von Jörn Schulz
Kennen Sie das Vier-Ohren-Modell? Es ist ein sehr nützliches Hilfsmittel der Kommunikationsanalyse. Nehmen wir etwa den SPD-Abgeordneten Jörn Thießen aus Dithmarschen, der sagte: „Wir Politiker müssen im Parlament abstimmen, das kann man auch von den Wählern bei einer Wahl verlangen. Wer nicht zu einer Wahl geht, sollte 50 Euro Strafe zahlen. Demokratie ohne Demokraten funktioniert nicht.“
Versuchen Sie gar nicht erst, so einem Mann mit Logik zu kommen, wie eigenwillig diesbezüglich seine Vorstellungen sind, lehrt er auf seiner Webseite, wo er über sich selbst schreibt: „Der Krieg im Kosovo überzeugt ihn einmal mehr, dass Deutschland seine militärische Macht und demokratische Energie für den Frieden einsetzen muss. So wechselt er als Direktor und Professor in das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr.“
Schauen wir lieber, was Thießen uns wirklich sagen will. Vergessen wir die hier unbedeutende Sachebene. Interessanter ist die Ebene der Selbstoffenbarung: „Ich könnte mich in den Arsch beißen. 20 Prozent! Wenn das so weitergeht, muss ich bald Torf stechen.“ Alsdann wäre da die Beziehungsebene, die zum Ausdruck bringt, wie der Sender zum Empfänger steht: „Undankbares Gesindel! Was habe ich nicht alles für euch getan! Und ihr, was tut ihr für mich? Prügeln sollte man euch zur Urne!“ Nicht zu vergessen die Ebene des Appells: „Bitte, bitte wählt mich im September. Ich will nicht Torf stechen.“
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