von Ferdinand Muggenthaler
Stanislav Lakoba weiß die Geopolitik auf seiner Seite. “Weder die Türkei noch der Iran wollen, dass aus Georgien ein neues Israel entsteht", frohlockt der Sektretär des abchasischen Sicherheitsrats im Interview mit El Pais. Auch in Abchasien lässt sich offenbar mit dem antiisraelischen Stereotyp vom Aussenposten des US-Imperialismus Stimmung machen.
Der russische Imperialimus ist dagegen gerade Lakobas bester Verbündeter. Seine Hoffnung, dass auch die Türkei jetzt alte Gebietsansprüche gegen Georgien ausgeraben könnte, mag übertrieben sein. Dafür kann er fest damit rechnen, dass die russischen Panzer seine Provinz vom “georgischen Joch” befreien.
Anders als im Kosovo sind es jetzt die USA, die sich auf die Unverletzlichkeit der Grenzen berufen. Und niemand glaubt, dass Russland seine Liebe zum Befreiungsdrang der Ethnien in den “Völkergefängnissen” dieser Welt entdeckt hat. Die Zeitungen drucken wieder Pipelinerouten.
Zeit, die alte Dossiers und Polemiken in der Jungle World über Piplinerouten, den Zerfall Jugoslawiens und die neue Weltinnenpolitik neu zu lesen.
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