Jörn Schulz:Sehr viele Nullen
1. Juli 2009, 18.09 Uhr:

Sehr viele Nullen

von Jörn Schulz

Ärgern Sie sich auch ständig über den haarsträubenden Unfug, den Linke oder Leute, die dafür gehalten werden, von sich geben? Vielleicht ist es dann ein kleiner Trost, zu erfahren, dass auch Rechte es zuweilen meisterhaft vestehen, sich zu blamieren. Das beweist immer wieder Bettina Röhl. Sie weiß: „Marx war viel schlimmer als Madoff“. Sie weiß auch: „Madoff ist tatsächlich ein böser Kapitalist. Aber deswegen ist der Kapitalismus an und für sich nicht böse.“ Weiter geht die Märchenstunde: „Madoff hat das Geld nicht vernichtet, sondern es in den Wirtschaftskreislauf wieder eingespeist, in dem das Geld seine Arbeit wieder verrichten konnte.“ Wenn es nicht wegen der Finanzkrise entlassen wurde und nun auf dem Arbeitsamt herumsteht. Jedenfalls „sind 1000 Madoffs für die Weltökonomie, für die globalisierte Wirtschaft, für den weltumspannenden Kapitalismus Peanuts“.

Ganz anders der Marx. „150 Jahre Karl Marx haben große Teile der Menschheit in Völkermord und ökonomisches Völkerleid herab gerissen.“ Denn „Milliarden Menschen haben täglich in den kommunistischen Systemen geschuftet und dabei per Saldo dabei mehr Vermögen verbraucht als produziert.“ Aber das hätte alles nicht sein müssen: „Hätte man Karl Marx damals 150 Jahre aufgebrummt und damit die Menschheit gegen Marx immun gemacht, das globale Volksvermögen wäre um einen Faktor von 10 hoch sehr viele Nullen höher als heute.“ 10 hoch Null ergibt eigentlich 1, aber wir wollen nicht kleinlich sein, wenn es um große Ideen geht, um den ewigen Kampf gegen das Böse. „Das Moment des Bösen lassen wir mal schön dort, wo es hin gehört, beim Kommunismus und dessen teuflisch bösen Geistern und dessen Verbrechen und dessen systembedingtem ökonomischen Versagen, das Milliarden von Menschen ruiniert hat.“

Wo lauern Satans Heerscharen? „Der geniale Scharlatan Gregor Gysi und ein bösartig verbiesterter Oskar Lafontaine – das sind die gefährlichen Rattenfänger dieser Tage, und Medien- und Talkshow-Macher, die mit dem Feuer spielen und solchen Rattenfängern hoffnungslos überproportional Massenkommunikationsräume einrichten. Von der Linkspartei seit 150 Jahren nichts Neues. Aber immer wieder Neuaufgüsse der alten Pläne die Menschheit mit antikapitalistischen Hirngespinsten zu ruinieren.“ Damit niemand die Botschaft vergisst, steht am Ende noch einmal: „Marx ist jedenfalls weit schlimmer als Madoff.“

In einem haben die Konservativen recht. Eine schwierige Kindheit kann nicht alles entschuldigen.

Kommentare

Thomas Hörnschemeyer sagt dazu (23.07.2009@22:01):
Schön, dass ('mal wieder ?) kein eigener Inhalt zustande gebracht wird, wär' ja vielleicht interessant gewesen zu wissen, was der gute Jörn Schulz inhaltlich dazu zu sagen hat, aber ... na ja ... Stimmungsmache ist halt einfacher als Inhalt. Wer ernst genommen werden will, sollte es aber trotzdem 'mal damit versuchen.

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