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Archiv für: Februar 2009
28. Februar 2009, 18.23 Uhr:

Ich bin beruhigt

von Lieselotte Kreuz

Seitdem ich nämlich gestern im ebenso bunten wie kritischen Magazin der SZ ein Interview mit dem im letzten Oktober zurückgetretenen ehemaligen Ministerpräsidenten Bayerns, Günther Beckstein, las, ist mein Glaube an den deutschen investigativen Journalismus wiederhergestellt. Ein Gespräch, in dem jedes Ding beim Namen genannt, kein Blatt vor den Mund genommen und jedes verfügbare heiße Eisen angefasst wird. Fragen, die mich, euch, uns alle seit letzten Oktober unentwegt gedanklich beschäftigt hielten, werden hier endlich gestellt: “Als Horst Seehofer nicht mehr Minister war, hat ihm sein Pförtner nicht mal mehr ein Taxi bestellt. Wie hat sich denn der Pförtner bei Ihnen verhalten?” Der Pförtner, Gott sei Dank, war netter zu Beckstein als zu Seehofer, “reizend” soll er sogar gewesen sein. Schofelig nur, dass mindestens ein anderer Mitarbeiter nicht so viel Loyalitätssinn bezeugte und den Entthronten tatsächlich abwies, einer kleinen Gefälligkeit wegen nur, und das, obwohl er, wie sich’s ja auch gehört, “…durch ganz München gelaufen wäre", wenn, ja eben wenn, der Beckstein denn noch Ministerpräsident gewesen wäre. Da sieht man’s wieder, kaum ist man nicht mehr Präsident, lassen sich die ganzen anderen Arschkriecher kein Stück mehr von einem herumkommandieren. Aber die SZ lässt sich trotz des vor ihr ausgebreiteten Elends des versierten Xenophobikers nicht beirren und fragt so tapfer wie gnadenlos weiter: “Sie wollten sich doch ein Auto kaufen?” und: “Wie weit ist Ihre Resozialisation im Alltag denn fortgeschritten?” Als, unfassbar, der tragisch so tief Gestürzte erklärt, bei Aldi einkaufen gewesen zu sein und anschließend Nudeln für seine Kinder gekocht zu haben, traut sie sich auch noch, jene Frage zu stellen, die direkt in das schwarze Herz des traurigen Helden zielt: “Kommen sie mit der U-Bahn zurecht?” Und Beckstein, um Haltung bemüht, erklärt aufgewühlt, dass er nicht nur die Handhabung der U-Bahn fehlerfrei beherrsche, sondern auch die des Telefons. Aber das alles ist nur Geplänkel im Vergleich zu dem eigentlichen Höhepunkt des Interviews, der von einer wiederum vollkommen furchtlosen SZ gestellten Frage: “Sie waren 15 Jahre lang erfolgreicher Innenminister und dann ein Jahr erfolgloser Ministerpräsident. War es falsch, diesen Schritt zu tun?” Auf unglaublich lässige und dabei doch stilsichere Weise gelingt es der SZ hier, die harte Arbeit von 15 Jahren Regierungszeit, in denen unablässig an der “Rückführung” von Flüchtlingen in sichere Heimatländer wie dem Nordirak oder Afghanistan gearbeitet, an einer strikteren Drogenpolitik gefeilt, mehr Überwachung seitens des Staates gefordert und der Schutz der Jugend vor alles Übel der Welt verursachenden “Killerspielen” erkämpft werden musste, in dem schönen, dabei aber treffenden Wörtchen “erfolgreich” zusammenzufassen. Da Capo.

28. Februar 2009, 16.42 Uhr:

NOW!

von Lieselotte Kreuz

Gut, ich stehe dazu: Der eine gute Grund, den ich habe, diese Seite hier zu verlinken, ist, dass ich ein einziges Mal wenigstens ganz sicher sein möchte, in welche der drei zur Verfügung stehenden Kategorien ich meinen Beitrag einzusortieren habe: Now. Das und der Drang zum Sinnlosen natürlich, der ewige elende Drang zum Sinnlosen. Schlimm.

