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Kürzliche Beiträge
26. Februar 2009, 14.15 Uhr:

tv total

von Ivo Bozic

“Was sagen die Kritiker?", will Stefan Raab von Heinz Strunk wissen. “Durchgewunken von FAZ bis Jungle World", sagt Heinz Strunk. Haben wir das Buch “Fleckenteufel” einfach durchgewunken? Nicht doch, mit echter Freude haben wir kürzlich den Vorabdruck veröffentlicht.
http://jungle-world.com/artikel/2009/03/32446.html

Einer der doch eher seltenen Momente, wo es die “Jungle World” mal ins Privatfernsehen schafft, hier:
http://tvtotal.prosieben.de/tvtotal/videos/player/index.html?contentId=36536&initialTab=related

19. Februar 2009, 18.46 Uhr:

Deus lo vult

von Jörn Schulz

Immer wieder wird Jürgen Elsässer unterstellt, er bastele an der Querfront. Zu unrecht, der Mann will höher hinaus:

„Aber was total NEU ist: die Hetze gegen die katholische Kirche. Aus dem Kanzleramt tönt’s kulturkämpferisch gen Rom – das gab es seit Bismarck nicht mehr. Dabei geht es nicht um Holocaust-Leugnung, von der sich der Papst – Gott sei Dank! - unzweideutig distanziert hat, dazu braucht er keine Ratschläge von Angie. Was in der medialen Darstellung meist völlig falsch dargestellt wird: Benedikt hat ja nicht die politischen Absichten dieses Williamson rehabilitiert und ihm auch kein kirchliches Amt zurückgegeben.“ Und: „Vielmehr wollen die Anhänger des totalen Marktes und des globalen Imperiums, die allein dem Geld-Götzen huldigen, alle unter Generalverdacht stellen, die noch an einen Gott glauben.“

Die Finanzkrise wird bekanntlich in der Offenbarung des Johannes prophezeit: „Die Kaufleute auf Erden sind reich geworden von ihrer großen Wollust. (…) Ihre Sünden reichen bis in den Himmel, und Gott denkt an ihren Frevel. (…) Und die Kaufleute auf Erden werden weinen und Leid tragen über sie, weil ihre Ware niemand mehr kaufen wird (…) Und sie warfen Staub auf ihre Häupter und schrieen, weinten und klagten.“

Da hilft kein Konjunkturpaket mehr. Elsässer hat die Posaune gehört, er will die Vertikalfront: Gottes himmlische Heerscharen und die Volksinitiative, ein unschlagbares Duo. Da staunt die Heuschrecke, da zittert das goldene Kalb, verloren sind alle jene, die „ohne familiäre Verantwortung und erkennbare Werte“, aber mit „losem Mundwerk“ als „Cyborgs der Schönen Neuen Welt“ einfach so vor sich hinleben. Jetzt braucht der Mann nur noch ein weißes Pferd.

13. Februar 2009, 13.02 Uhr:

Green Valentine

von Ivo Bozic

Achtung! Morgen ist Valentinstag! Das ist kein Grund zur Freude, nein, denn ein Virus wird über uns kommen, schlimmer als Aids, Ebola und Cholera.

Ein must-see-video, übersetzt von Memri:

10. Februar 2009, 23.44 Uhr:

In Stahlgetwittern

von Maik Söhler

Wie schnell etwas Interessantes, Neues uralt aussehen kann: (58 followers, “This person has protected their updates.")

Siehe auch hier und dort und - ach, reicht schon. Gibt’s auch in Himmler.

5. Februar 2009, 16.07 Uhr:

Der Paria und seine Eskorte

von Jörn Schulz

Alle Welt redet über notleidende Banken, doch wer erbarmt sich der notleidenden Banker? Nun, Spiegel online tut es: „Anlageexperten wie Salinas, einst die Stars der Wall Street, sind plötzlich die Buhmänner der ganzen Welt - gehetzt von immer offenerer Wut und verbaler Lynchjustiz. (…)Wie ein Paria fühlt sich auch Salinas. Zu Unrecht, findet er: ‚Diese Krise hat viele Schuldige. Und wir leiden doch auch.’ Trotzdem trifft er sich nur unter konspirativen Umständen, wie ein flüchtiger Krimineller - fernab seines Büros, auf der diskreten Empore des Delikatessentempels ‚Balducci’s’ in Chelsea“. Ein grausiges Schicksal, zumal Salinas weniger als 500.000 Dollar im Jahr verdient und nicht mehr mit hohen Bonuszahlungen rechnen kann. Zum Glück gibt es bei Balducci`s jetzt Sonderangebote.

