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Archiv für: Mai 2009
29. Mai 2009, 16.59 Uhr:

Jürgens Stuttgarter Zombie-Armee

von Maik Söhler

2009 ist noch nicht mal zur Hälfte vorbei, doch mein Lieblingssatz des Jahres steht bereits fest. Er stammt aus einem dpa-Artikel über neue PC-Spiele im Juni.

Im Spiel «Sam & Max Season 2» müssen demnach die “tierischen Detektive Sam und Max … in einer Stuttgarter Technodisco der Zombie-Armee des Vampirs Jürgen auf die Spur kommen". Mehr Realität in Computerspielen war selten. Da möchte man doch gleich losspielen. Das Spiel erscheint am 11. Juni.

27. Mai 2009, 13.58 Uhr:

Stasis zu Kurras

von Ivo Bozic

Der ehemalige „Kundschafter des Friedens“, sprich Auslandsspion der Stasi, Peter Wolter, (Redakteur der „jungen Welt“) interviewt in der „jungen Welt“ den Stasi-Spitzel Till Meyer (Autor der „jungen Welt“) zu ihrem ehemaligen Kundschafter-Kollegen Kurras - und ihre eigene Stasi-Verbindung wird nicht mit einer einzigen Silbe erwähnt… Meisterleistung, würde ich sagen!

Dazu die herrliche Unterzeile: „Kurras war ein unpolitischer Waffennarr und ein reaktionärer Bulle, trotz (sic!) Kontakten zur DDR“

Habe mich besten amüsiert. - Lesen hier

20. Mai 2009, 15.35 Uhr:

Abbas' Sohnemann

von Ivo Bozic

"'Es wäre für uns alle besser gewesen, wenn Yasser seinen Mund gehalten hätte', sagte ein Fatah-Abgeordneter." Hat er aber nicht, der Sohnemann von Pali-Boss Abbas. Siehe da: NZZ: "Die Mehrheit der Palästinenser kollaboriert mit Israel"
14. Mai 2009, 19.21 Uhr:

Conservatism ain't no easy job

von Jörn Schulz

Warum sollen eigentlich immer die Linken komisch sein? Warum interessiert das so viele Leute, die selbst selten für Erheiterung sorgen, etwa die nach einem der wenigen Märtyrer des deutschen Kapitals benannte Alfred Herrhausen Gesellschaft, bei der Jan Fleischhauer sein Buch „Unter Linken. Von einem, der aus Versehen konservativ wurde“ präsentierte? Und warum glaubt heutzutage jeder verklemmte Nörgler, er sei ein hedonistischer Konservativer?

Dem Thema „Die Linke und der Humor“ hat die Jungle World vor rund drei Jahren ihre Aufmerksamkeit gewidmet (Nr.10/2006). Zum Thema Hedonismus und Konservatismus hat Iggy Pop alles Notwendige gesagt:

“When I run out of bread I laugh / All the way to the bank / Sometimes I pause for a drink / Conservatism ain’t no easy job / I smile in the mornings / I live without a care / Nothing is denied me / And nothing ever hurts / I got bored so I’m making my millions / When you’re conservative you get a better break / You’re always on the right side / When you’re conservative / You walk with pride / Pride is on your side

Schon immer mussten Linke die Prinzipien der bürgerlichen Demokratie gegen die Konservativen verteidigen. Daran hat man sich gewöhnt, doch mittlerweile muss man den Konservativen auch noch erklären, was Konservatismus eigentlich ist. Also, Herr Fleischhauer, Sie hätten, wie es sich für einen Konservativen geziemt, erst einmal einen Blick in die Bibel werfen sollen. „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren“, heißt es da. Man wäscht nicht schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit, nur weil man von seiner Mutter gezwungen wurde, seine Wäsche selbst zu waschen. Ein wahrer Konservativer beklagt sich nicht über seine Erziehung, er schweigt mannhaft, aus Respekt vor seinen Eltern.

