von Jörn Schulz
“An einige Schrecknisse aus einem Jahr Obama sei erinnert, die wie Verschwörungen gegen Amerika anmuten.“ Nein, das kommt nicht aus Alaska von Sarah Palin, sondern von den Bahamas. Um was für Schrecknisse handelt es sich? Im Weißen Haus „stand neben auch weißen Jazz-Musikstudenten und einem kubanischen Klarinettisten der schwarze Trompeter Wynton Marsalis und seine Familie. Solchermaßen wurde von der ganz schwarzen Frau eines ziemlich schwarzen Präsidenten verraten, wofür Condoleezza Rice, gerade weil sie einer schwarzen Familie entstammt, stets vorbildlich eingetreten ist: Weil der Jazz und manche andere Formen der amerikanischen Unterhaltungsmusik mit schwarzen Musikern ganz oder weitgehend identifiziert werden, verbietet es sich – wenn man selber schwarzer Hautfarbe ist, einer Nation, die zurecht darauf stolz ist, aus einer Vielzahl von Nationen und Ethnien hervorgegangen zu sein, um diese miteinander zu einer neuen und besseren zu verschmelzen – als First Lady die Musik der eigenen Rasse aufspielen zu lassen.“
Dieser Vorwurf entbehrt nicht einer gewissen Originalität, da muss man ja erstmal drauf kommen. Doch wüsste man gern, welche Musik angemessen gewesen wäre. Es ist ja gar nicht so einfach, fremdrassige und politisch korrekte Musikstile zu finden. Blues geht nicht, Rock auch nicht, Soul, Funk und HipHop sowieso schon mal gar nicht, das ist ja alles „Negermusik“. Seit die Dixie Chicks sich gegen George W. Bush gewandt haben, wäre es eine Sabotage am „war on terror“, Country darzubieten. Das gilt natürlich erst recht für arabische oder persische Musik. An afrikanische Klänge wollen wir gar nicht erst denken. Aber vielleicht meldet sich ja der Bahamas-Chor im Weißen Haus an und singt ein schönes deutsches Volkslied für Michelle Obama, am besten „Zehn kleine Negerlein“.
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