von Jörn Schulz
Schlechte Nachrichten für Panafrikanisten: Der Kontinent driftet auseinander, immer tiefer wird der Graben, der ihn durchzieht. Heroisch stemmt Muammar al-Ghaddafi sich dem Unheil entgegen, als neuer Vorsitzender der Afrikanischen Union will er die „Vereinigten Staaten von Afrika“ schaffen. Vermutlich mit sich selbst als Präsidenten oder auch Kaiser, er forderte mit der ihm eigenen Bescheidenheit, ihn vorläufig schon mal „König der traditionellen Könige Afrikas“ zu nennen.
Doch die Süddeutsche Zeitung berichtet: „Afrika selbst steht einer Studie von Potsdamer Forschern zufolge die Spaltung bevor.“ Und ob König der Könige, Revolutionsführer oder Sonne des 21. Jahrhunderts, gegen die Plattentektonik, die den Ostafrikanischen Graben weitet, ist auch Gaddafi machtlos. Sie sorgt dafür, dass große Teile Somalias, Äthiopiens, Kenias, Tansanias und Mosambiks sich vom Kontinent verabschieden und gemeinsam mit Madagaskar gen Nordosten treiben werden. Die langfristigen Perspektiven der transatlantischen Partnerschaft hingegen sind gut, in etwa 220 Millionen Jahren wird es nicht einmal mehr einen Atlantik geben, der Europa und Amerika trennt. Die Festung Europa bekommt lange vorher Probleme. In etwa 30 Millionen Jahren dockt Nordafrika an der südeuropäischen Küste an.
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