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Archiv für: Oktober 2010
29. Oktober 2010, 15.48 Uhr:

Gott steht im Abseits

von Jörn Schulz

“50 Millionen Menschen in Deutschland sind Mitglieder einer Kirche. Fünf Millionen gehen regelmäßig am Sonntag in einen Gottesdienst, nur 700.000 besuchen am Wochenende ein Fußballstadion. Über Fußball aber wird ständig berichtet", nörgelt Margot Käßmann. Eine seltsame Logik. Ich kenne zwar keine diesbezüglichen Statistiken, möchte aber wetten, dass mehr als fünf Millionen Menschen am Wochenende in die Kneipe gehen, ohne zu jammern, dass darüber so wenig berichtet wird. Käßmann meint, „religiöse Themen“ seien in den Medien unterrepräsentiert: „Es ist eine Verachtung der Realität, dass in den Medien solche Themen so wenig vorkommen. Ich finde diesen Traditionsverlust wirklich traurig“.

Was aber sind eigentlich „religiöse Themen“? Bei einem Fußballspiel ist die Sachlage recht klar. Es gibt Spieler, Zuschauer, einen Ball, den Schiedsrichter und am Ende ein Ergebnis. Wenn Gott in ähnlicher Weise Fakten schaffen würde, hätte er auch eine bessere Presse. Aber er gibt keine Interviews und hat nicht einmal eine Facebook-Seite. Daher halten sich sogar Zweifel an seiner Existenz, schließlich beruhen die Aussagen über sein Wirken auf den vagen Angaben voreingenommener Personen, mit denen sich ein seriöser Journalist nicht zufriedengeben kann. Früher gab es wenigstens öfters mal die Einladung zu einer Reportage. Seit Jahrzehnten aber macht sich auch die etwas weniger öffentlichkeitsscheue Jungfrau Maria rar. Wenn der DFB immer nur behaupten würde, es gäbe Bundesliga-Spiele, ohne dass jemals jemand eines sehen kann, wäre die Fußball-Berichterstattung schnell am Ende.

18. Oktober 2010, 12.09 Uhr:

ND nicht richtig integriert

von Ivo Bozic

Liebes Neues Deutschland (ND),
heute habt ihr eine schöne Titelseite gemacht.

Unter der Überschrift: “Merkel greift bunte Republik an” stehen die farbigen Portraits von 21 deutschen National-Fußballern, die alle - mehr oder weniger - einen Migrationshintergrund haben. Dazu habt ihr einen kleinen Text gestellt, der so beginnt: “Sie schossen 193 Tore für Deutschland. Ihre Geburtsurkunde trägt einen jugoslawischen, polnischen, brasilianischen oder ghanaischen Stempel….”

Nein liebe Ossis, bei uns in der bunten Bundesrepublik, funktioniert das so:
Wirst du in Deutschland geboren, so wie die meisten der abgebildetetn Spieler, wirst du selbstverständlich in einem deutschen Standesamt angemeldet und deine Geburtsurkunde trägt daher ausschließlich einen deutschen Stempel, selbst dann, wenn du keinen deutschen Pass, sondern erstmal den deines Vaters bekommst.

Und es würde mich wundern, liebes ND, wenn es im ganz und gar nicht bunten Teil der Republik, also bei euch da drüben, anders wäre.

15. Oktober 2010, 07.28 Uhr:

Nachhilfe

von Stefan Ripplinger

Ganz Deutschland bemüht sich, jungen Muslimen die Landessprache beizubringen, damit sie endlich in der Zeitung lesen können, dass sie hier für fremd oder dumm gehalten werden.

9. Oktober 2010, 22.12 Uhr:

Ni Dieu ni maître

von Stefan Ripplinger

Unter den vielen schönen Einspielungen des Anarchistenklassikers von Léo Ferré gefällt mir diese am besten. Er wird begleitet von seinem blinden Pianisten Paul Castanier:

Weiterlesen.

7. Oktober 2010, 17.55 Uhr:

Endlich sagt es mal einer

von Jörn Schulz

Thilo Sarrazin fasst Sinn und Zweck der Integrationsdebatte treffend in einem Satz zusammen: „Man muss zeigen, wer in Deutschland Herr im Hause ist.“

6. Oktober 2010, 18.34 Uhr:

Inbrünstig singen

von Jörn Schulz

OK, zugegeben, auch anderswo gibt es durchgeknallte Patrioten. Im philippinischen Parlament wurden exakte Vorschriften über das Singen der Nationalhymne beschlossen. Die Hymne darf nicht zu schnell und nicht zu langsam gesungen werden. Vorgeschrieben ist das Marschtempo (100 bis 120 beats per minute). Nun könnte man meinen, was soll’s, dann singt man die Hymne eben gar nicht. Doch wenn sie im Kino oder bei öffentlichen Versammlungen ertönt, müssen alle Bürger aufstehen und inbrünstig singen. Ja, inbrünstig, das soll auch Vorschrift werden. Bei Vertößen können Geldbußen in Höhe von umgerechnet 1700 Euro verhängt werden, bei besonders falschen Tönen drohen zwei Jahre Haft. Allerdings muss das Gesetz noch den Senat passieren.

6. Oktober 2010, 15.04 Uhr:

Neugierig auf Achse

von Jörn Schulz

Die Autoren der Achse des Guten bringen das Magazin Neugierde heraus, und Henryk M. Broder präsentiert schon mal einen Auszug: „Zehntausend Sozialhilfe-Empfänger, die sich natürlich freiwillig gemeldet haben, weil sie der sozialen Kälte der Bundesrepublik entfliehen möchten, werden nach Indien geflogen und bekommen eine Hütte in einem der Slums in Pune (…) Ich wette, dass innerhalb von höchstens zwei Wochen das Jammern und Klagen über die soziale Kälte in der Bundesrepublik verstummen würde (…) Als flankierende Maßnahme dazu müsste man hundertausend indische Slumbewohner in die Bundesrepublik holen, jedem tausend Euro Startkapital geben und sie in unseren „sozialen Brennpunkten“ ansiedeln. Mit dieser Anschubfinanzierung von nur hundert Millionen Euro würde man es den Indern ermöglichen, kleine Geschäfte und Werkstätten aufzumachen“.

Also, ich hätte da auch einen Vorschlag, nämlich einen Austausch zwischen der Achse des Guten und der Achse des Bösen: Tabubrecher, die sich natürlich freiwillig gemeldet haben, weil sie dem Terror der politischen Korrektheit und den Ketzerverbrennungen in der Bundesrepublik entfliehen möchten, werden nach Nordkorea geflogen. Dort müsste es ihnen eigentlich gefallen: keine Moschee weit und breit, weder Windräder noch sonstiges Öko-Gedöns, kein Hartz-IV-Schlendrian, stattdessen ein aufrechter Staatschef, der noch weiß, was eine Leitkultur ist und wie man sie durchsetzt. Trotzdem, ich wette, dass innerhalb von höchstens zwei Wochen das Jammern und Klagen über den Gesinnungsterror in der Bundesrepublik verstummen würde. Als flankierende Maßnahme dazu müsste man Nordkoreaner in die Bundesrepublik holen, jedem einem Computer sowie Startkapital geben und ihm erklären, wie ein Blog funktioniert. Mit dieser Anschubfinanzierung würde man es den Nordkoreanern ermöglichen, zu erklären, was man unter Unterdückung der Meinungsfreiheit tatsächlich zu verstehen hat.

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