Fleischhauers Genörgel ist umso unverständlicher, als er eine wertorientierte Erziehung genoss: keine Cola, keine Burger, keine Comics. Statt sich auf Knien dafür zu bedanken, dass er zu Verzicht und Eigenverantwortung angehalten wurde, jammert er darüber, dass er nicht genug Cola bekam. Warum hat der Bursche sich nicht eine ehrliche Arbeit gesucht, um das nötige Geld für ein paar Hamburger zu verdienen? Das hat noch keinem geschadet!

Fleischhauer stellte sein Buch auch in einem Restaurant in Charlottenburg vor, wohlwollend lauschten ihm unter anderem Franz-Josef Wagner, der Großmeister der unfreiwilligen Komik, und Arnulf Baring, der glaubt, Hitler habe „den Leuten einen Elan vermittelt, der vollkommen von uns gewichen ist“. Zum Glück, mir jedenfalls ist es lieber, wenn die Fleischhauers, Barings und Wagners sich lauthals und ausdauernd wegen ihrer Leiden unter dem linken Terror bemitleiden und weiter eifrig daran arbeiten, das Niveau des deutschen Konservatismus zu senken. Dies „sei wohl das einzige politische Buch, in dem die Worte ‚Waschmaschine’ und ‚Körbchengröße’ vorkämen, sagt Alexander Fest“, Fleischhauers Verleger. Er hält das für ein Lob.

14. Mai 2009, 11.50 Uhr:

Wird Hitler Meister?

von Ivo Bozic

Aus antifaschistischer Sicht kann man jetzt nur noch dem FC Bayern München die Meisterschaft wünschen. Warum? Darum:


Wolfsburg!
Das geht ja mal gar nicht. Wenn Wolfsburg Meister wird, ist das so wie wenn Hitler den Krieg doch noch gewonnen hätte! Das ist das quasi so, wie wenn Hitler Meister werden würde. Die Stadt wurde von Hitler 1938 persönlich gegründet, damals unter dem Namen „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“. Wiki-Eintrag: „Am 26. Mai 1938 wurde der Grundstein für das Volkswagenwerk auf der Nordseite des Mittellandkanals gelegt, wo der KdF-Wagen – später VW Käfer genannt – gebaut wurde. Um die nötigen Arbeiter unterzubringen, sollte in unmittelbarer Nähe eine neue Stadt entstehen. Daher wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1938 durch Verordnung des Oberpräsidenten der Regierung zu Lüneburg die „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“ im Landkreis Gifhorn durch Vereinigung der Gemeinden Rothehof-Rothenfelde und Heßlingen (einschließlich des Wohnplatzes Wolfsburg) sowie einzelner Grundstücke der Gemeinden Mörse (Gemarkungen Mörse, Hattorf und Barnstorf), Sandkamp, Fallersleben und Hattorf, alle zum Landkreis Gifhorn gehörig, gebildet. Das Zentrum der neuen Stadt sollte auf der Gemarkung Heßlingen entstehen. Während des Zweiten Weltkriegs diente das neu gebaute Autowerk vor allem der Rüstungsindustrie. In den für die Produktion der KdF-Wagen gebauten Hallen wurden, auch unter Einsatz von Zwangsarbeitern, Kübelwagen, Ersatzteile für Panzer und andere Rüstungsgüter wie die Vergeltungswaffe 1, produziert. Die Zwangsarbeiter wurden im KZ Arbeitsdorf zwangsinterniert.“

Hertha! …spielt im von Hitler persönlich eingeweihten und benannten Olympiastadion.

Stuttgart! Die Vereinshymne geht so: „Uns einen nicht nur Spiele, nicht nur die Freud’ am Sport, Was unsere Freundschaft bindet, das sagt ein ander Wort:
Wir wollen Kameraden sein, erprobt in Freud und Leid,
Es sei verbannt aus unsern Reih’n die Missgunst und der Neid
Die Parole heißt zum Wohl und aus Lieb zum Vaterland,
Ihm zur Ehr, immer mehr, stählen wir uns unverwandt
Und bei jedem frischen, frohen Spiel, denken wir an unser höchstes Ziel: Dass es neu und stark ersteh’, dafür ’spielt’ der VfB!“

Also ich drücke jetzt dem „Judenclub“ die Daumen.

