den Holocaust, den gab es nicht
Und warum darf das niemand sagen?
Weil die Juden immer klagen!
Doch macht mit dem Verdruss
der Ahmed Jihad endlich Schluss!
Doch halt! Ich wollt’ natürlich sagen:
Für Frieden tut er sich abplagen
Und gäb’s nicht dieses Israel
Ging’s mit dem Frieden ja ganz schnell
Die Juden haben jetzt auch Waffen
Und können umso besser raffen
U-Boot von uns! Wie ungeheuer!
Dafür zahl’ ich doch keine Steuer!
Wird der Mahmoud es auch vergeigen?
Der Arier darf nicht länger schweigen.
So sitz’ ich hier in meinem Wahn
Vielleicht ruft Anne Will mich an.
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