von Jörn Schulz
Es ist wirklich nicht fair, dass alle nun über unseren Verteidigungsminister herfallen. Man muss doch auch mal das Positive sehen. Karl-Theodor zu Guttenberg hat Online-Kompetenz bewiesen. Edmund Stoiber hätte das nicht geschafft, der denkt, Copy and Paste sei ein italienisches Nudelgericht. Guttenberg ist der Jugend ein Vorbild, in einer Zeit, da Schwänzen als Verbrechen gelten soll, bedarf es eines role models, das zeigt: Seht doch, wie weit man es bringen kann, wenn man nur dreist genug bescheißt. Er hat dem deutschen Statusdenken ein wenig Aufklärung entgegengesetzt und bewiesen, dass Respekt vor den Trägern akademischer Titel unangebracht ist. Sonst wird immer von Uni-Ranking und Exzellenz-Clustern geschwatzt, jetzt heißt es „Scheiß auf den Doktor“ (Bild) oder „Die meisten Doktorarbeiten bestehen zu 90 Prozent aus Abgeschriebenem und Wiedergekäutem“ (Welt). So radikal sind die Parolen bei den Studi-Protesten nicht.
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