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Archiv für: Mai 2010
30. Mai 2010, 11.13 Uhr:

Hopper und Gegen-Hopper

von Stefan Ripplinger

Mit Dennis Hopper ist ein großartiger Fotograf gestorben. Schade, dass er in so entsetzlich aufgedunsenen Werken mitgespielt hat. Immerhin gab er in ihnen stets so etwas wie das wahnsinnige Moment.

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17. Mai 2010, 11.36 Uhr:

Taz konkret

von Stefan Ripplinger

Heute lesen wir in der Taz ein Interview mit Klaus Hübotter, der behauptet, die Titelrechte an der Zeitschrift konkret deren Verlag bloß “geliehen” zu haben:

“Taz": Der von Ihnen inthronisierte Verleger Gremliza ist für die zustimmende Haltung von “konkret” zur US-Invasion in den Irak verantwortlich.
Hübotter: Leider. Diese windige Haltung hat mich dazu veranlasst, mir die kostenlose Zusendung des Blattes zu verbitten. Wer “konkret” heute finanziert - von den Abonnenten und Anzeigen kann es nicht existieren -, weiß ich nicht konkret. Aber man braucht nur zu fragen: “cui bono?”

Wie passend, er weiß es nicht konkret, aber kann sich doch abstrakt so manches zusammenreimen. Und da ist er im Fachblatt für Verschwörungen genau an der richtigen Stelle. „Cui bono“ ist Zeit-Leser-Deutsch für „Wem nützt es“. Ja, wem hat die Haltung von konkret zum Irakkrieg genützt? Wer finanziert also das Blatt? Die Schiiten? Die Kurden? Die Israelis? Bush persönlich?

Früher hat die Taz ihre Verschwörungen wenigstens noch bunt ausgemalt, heute überlässt sie das ihren ressentimentgeladenen Lesern. Diese Zeitung ist der linke Muff ohne Linke, das reine Milieu.

16. Mai 2010, 11.11 Uhr:

Königsbild

von Stefan Ripplinger

Dass Millionäre sich Marxisten nennen, scheint eine italienische Vorliebe zu sein. In den meisten Fällen ist das bloß Chichi. Mit was will einer smarte Damen beim Dinner unterhalten: mit Börsenkursen? Ein beiläufig eingestreutes Marxzitat wirkt da anregender, gerade die offensichtliche Lüge reizt auf.

Im langweiligen Deutschland trennt man die Karrieren säuberlich. Mit 20 lassen sich manche in linker Dramatik kaum überbieten, berufen sich auch gern auf revolutionäre Massenmörder, um mit 30 Unternehmensberater oder hoffentlich selbst Unternehmer zu werden. „Sie haben sich ihre Hörner abgestoßen“, heißt es über solche.

Eine Ausnahme fällt auf: Hannsheinz Porst (1922–2010). Er war tatsächlich Millionär und Marxist – in raschem Wechsel, wie ein Schauspieler in einer Doppelrolle, der permanent von einem Kostüm ins andere schlüpft.

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12. Mai 2010, 18.52 Uhr:

Das perfide Etikett

von Jörn Schulz

Über Denkverbote beklagen sich immer Leute, denen man das Denken wahrlich nicht erst verbieten muss. Nun hat der Soziologieprofessor Walter Hollstein für Welt online wieder mal so ein „gefährliches Denkverbot“ entdeckt. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat nämlich die Studie „Geschlechterkampf von rechts“ von Thomas Gesterkamp veröffentlicht. „Besieht man sich genauer, was Gesterkamp da alles in einen angeblich braunen Sumpf wirft, sind das Autoren, Wissenschaftler und Institutionen, die Vorbehalte gegen den Feminismus geäußert haben. Das aber ist weder ein Sakrileg noch ein Angriff auf das Grundgesetz.“ Jemanden als „rechts“ zu bezeichnen, ist allerdings auch weder ein Sakrileg noch ein Angriff auf das Grundgesetz.

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Dreistigkeit Leute wie Hollstein Behauptungen in die Welt setzen, deren Unrichtigkeit ein jeder Mensch mit Internetzugang binnen zwei Minuten feststellen kann. Denn Gesterkamp wirft keineswegs alles in einen „braunen Sumpf“, er betont vielmehr: „Eine ‚Entlarvung’ männerrechtlicher Akteure nach dem Muster der früher üblichen, viel zu schematischen Rechtsextremismusforschung (‚Guilt by association’) führt zu Trugschlüssen. Nicht jeder, der zu einem Rechtsextremen Kontakt hält oder in einer rechtslastigen Zeitschrift publiziert, ist automatisch selber rechtsextrem.“ Doch Männertümler wie ihn – sein Name taucht im Quellenverzeichnis auf- „mit dem perfiden Etikett ‚rechts; zu versehen“, betrachtet Hollstein als „öffentlichen Aufruf zu einem Denkverbot“.

Perfides Etikett? Warum wollen die Rechten nicht mehr rechts sein? Es liegt nicht daran, dass ihnen der Unfug peinlich ist, den sie vertreten, was man ja verstehen könnte. Vielmehr soll auf diese Weise jede Kritik entlegitimiert werden. Denn außer ihnen gibt es ja nur noch linksextreme Inquisitoren der political correctness, die Denkverbote verhängen. Aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben, vielleicht hat der Professor nur etwas falsch verstanden. Deshalb, Herr Hollstein, möchte ich Sie an dieser Stelle öffentlich auffordern: Denken Sie! Man kann auch in fortgeschrittenem Alter damit anfangen. Versuchen Sie es wenigstens einmal!

11. Mai 2010, 13.06 Uhr:

Homegrown Terrorists

von Jörn Schulz

In Kalifornien wird im November über die Legalisierung von Marihuana abgestimmt, bereits jetzt darf man dort und in einigen anderen Bundesstaaten kiffen, wenn es der Gesundheit dient. Dazu muss man keine seltene Augenkrankheit haben, Appetitlosigkeit genügt, wenn man einen freundlichen Doc Dope konsultiert. Das passt einigen Hinterwäldlern in Montana nicht, sie verübten einen Brandanschlag auf zwei Verkaufsstellen für medizinisches Marihuana. Immerhin, die wertvolle Ware verbrannte offenbar nicht.

3. Mai 2010, 11.39 Uhr:

Natura naturans

von Stefan Ripplinger

„‚Kurz mal Kultur’ wurde Ihnen präsentiert von der Baumschule Späth.“

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