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Kürzliche Beiträge
7. Mai 2009, 11.44 Uhr:

Gut, dass das vorbei ist II

von Lieselotte Kreuz

Solche Männer werden ja heute überhaupt nicht mehr hergestellt. Zur Erinnerung für alle, die damals dabei waren, und als Mahnung an alle Nachgeborenen: Auch Joseph Beuys wehrte sich damals tapfer und unter Einsatz spezieller Tanztechniken gegen das Land, das sich selbst zerstört und uns den ‘way of life’ diktiert. Und offenbar den “Endsieg” will.
Und noch eins: Kann irgendjemand sicher erkennen, ob der Mann mit Gitarre und Schnäuzer derselbe ist, der die Gitarre bei BAP bedient hat?

6. Mai 2009, 17.27 Uhr:

Der große Steuermann

von Jörn Schulz

„Sie stehlen, sie betrügen, sie leeren die Kassen, ungestraft“, singt Sam’s K Le Jah, der wohl bekannteste Reggaemusiker Burkina Fasos („Rasta au pays des merveilles“), der wegen seiner regimekritischen Songs und Bemerkungen Morddrohungen erhielt. Weniger klar ist, warum Finanzminister Peer Steinbrück sich für das Problem der Steuerhinterziehung in Burkina Faso interessiert und „Luxemburg, Liechtenstein, die Schweiz, Österreich, Ouagadougou“ zu einer Konferenz vorladen möchte. Afrika ist immer noch für eine Beleidigung gut, mag der Minister sich gedacht haben. Tatsächlich geben sich die Schweizer, Österreicher und Luxemburger gebührend empört, obwohl die Burkinabé weit mehr Grund zur Klage hätten. Denn bei der Konditionierung der Entwicklungshilfe und den Strukturanpassungsmaßnahmen des IWF fehlt selten die Forderung, den öffentlichen Dienst zu „verschlanken“. Fehlt es dann an Beamten, um etwa Steuerhinterziehungen zu untersuchen, wird genörgelt, dass es bei den Afrikanern an „good governance“ mangelt.

Überdies wird Burkina Faso in der wissenschaftlichen Literatur explizit zu den „Non-Tax Haven Countries“ gezählt. Einmal abgesehen davon, dass es etwas kurios wirkt, wenn Regierungen, die ständig die Unternehmen „entlasten“ wollen, sich darüber beklagen, wenn andere Regierungen dies konsequenter und erfolgreicher tun, müsste die erste Vorladung in Sachen Steueroasen Queen Elizabeth zugestellt werden. Denn Ihre Majestät ist Oberhaupt von 15 der 38 „tax havens“, sieben dieser Steueroasen sind britische Überseegebiete (unter ihnen die Cayman Islands, die als fünftgrößter Finanzplatz der Welt und bedeutendster Hafen für zahlungsunwillige Kapitalisten gelten) und zwei Kronbesitz.

6. Mai 2009, 14.53 Uhr:

Ba'ath Simpson tritt zurück

von Ivo Bozic

Christian Sedlmair, Unterstützer der Kampagne “10-Euro für den irakischen Widerstand” und ehemalige Betreiber der Web-Site “iraq-news-net.de", die mit einer “Ba’ath Simpson"-Figur warb, die Kampagne “Free Saddam” betrieb und einen “Koordinator irakischer Widerstandsgruppen” als “Genossen” bezeichnete, wird nun, obwohl Direktkandidat für Dachau, doch nicht für die Partei die Linke zum Bundestag kandidieren. Das verkündet Spiegel Online heute.

Zuvor hatten Henryk M. Broder und Björn Hengst, ebenfalls auf SPON, viele Ekeligkeiten über Sedlmaier veröffentlicht.

Dass er es überhaupt zum Direktkandidaten 2009 gebracht hat, ist jedoch verwunderlich, denn die eingangs erwähnten Fakten hatte ich bereits im September 2004 in der Jungle World über Sedlmair veröffentlicht, so auch dies:

“Auf der Homepage finden sich Forderungen wie ‘Long live Palestine, free and Arab from the river to the sea! (…) Free Comrade General Secretary, President Saddam Hussein, the militant, the resisting!’ Unverblümt wird auch die Freude über den täglichen Terror im Irak ausgelebt: ‘Yehaa! Victory to the Resistance! 1 000th US-Fascist killed today’, bejubeln die deutschen Ba’athisten den tausendsten getöteten US-Soldaten.”
Das und mehr: nachzulesen in Jungle World 2004

Wer sich nochmal den u.a. von mir gemachten ARD-Panorama-Beitrag über die 10-Euro-Kampagne anschauen möchte, gerne! Bitte hier!

