von Stefan Ripplinger
„We’re rough, we’re tough, we’ve had enough“, brüllt Kim Fowley auf „Outrageous“ (1968), vermutlich doch der besten Rockplatte ever (jedenfalls kann ich mich an keine bessere erinnern). Julian Cope merkt zu ihr an, dass einige Oberschlaue Fowley dahinter gekommen seien, nie etwas so gemeint zu haben, wie er es gesagt hat, und kommentiert klug:
So they dismiss him because they’ve fallen for the idea that you gotta mean what you say in the first place in order for it to have value. Baloney!
In ihrer Jugend stellen sich manche Kreuzberger vor, ein Künstler müsste sich erst ein Ohr abschneiden, um einer zu sein. Aber Künstler weisen sich nicht mit ihren Biographien, sondern mit ihrer Kunst aus. Und wer sich roh nennt, ist oft ziemlich ausgekocht.
Ein paar Jahre nach Fowleys Ausbruch gab es den Rough Trade, seit allerneuestem gibt es nun auch die Rough Books und den angeschlossenen Rough Blog, deren beider Roughness ganz neue Reime findet:
Die Ihr einem neuen Grade
der Erkenntnis nun Euch naht,
wandert fest auf Eurem Pfade,
wißt, es ist des Roughen Pfad.
Nur der unverdroߑne Mann
mag sich unsern Roughbooks nah’n!
Nehmt, o Leser, zum Geleite
Der Verleger Segen mit!
Vorsicht sei Euch stets zur Seite;
Wißgier leite Euren Schritt!
Prüft und werdet nie dem Wahn
träger Blindheit untertan!
Rough ist zwar des Lebens Reise,
aber süß ist auch der Preis,
der des Lesers harrt, der weise
seine Fahrt zu nützen weiß.
Glücklich, wer einst sagen kann:
Es war rough auf meiner Bahn!
Nach Joseph Franz von Ratschky
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart
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