von Jörn Schulz
Wenn die Deutschen sich in die griechische Politik einmischen, droht sogar den Ruinen der Ruin. Im Jahr 1832 wurde Otto Friedrich Ludwig von Wittelsbach, damals noch ein Teenie, König von Griechenland. Er bekam den Job, weil die europäischen Mächte den Griechen nicht trauten, die Griechen sich nicht einigen konnten und bedeutendere Monarchen es abgelehnt hatten, den Thron zu besteigen. Natürlich brauchte Otto einen standesgemäßen Palast, den Karl Friedrich Schinkel entwarf. Schinkel wollte gleich reinen Tisch machen und die Akropolis abreißen lassen, seine „Pläne für ein Königsschloss auf der Akropolis“ hätten „eine komplette moderne Überbauung des antiken Burgberges durch eine antikisierende Palastarchitektur bedeutet“. Immerhin, „nach heftiger Kritik wurde der Plan indessen bald fallengelassen“. Auch Otto versuchte bereits, die finanziellen Probleme seines Herrscherhauses auf Kosten der Griechen zu lösen. Nach einiger Zeit einigten sich seine Untertanen dann doch, nämlich darauf, dass Otto verschwinden müsse. Im Jahr 1862 floh er vor einem Aufstand. Man darf also hoffen, dass die geschichtsbewussten Griechen gelernt haben, dass man die Deutschen fürchten muss, selbst wenn sie Kredite bringen.
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