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Thomas von der Osten-Sacken:Lehren aus der Vergangenheit: Ein APB gegen Genozid
24. April 2012, 11.45 Uhr:

Lehren aus der Vergangenheit: Ein APB gegen Genozid

von Thomas von der Osten-Sacken

Pünktlich zum Holocaust Remeberance Day, an dem er einmal mehr in den üblichen Floskeln, die nur das Gegenteil des Gesagten beweisen, die geladene Audienz und den Rest der Welt aufforderte, man müsse aus der Vergangenheit lernen, stellte Präsident Barack Obama eine neue Initiative gegen „Kriegsverbrechen, Genozid und Massenmord“ vor, deren bürokratische Sprache denen der Lagerverwalter kaum nachsteht.

Fortan werden die Bürokraten in Washington in einem APD der PSD-10 folgen. Die vielbeschworenen Lehren aus der Vergangenheit sind endlich und für alle Zeiten gezogen: Sie heißen „anti-atrocity capabilities“ (AACs) und werden ganz sicher künftig in Workshops, Seminaren und per Power-Point Präsentation vermittelt.

Waren es früher noch in Betroffenheit machende Sozialarbeiter, die meinten, gerade nach Auschwitz müsste möglichst viel engagierte Poesie produziert oder interkulturell getöpfert werden, hat  diese Form der Vergangenheitsbewältigung es inzwischen zur Leitlinie des Weißen Hauses gebracht. Der einzige Unterschied: auf die Idee, Akronyme zu verwenden, wenn es um die angebliche Verhinderung von Völkermorden geht, wären selbst die findigsten deutschen Sozialarbeiter nicht gekommen.

Die verwaltete Welt kommt endgültig zu sich selbst. In Teheran planen sie einen zweiten Holocaust, von den Massakern und Massenmorden, die andernorts stattfinden, ganz zu schweigen und in Washington trainiert man sich AACs an:

President Obama also recognizes that in order to counter atrocities more effectively, the U.S. government must prioritize this effort, strengthen and expand the tools available to us, and establish a level of organization that matches our commitment. In 2010, he created the first-ever White House position dedicated to preventing and addressing war crimes and atrocities. And in August 2011, he issued Presidential Study Directive 10 (PSD-10), declaring the prevention of mass atrocities and genocide to be a “core national security interest and core moral responsibility” of the United States, ordering the creation of a whole-of-government Atrocities Prevention Board (APB), and directing the National Security Advisor to lead a comprehensive review to assess the U.S. government’s anti-atrocity capabilities, and recommend reforms that would fill identified gaps in these capabilities.

President Obama announced today that he has approved the recommendations generated by the review, and he has directed his Administration to take a range of steps to strengthen the U.S. government’s ability to foresee, prevent, and respond to genocide and mass atrocities.

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