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Thomas von der Osten-Sacken:Adorno Preis für Hamas Fan
3. Juni 2012, 00.51 Uhr:

Adorno Preis für Hamas Fan

von Thomas von der Osten-Sacken

Für den diesjährigen Theodor W. Adorno Preis hat das Kuratorium der Stadt Frankfurt sich Judith Butler ausgewählt. Wenn Butler gerade nicht diskurstheoretisiert (zu seinem Glück blieb die Lektüre ihres Werkes Adorno erspart), dann wirbt sie  gerne etwa für die Eingemeindung diverser islamistischer Antisemitentrupps in die globale Linke:

Yes, understanding Hamas, Hezbollah as social movements that are progressive, that are on the Left, that are part of a global Left, is extremely important.

Und außerdem engagiert sie sich  bei der unseligen “Boykottiert Israel (BDS) Kampagne”, von der selbst Noam Chomsky sich inzwischen distanziert, und ist gerne gesehener Gast bei “Israeli Apartheid Weeks”, auf denen sie  dann vehement einen kulturellen und akademischen Boykott Israels fordert.

Judith Butler und der Theodor W. Adorno Preis! Stünde es nicht schwarz auf weiß auf den Seiten der Stadt Frankfurt, man würde es für einen ganz ganz schlechten Witz halten:

Das Kuratorium des Adorno-Preises begründet seine Entscheidung für Judith Butler wie folgt: „Mit dem Theodor-W.-Adorno-Preis des Jahres 2012 wird eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit geehrt. Für Fragen über Identität und Körper sind ihre Schriften maßgeblich und werden weltweit rezipiert. Als Vordenkerin eines neuen Verständnisses von Kategorien wie Geschlecht und Subjekt, aber auch der Moral, ist sie immer dem Paradigma der kritischen Autonomie verpflichtet. Spurenelemente von Butlers Theoriegebäude finden sich in Werken der zeitgenössischen Literatur, dem Film, dem Theater und der Bildenden Kunst.“

Dem Kuratorium des Theodor-W.-Adorno-Preises 2012 gehören neben den ständigen Mitgliedern in diesem Jahr die Soziologin Martina Löw, die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz, der Philosoph Rainer Forst und der Kritiker Jürgen Kaube an.

Über das Verhältnis von kritischer Theorie und Israel hat Stephan Grigat vor einigen Jahren ein Essay geschrieben. Was Adorno, in dessen Namen man der Judith Butler nun diesen Preis verleiht, von ihren Umtrieben gehalten hätte bedarf deshalb keiner weiteren Ausführungen.

Wenn ernsthaft der Adorno Preis an Judith Butler verliehen wird , dann sollte konsequenterweise Martin Heidegger posthum noch die Martin Buber Medaille bekommen, Hans Grimm vielleicht einen Benjamin Orden erhalten und Henning Mankell ein Else-Lasker Schüler Stipendium für seine Teilnahme auf der Mavi Marmara.


Kommentare

Die Mühe Butlers Werke (z.B. die Adorno Vorlseungen von 2002) tatsächlich erst einmal zu lesen, scheint sich der Autor nicht zu machen zu müssen - denn das Ressentiment sitzt ohnehin perfekt! Nur mit der Polemik hapert es etwas: Der Titel (u.a.) ist weder witzig noch sonderlich geistreich; eher peinlich!


Versucht hier etwa der baltisch-pommersche Adel durch diesen einzigartigen Verriss der Person und des Wirkens der lesbischen Jüdin Judith Butler, seinen homophoben Antisemitismus zu übertünchen? Typisch deutsch, würde ich mal sagen.

also ich habe gerade ein itv gelesen, in der sie ihre position etwas anders darstellt......, wäre ein gespräch mit ihr nicht viel produktiver, als über sie zu schreiben???

A few years ago you said that the hamas and hizbollah would be progressive social movements. Do you still have that opinion?

I never said that. I was asked whether, as a matter of description, Hamas and Hezbollah are part of the global left. I said I thought (a) that they are left movements and that (b) like all left movements, there are some that I support and there are some that I do not. I was simply describing where they are on the continuum of positions, but I never called them progressive social movements and I never voiced any support for them.

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