28. Februar 2009, 16.00 Uhr:

Wer hat an der Uhr gedreht?

von Lieselotte Kreuz

Ist das wahr, ist es wirklich schon morgen? Aber wo ist dann meine Zeit geblieben? Ach so, klar, dort natürlich: Zahada. Für Kopfschmerzen, den Verlust des Zeitgefühls und andere Nebenwirkungen übernehme ich keinerlei Verantwortung.

26. Februar 2009, 14.15 Uhr:

tv total

von Ivo Bozic

“Was sagen die Kritiker?", will Stefan Raab von Heinz Strunk wissen. “Durchgewunken von FAZ bis Jungle World", sagt Heinz Strunk. Haben wir das Buch “Fleckenteufel” einfach durchgewunken? Nicht doch, mit echter Freude haben wir kürzlich den Vorabdruck veröffentlicht.
http://jungle-world.com/artikel/2009/03/32446.html

Einer der doch eher seltenen Momente, wo es die “Jungle World” mal ins Privatfernsehen schafft, hier:
http://tvtotal.prosieben.de/tvtotal/videos/player/index.html?contentId=36536&initialTab=related

19. Februar 2009, 18.46 Uhr:

Deus lo vult

von Jörn Schulz

Immer wieder wird Jürgen Elsässer unterstellt, er bastele an der Querfront. Zu unrecht, der Mann will höher hinaus:

„Aber was total NEU ist: die Hetze gegen die katholische Kirche. Aus dem Kanzleramt tönt’s kulturkämpferisch gen Rom – das gab es seit Bismarck nicht mehr. Dabei geht es nicht um Holocaust-Leugnung, von der sich der Papst – Gott sei Dank! - unzweideutig distanziert hat, dazu braucht er keine Ratschläge von Angie. Was in der medialen Darstellung meist völlig falsch dargestellt wird: Benedikt hat ja nicht die politischen Absichten dieses Williamson rehabilitiert und ihm auch kein kirchliches Amt zurückgegeben.“ Und: „Vielmehr wollen die Anhänger des totalen Marktes und des globalen Imperiums, die allein dem Geld-Götzen huldigen, alle unter Generalverdacht stellen, die noch an einen Gott glauben.“

Die Finanzkrise wird bekanntlich in der Offenbarung des Johannes prophezeit: „Die Kaufleute auf Erden sind reich geworden von ihrer großen Wollust. (…) Ihre Sünden reichen bis in den Himmel, und Gott denkt an ihren Frevel. (…) Und die Kaufleute auf Erden werden weinen und Leid tragen über sie, weil ihre Ware niemand mehr kaufen wird (…) Und sie warfen Staub auf ihre Häupter und schrieen, weinten und klagten.“

Da hilft kein Konjunkturpaket mehr. Elsässer hat die Posaune gehört, er will die Vertikalfront: Gottes himmlische Heerscharen und die Volksinitiative, ein unschlagbares Duo. Da staunt die Heuschrecke, da zittert das goldene Kalb, verloren sind alle jene, die „ohne familiäre Verantwortung und erkennbare Werte“, aber mit „losem Mundwerk“ als „Cyborgs der Schönen Neuen Welt“ einfach so vor sich hinleben. Jetzt braucht der Mann nur noch ein weißes Pferd.

13. Februar 2009, 13.02 Uhr:

Green Valentine

von Ivo Bozic

Achtung! Morgen ist Valentinstag! Das ist kein Grund zur Freude, nein, denn ein Virus wird über uns kommen, schlimmer als Aids, Ebola und Cholera.

Ein must-see-video, übersetzt von Memri:

10. Februar 2009, 23.44 Uhr:

In Stahlgetwittern

von Maik Söhler

Wie schnell etwas Interessantes, Neues uralt aussehen kann: (58 followers, “This person has protected their updates.")

Siehe auch hier und dort und - ach, reicht schon. Gibt’s auch in Himmler.

Seiten:12

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