Jörn Schulz:Krieg den Minaretten, Friede den Nummernkonten
3. Dezember 2009, 19.40 Uhr:

Krieg den Minaretten, Friede den Nummernkonten

von Jörn Schulz

Was an der Debatte über das Minarettverbot in der Schweiz wirklich nervt, ist die Märtyrerpose. Ja, auch die diverser Repräsentanten islamischer Organisationen. Aber widmen wir uns mal den Schweizern. „Dass es überhaupt zu einer Anti-Minarett-Initiative kommen konnte, zeigt vor allem, dass viele Menschen nicht wagten, ihren Unmut offen zu formulieren sondern Ärger herunter schluckten“, schreibt die Feministin Julia Onken, die für das Verbot stimmte. Wovor haben diese Leute eigentlich Angst? Vor den Internierungslagern, in denen schon zehntausende Islamkritiker schmachten, nur weil sie keine Moscheen mögen?

Eher wohl vor der Kritik. „In einer Demokratie muss es doch möglich sein, die eigene Meinung frei zu äußern - und in diesem speziellen Falle - ohne in die fremdenfeindliche Ecke gestellt zu werden.“ Tatsächlich ist das Motiv für die Ablehnung der Minarette nicht in jedem Fall Rassismus. Wer aber eine Meinung äußert, muss mit Kritik, auch mit unsachlicher, unfairer und empörender Kritik, leben. So ist das in der Demokratie. Ist mir übrigens auch schon passiert, dass Leute mir mit den dümmsten und haarsträubendsten Vorwürfen gekommen sind. Ich habe es überlebt. Sie, Frau Onken, werden es auch überleben, ebenso wie ihre Eidgenossen.

Weil ich heute gerade in konstruktiver Stimmung bin, möchte ich einen Vorschlag machen, wie die Schweizer den Verdacht ausräumen können, dass es den meisten von ihnen doch darum ging, den muslimischen Migranten klar zu machen, dass sie gerne die Dreckarbeit machen können, ansonsten aber den Mund halten sollen. Es werde folgender Verfassungszusatz beschlossen: „Um nicht weiterhin das Vermögen jener zu mehren, die steinigen, auspeitschen und enthaupten, beschließen wir: Keine in der Schweiz ansässige Bank darf Geld von reaktionären Emiren, fundamentalistischen Königen und islamistischen Geschäftsleuten annehmen. Bereits in der Schweiz deponiertes Vermögen ist zu beschlagnahmen. Der Erlös wird vollständig der Demokratie- und Menschenrechtsbewegung gegen Sharia und Diktatur zur Verfügung gestellt.“

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