29. April 2009, 19.04 Uhr:

Nicht ohne meine Sonnenbrille

von Jörn Schulz

Alles, was Sie schon immer über den Krawall wissen wollten, erfahren Sie morgen aus der Jungle World. Doch auch andere beschäftigen sich mit dem Thema: „Berlin im Ausnahmezustand vor den 1.-Mai-Unruhen, stellt Bild fest, wieder einmal im Besitz von Exklusivinformationen, denn die Ausrufung des Notstands ist dem verschlafenen Rest der Journalisten entgangen. Bild fragt: „Warum werden Krawallmacher nicht weggesperrt?“ Es könnte daran liegen, dass einer Inhaftierung die Verurteilung durch ein Gericht vorausgehen muss. Allerdings, wenn Bild den Ausnahmezustand ausruft…

Die unerschrockenen Bild-Reporter wagten sich auch zur Pressekonferenz ins Kreuzberger Kato. „Markus Bernhardt vom ‚Klassenkämpferischen Block’ erklärt: ‘Wir wollen soziale Unruhen. Wir werden alles tun, sie zu erreichen. Das System ist gewalttätig. Ich kann nur sagen, wie es in den Wald ruft, so schallt es zurück.’ Jonas Schiesser von der ‚Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin’ steckt sein Ziel noch weiter: ‘Wir stehen in der Tradition des Blutmai, brauchen einen revolutionären Umsturz, um die Probleme zu lösen.’ Schiesser ruft damit zu Provokation und Gewalt auf. Denn als Blutmai werden die Unruhen vom 1. bis 3. Mai 1929 in Berlin bezeichnet, bei denen durch die Härte der Polizei zahlreiche Demonstranten und Unbeteiligte getötet oder verletzt wurden.“ Die Formulierung ähnelt verdächtig dem Wikipedia-Eintrag. „Als Blutmai (zeitgenössisch auch Mai-Unruhen) werden die Unruhen vom 1. bis 3. Mai 1929 in Berlin bezeichnet, bei denen durch unverhältnismäßige Härte der Polizei zahlreiche Demonstranten und Unbeteiligte durch die Polizei getötet oder verletzt wurden.“

Woraus wir wohl schließen können, dass die Bild-Reporter sich das nicht ausgedacht, sondern im letzten Moment verzweifelt ihre historischen Kenntnisse aufgefrischt haben. Wohlwollend betrachtet, könnte man das Gerede vom Blutmai als Kommunikationsguerilla bezeichnen. Bild hat sichtliche Probleme, den angeblichen Aufruf zur Gewalt mit diesem Verweis zu verbinden. Der eklatante Mangel an Logik dürfte den meisten Lesern allerdings nicht auffallen. Warum man sich jedoch als Linker ausgerechnet in die Tradition eines Polizeimassakers stellen soll, will sich mir nicht recht erschließen. Mich erinnert so etwas immer an eine Szene aus dem Film „Zabriskie Point“, wo einem Agitator beschieden wird: „Ich mache mit, wenn ihr mal nicht sicher seid, zu verlieren.“

Die B.Z. wartet auf mit einem Steckbrief von „Kirill Jermak, der die Demo am 1.Mai anführt.“ Ausnahmsweise hat sie der Bild etwas voraus: Benjamin von Stuckrad-Barre, den Walter Mayer, Chefredakteur B.Z., für „einen der besten Schreiber Deutschlands“ hält, der „die Tradition des literarisch-funkelnden Boulevards“ fortsetzt. Stuckrad-Barre trotzt dem Terror der Autonomen, die nicht nur seinen Presseausweis sehen wollen, sondern auch noch ihre Sonnenbrillen aufbehalten: „Der Reporter hat ebenfalls seine Sonnenbrille nicht abgesetzt, um Autonomen-Peter mal zu spiegeln, wie unhöflich, ja lächerlich das in einem geschlossenen Raum beim gemeinsamen Gespräch auf das Gegenüber wirkt“. Er beklagt sich über „Bekennerschreibenkraftmeierei“, ein wahrhaft funkelndes Juwel boulevardesker Popultraleichtgewichtsliteratenworterfindungsmanie. Doch B.Z.-Benjamin recherchiert auch und fragt: „Was ist die Botschaft Ihres Hugo-Chávez-T-Shirts?“ Und „Autonomen-Peter grinst und sagt, das venezolanische System sei das beste der Welt.“ Auch an dieser Stelle möchte man hoffen, dies sei subtile Komunikationsguerilla, ahnt aber, dass die Aussage ernst gemeint war.

Wir haben uns übrigens früher manche Peinlichkeit dadurch erspart, dass wir keine Pressekonferenzen veranstalteten.

20. April 2009, 14.22 Uhr:

Klimakiller Mensch

von Ivo Bozic

“Die Forscher riefen dazu auf, dass Übergewichtigkeit als ‘Schlüsselfaktor’ im Kampf gegen den Klimawandel erkannt werden müsste.”

Dünne Menschen sind besser fürs Klima… haben jetzt “Wissenschaftler” erkannt. Ich würde sogar noch weiter gehen: je dünner desto besser fürs Klima! So richtig klimafreundlich ist der Mensch, wenn er sich schließlich vollständig aufgelöst hat. Dann jammert er auch nicht mehr übers schlechte Wetter… Und überhaupt.

18. April 2009, 13.00 Uhr:

Ode an den Konjunktiv

von Ivo Bozic

Ein Engel und ein Spatz
die flogen um die Wette.
Jetzt fragst du dich bestimmt,
wer wohl gewonnen hätte.

Und fragst dich sicher auch,
warum steht hier der Konjunktiv.
Sie knallten vor ne Mauer,
sie flogen viel zu tief.

18. April 2009, 11.49 Uhr:

Professor Grzimek

von Ivo Bozic

Zu einem Beitrag über Professor Grzimek gehört natürlich auch diese berühmte Parodie:

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