von Jörn Schulz
Es gibt Momente, da kann ich die Verschwörungstheoretiker verstehen. So mag man wirklich kaum glauben, dass fast ein Flugzeug über Detroit in die Luft gesprengt worden wäre, weil die US-Geheimdienste nicht googeln können. Ihnen fehlen Suchmaschinen, die verschiedene Schreibweisen von Namen angeben. Das Außenministerium buchstabierte den Namen des Attentäters abweichend von der Version anderer Behörden. Deshalb konnte die Warnung des Vaters von Umar Farouk Abdul Mutallab nicht mit anderen Informationen in Verbindung gebracht werden, gestand Michael Leiter, Direktor des National Counterterrorism Center, vor einem Senatsausschuss. Dennis Blair, als National Intelligence Director verantwortlich für die Koordination von 16 Geheimdiensten, bestätigte “blinde Flecken, die eine Suche in der Art von Google” unmöglich machen. Das Problem tritt bei arabischen Namen nicht gerade selten auf, Leiter versprach, man werde nun an einer Lösung arbeiten. Ussama bin Laden hat sich in seiner Berghöhle vermutlich vor Lachen am Boden gewälzt.
Doch abgesehen davon, dass es in der Geschichte der Geheimdienste an derartigen Patzern und sonstigen Kuriositäten (meine Lieblingsstory ist die von den Agenten auf der Jagd nach dem Zauberwürfel) wahrlich nicht mangelt, darf man sicher sein, dass die Dilettanten der Dienste dem Senat gewiss gerne eine Ausrede präsentiert hätten, mit der sie nicht ganz so dumm dastehen. Denn nun wird Leiter die Karriereleiter vielleicht nicht weiter hinaufsteigen. Was für ein Glück, dass die Jihadisten mindestens ebenso dusselig sind.
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