von Jörn Schulz
Jürgen Elsässer gehört, wie Bettina Röhl und einige andere, eigentlich zu jenen, die ich für nicht satisfaktionsfähig erklärt habe. Nun muss ich aber doch eine Ausnahme machen. Dass Elsässer Bischof Mixa verteidigt, verwundert nicht mehr. Dass er reaktionäre homophobe Ressentiments propagiert („Sexueller Missbrauch scheint seinen Fokus nicht bei den Kirchen zu haben, sondern bei den Homosexuellen“), erstaunt auch nicht. Es mag sein, dass ich bei der Feststellung, dass „Watschn“ seit Anfang der siebziger Jahre nicht mehr „normal“ waren, die zivilisatorische Kluft zwischen Nord- und Süddeutschland unterschätzt habe. „Ein paar Watschn waren vor 20, 30 Jahren in der Erziehung normal“, meint jedenfalls auch Elsässer. Und fügt hinzu: „Ich hab auch vom Lehrer welche bekommen, und es hat mir nicht geschadet.“
“Es hat mir nicht geschadet” - diese Behauptung hört man immer wieder, seit Friedrich Nietzsche, der übrigens ein Domgymnasium und ein Internat besuchte, behauptete: „Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.“ Bewiesen wurde sie noch von keinem, der sie aufstellte. Die Unfähigkeit zur Selbstreflexion ist jedenfalls kein Beweis.
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