Es gibt auch Selbsthilfegruppen, die es notleidenden Bankern ermöglichen, Tipps auszutauschen. Wir sollten aber auch jener gedenken, deren Wohlergehen von der Solvenz der Banker abhängt. Immerhin, einige von ihnen scheinen Krisengewinnler zu sein. „Ich habe mehr als zwei dutzend Männer, die mich doppelt so oft besuchen. Sie können ihren Frauen nicht mehr gegenübertreten, die meckern, weil sie Geld verloren haben“, erzählt Jean, die als „corporate escort“ arbeitet. Nein, wir sprechen hier nicht über banale Prostitution, sondern über „high-end sex transactions“, und bei 40 Prozent dieser Transaktionen geht es gar nicht um Sex, vielmehr wird das Ego des gebeutelten Bankers gepflegt. Caroline allerdings bevorzugt Anwälte, denn sie ist des Gejammers der Banker überdrüssig.

Größere Probleme scheinen weniger professionelle „corporate escorts“ zu haben, darüber belehren uns die Daba Girls (Dating A Banker Anonymous). Die Daba Girls haben eine eigene Zeitrechnung, BR (before the recession) und AR (after the recession). AR ist der Kampf um die Gunst des FBF (Finance guy Boyfriend) härter geworden. Die Seite ist möglicherweise ein Fake, aber wen interessiert’s, das sind die Geschäfte der FBFs ja auch. Bewundern wir lieber den heroischen Kampf eines Daba Girls gegen die Übermacht der Bottle Poppin’ Girls, überdies gibt die Kolumne „Daba Girl Daily Warning Level“ einen besseren ökonomischen Überblick als die Börsennachrichten.

4. Februar 2009, 17.54 Uhr:

Der Spitzbube zu Rom

von Jörn Schulz

In unseren aufgeklärten Zeiten gebietet ja der Respekt vor der Religion Zurückhaltung. Aus gegebenem Anlass deshalb eine kleine Zusammenstellung der schönsten Papstbeleidigungen Martin Luthers:

„Ich bin erschrocken und meinte zu glauben, es donnerte so sehr, so einen großen, scheußlichen Fortz hat der Papstesel fahren lassen. Er hat gewisslich mit großer Macht gedrückt, daß er einen solchen Donnerfortz herausgeblasen hat; ein Wunder ist es, dass ihm das Loch und der Bauch nicht zerrissen sind.“

„Der Spitzbube zu Rom speie was er wolle in seinen Drecketalen.“

„Lieber Gott, wie gar ein überaus unverschämt, lästerlich Lügenmaul ist der Papst. Er redet gerade, als wäre kein Mensch auf Erden, der da wüsste, dass die vier Hauptkonzilien und viele andere in der römischen Kirche gehalten sind. Sondern denkt: Wie ich ein grober Esel bin und die Bücher nicht lese, so ist auch in der Welt niemand, der sie liest. Sondern wenn ich mein Eselgeschrei … lasse erschallen, oder gleich einen Eselsforz lasse, so müssen sie alles für Artikel des Glaubens halten”

4. Februar 2009, 17.08 Uhr:

Der Graben wird tiefer

von Jörn Schulz

Schlechte Nachrichten für Panafrikanisten: Der Kontinent driftet auseinander, immer tiefer wird der Graben, der ihn durchzieht. Heroisch stemmt Muammar al-Ghaddafi sich dem Unheil entgegen, als neuer Vorsitzender der Afrikanischen Union will er die „Vereinigten Staaten von Afrika“ schaffen. Vermutlich mit sich selbst als Präsidenten oder auch Kaiser, er forderte mit der ihm eigenen Bescheidenheit, ihn vorläufig schon mal „König der traditionellen Könige Afrikas“ zu nennen.

Doch die Süddeutsche Zeitung berichtet: „Afrika selbst steht einer Studie von Potsdamer Forschern zufolge die Spaltung bevor.“ Und ob König der Könige, Revolutionsführer oder Sonne des 21. Jahrhunderts, gegen die Plattentektonik, die den Ostafrikanischen Graben weitet, ist auch Gaddafi machtlos. Sie sorgt dafür, dass große Teile Somalias, Äthiopiens, Kenias, Tansanias und Mosambiks sich vom Kontinent verabschieden und gemeinsam mit Madagaskar gen Nordosten treiben werden. Die langfristigen Perspektiven der transatlantischen Partnerschaft hingegen sind gut, in etwa 220 Millionen Jahren wird es nicht einmal mehr einen Atlantik geben, der Europa und Amerika trennt. Die Festung Europa bekommt lange vorher Probleme. In etwa 30 Millionen Jahren dockt Nordafrika an der südeuropäischen Küste an.

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