von Jörn Schulz
Wir haben unseren Guido Westerwelle, die Amerikaner haben ihre Sarah Palin. Wer von beiden hat den höheren Unterhaltungswert? Wer von beiden spricht besser Englisch? Nun, zumindest ist Sarah Palin kreativer. And perhaps we misunderestimate her.
“Ground Zero Mosque supporters: doesn’t it stab you in the heart, as it does ours throughout the heartland? Peaceful Muslims, pls refudiate", twitterte sie. Refute? Repudiate? Fans und Feinde rätselten, was Palin gemeint hat. Sie antwortete: „English is a living language. Shakespeare liked to coin new words too. Got to celebrate it!” Was die friedlichen Muslime tun sollen, erklärte sie allerdings nicht.
Tatsächlich sind viele Begriffe bei Shakespeare zum ersten Mal schriftlich nachweisbar. Dass er sie erfunden hat, ist unwahrscheinlich, denn das Theater wurde damals von Angehörigen aller Klassen besucht. Er musste sich einer Sprache bedienen, die einem Adligen ebenso geläufig war wie einem Sattlergesellen, und niemand war damals der Ansicht, dass Texte oder Theaterstücke nur dann als tiefsinnig erachtet werden können, wenn man sie nicht versteht. Bekannter als für Wortneuschöpfungen ist Shakespeare daher für prägnante Aphorismen wie diesen: “A hollow pot makes the most noise.“
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