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Kürzliche Beiträge
13. März 2009, 18.48 Uhr:

Vernachlässigte Killer

von Jörn Schulz

Es fehlte noch etwas bei Jürgen Elsässer. Doch bei Leuten, die sich auf den rechten Weg begeben haben, kann man sich darauf verlassen, dass sie einen nicht lange warten lassen. Anlässlich des Massakers von Winnenden sinniert er:

„Hauptgewaltgruppe sind junge Männer. Das ist eine Folge ihrer Vernachlässigung. Mädchen und Frauen zu fördern, war eine Zeit lang richtig, um die Gesellschaft aus patriarchalischer Enge rauszubekommen. Aber die Tendenz in der neueren Erziehung, den Jungs ihre Männerrolle madig zu machen und sie - gerade in ihrer Pubertät! - in ihrer Sexualität zu verunsichern, hat eine ganze Alterskohorte verrückt gemacht. Man wundert sich eigentlich, dass nicht mehr passiert.“

Umlagert von Scheren schwingenden Emanzen – was bleibt einem sensiblen jungen Mann da übrig, als ein Dutzend von denen zu erschießen. Männer sind so. Also, Mädels: Schluss mit dem feministischen Terror, nach dem Sex immer sagen: „Du warst super“, und schön den Abwasch machen. Zum Glück ist Elsässer schon raus aus der Pubertät, altersmäßig jedenfalls.

13. März 2009, 16.01 Uhr:

Summer of Rage: Ein Lord meldet sich zu Wort

von Jörn Schulz

Vielleicht ist die Prophezeiung eines „Summer of Rage“ nur eine leider übertriebene Angstvorstellung von Polizisten, Politikern und Unternehmern, die genau wissen, dass die Leute allen Grund hätten, durch eine Revolte zu demonstrieren, wie „systemrelevant“ sie sind. Vielleicht handelt es sich um eine neue Rechtfertigung für weitere repressive Gesetze. Doch schon die Nervosität ist ein gutes Zeichen. Pünktlich zum 25. Jahrestag des Beginns des britischen Bergarbeiterstreiks will Lord Kinnock, damals Vorsitzender der Labour-Partei, den Lohnabhängigen einschärfen, es sei „eine politische Illusion, dass die Arbeiter nicht besiegt werden können, wenn sie vereint sind.“

Während des Streiks wurden 20.000 Bergarbeiter verletzt und 13.000 festgenommen, elf Menschen, darunter mehrere Streikposten, wurden getötet. Der Streik endete nach knapp einem Jahr mit einer Niederlage. Vereint waren die britischen Arbeiter damals jedoch nicht, wozu seine Lordschaft, damals ein gewöhnlicher Bürgerlicher namens Neil Kinnock, einen nicht unerheblichen Beitrag leistete. Kinnock gibt der „selbstmörderischen Eitelkeit“ des damaligen Gewerkschaftsführeres Arthur Scargill die Schuld an der Niederlage. Scargill äußerte sich Anfang März erstmals zu den Vorwürfen.

Dass dieser Jahrestag des Streiks weitaus größere Aufmerksamkeit erregt als vorhergehende, liegt jedoch auch nach Ansicht der Times nicht nur daran, dass Scargill sein Schweigen brach, sondern auch an der Wirtschaftskrise. So mahnte Kinnock die Lohnabhängigen vorsorglich, sie hätten nicht das Recht, „eine demokratische gewählte Regierung zu bezwingen.“

9. März 2009, 14.18 Uhr:

Why the Real Estate Boom will not bust...

von Lieselotte Kreuz

…and how you can profit from it. Einer von vielen Buchtiteln, die ich wieder nicht rechtzeitig zur Kenntnis genommen habe. Alle, denen es geht wie mir, haben - vielleicht nur noch für kurze Zeit - noch die Gelegenheit, das Versäumte nachzuholen. Einfach jetzt gleich bei Amazon vorbeisurfen, Buch bestellen, fertig. Noch mehr brandaktuellen Lesestoff gibt’s hier.

1. März 2009, 14.32 Uhr:

Gut, dass das vorbei ist

von Lieselotte Kreuz

Andererseits aber auch gut, dass es noch Menschen gibt, die sich mit der Aufarbeitung der Verheerungen, die die 80er Jahre in unseren Köpfen hinterließen, beschäftigen: White Wedding und was Billy Idol wirklich sang.