13. Mai 2009, 19.00 Uhr:

Für die Nation, gegen die Sprache

von Jörn Schulz

Man ist einiges gewöhnt von der Berliner CDU. Es überrascht daher nicht, dass Frank Henkel, ihr Fraktions- und Landesvorsitzender, die geplante antinationale Parade „Etwas Besseres als die Nation“ als „unerträglich“ bezeichnet. Dann aber heißt es: „Innensenator Körting und Polizeipräsident Glietsch haben insbesondere durch die unzähligen Anschläge auf das Eigentum anderer und ihrem Versagen am 1. Mai dazu beigetragen, dass die radikale Linke wieder zu ihrer zerstörerischen Kraft zurückfinden konnte.“

Herr Henkel, vergessen Sie den „Runden Tisch gegen den Linksextremismus“, schauen Sie lieber beim Integrationskurs vorbei. Mit diesen Sprachkenntnissen würden Sie nämlich durch die unzähligen Fragen auf das Einbürgerungstest fallen und die deutsche Staatsbürgerschaft nicht bekommen von Ihres Kanzlerin.

13. Mai 2009, 17.14 Uhr:

Bad Banker

von Jörn Schulz

Ein Seufzer der Erleichterung ging durch Berlin, als Thilo Sarrazin sein Amt als Finanzsenator aufgab. Sogar das Wetter wurde nach seinem Rücktritt besser. Wer allerdings gehofft hatte, Sarrazin werde hinfort den Mund halten, habe womöglich in seinem neuen Job als Vorstand der Bundesbank keine Zeit mehr, die Revolverpresse mit reaktionärem Prasen zu versorgen, wird enttäuscht.

Dem Stern offenbart Sarrazin seine Sorge um die Sozialhygiene: „Die große Frage ist: Wie kann ich es schaffen, dass nur diejenigen Kinder bekommen, die damit fertig werden.“ Der Führer empfiehlt: Zwangssterilisation. Doch solche Operationen kosten den Staat viel Geld, und Geld gibt man ja ohnehin schon viel zu viel aus für Hartz-IV-Empfänger, die „es gerne warm“ haben und gierige Greise, die einfach nicht einsehen wollen, dass die Renten „langfristig auf das Niveau einer Grundsicherung sinken“ müssen. Sarrazin kennt eine billigere Lösung. Das Sozialsystem soll so geändert werden, „dass man nicht durch Kinder seinen Lebensstandard verbessern kann.“

Es kann nicht ein jeder seinen Lebensstandard dadurch verbessern, dass er von guten Freunden oder auch Parteifreunden, die verzweifelt nach einem Weg suchen, das zweibeinige PR-Desaster loszuwerden, mit einem lukrativen Job bedacht wird, ohne Qualifikationen nachweisen oder sich gar einem demütigenden Bewerbungsbespräch stellen zu müssen. Dass Sarrazin genug Zeit findet, gegen die Horden unermüdlich gebärender, das Volksvermögen verheizender und versaufender Hartz-IV-Mütter ins Feld zu ziehen, könnte auch an seinen neuen Kollegen liegen. Offenbar sucht man bei der Bundesbank noch nach einem Posten, auf dem er nicht allzuviel Schaden anrichten kann. „Neumitglied Thilo Sarrazin, der Anspruch auf den begehrten Bereich Internationales erhoben haben soll, ging bei der Vergabe der einflussreichsten Posten vorläufig leer aus“, berichtet das manager magazin. Er versucht sich schon mal im Marketing. Als Ergänzung zur Grundsicherung (ehemals Rente) empfiehlt Sarrazin Bundesanleihen, die es rein zufällig bei dem von ihm geleiteten Institut zu kaufen gibt.

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