28. Februar 2009, 18.23 Uhr:

Ich bin beruhigt

von Lieselotte Kreuz

Seitdem ich nämlich gestern im ebenso bunten wie kritischen Magazin der SZ ein Interview mit dem im letzten Oktober zurückgetretenen ehemaligen Ministerpräsidenten Bayerns, Günther Beckstein, las, ist mein Glaube an den deutschen investigativen Journalismus wiederhergestellt. Ein Gespräch, in dem jedes Ding beim Namen genannt, kein Blatt vor den Mund genommen und jedes verfügbare heiße Eisen angefasst wird. Fragen, die mich, euch, uns alle seit letzten Oktober unentwegt gedanklich beschäftigt hielten, werden hier endlich gestellt: “Als Horst Seehofer nicht mehr Minister war, hat ihm sein Pförtner nicht mal mehr ein Taxi bestellt. Wie hat sich denn der Pförtner bei Ihnen verhalten?” Der Pförtner, Gott sei Dank, war netter zu Beckstein als zu Seehofer, “reizend” soll er sogar gewesen sein. Schofelig nur, dass mindestens ein anderer Mitarbeiter nicht so viel Loyalitätssinn bezeugte und den Entthronten tatsächlich abwies, einer kleinen Gefälligkeit wegen nur, und das, obwohl er, wie sich’s ja auch gehört, “…durch ganz München gelaufen wäre", wenn, ja eben wenn, der Beckstein denn noch Ministerpräsident gewesen wäre. Da sieht man’s wieder, kaum ist man nicht mehr Präsident, lassen sich die ganzen anderen Arschkriecher kein Stück mehr von einem herumkommandieren. Aber die SZ lässt sich trotz des vor ihr ausgebreiteten Elends des versierten Xenophobikers nicht beirren und fragt so tapfer wie gnadenlos weiter: “Sie wollten sich doch ein Auto kaufen?” und: “Wie weit ist Ihre Resozialisation im Alltag denn fortgeschritten?” Als, unfassbar, der tragisch so tief Gestürzte erklärt, bei Aldi einkaufen gewesen zu sein und anschließend Nudeln für seine Kinder gekocht zu haben, traut sie sich auch noch, jene Frage zu stellen, die direkt in das schwarze Herz des traurigen Helden zielt: “Kommen sie mit der U-Bahn zurecht?” Und Beckstein, um Haltung bemüht, erklärt aufgewühlt, dass er nicht nur die Handhabung der U-Bahn fehlerfrei beherrsche, sondern auch die des Telefons. Aber das alles ist nur Geplänkel im Vergleich zu dem eigentlichen Höhepunkt des Interviews, der von einer wiederum vollkommen furchtlosen SZ gestellten Frage: “Sie waren 15 Jahre lang erfolgreicher Innenminister und dann ein Jahr erfolgloser Ministerpräsident. War es falsch, diesen Schritt zu tun?” Auf unglaublich lässige und dabei doch stilsichere Weise gelingt es der SZ hier, die harte Arbeit von 15 Jahren Regierungszeit, in denen unablässig an der “Rückführung” von Flüchtlingen in sichere Heimatländer wie dem Nordirak oder Afghanistan gearbeitet, an einer strikteren Drogenpolitik gefeilt, mehr Überwachung seitens des Staates gefordert und der Schutz der Jugend vor alles Übel der Welt verursachenden “Killerspielen” erkämpft werden musste, in dem schönen, dabei aber treffenden Wörtchen “erfolgreich” zusammenzufassen. Da Capo.

28. Februar 2009, 16.42 Uhr:

NOW!

von Lieselotte Kreuz

Gut, ich stehe dazu: Der eine gute Grund, den ich habe, diese Seite hier zu verlinken, ist, dass ich ein einziges Mal wenigstens ganz sicher sein möchte, in welche der drei zur Verfügung stehenden Kategorien ich meinen Beitrag einzusortieren habe: Now. Das und der Drang zum Sinnlosen natürlich, der ewige elende Drang zum Sinnlosen. Schlimm.

28. Februar 2009, 16.00 Uhr:

Wer hat an der Uhr gedreht?

von Lieselotte Kreuz

Ist das wahr, ist es wirklich schon morgen? Aber wo ist dann meine Zeit geblieben? Ach so, klar, dort natürlich: Zahada. Für Kopfschmerzen, den Verlust des Zeitgefühls und andere Nebenwirkungen übernehme ich keinerlei Verantwortung.

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