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Kürzliche Beiträge
11. Dezember 2008, 16.20 Uhr:

Smoke!

von Jörn Schulz

Sollte der mächtigste Mann der Welt nicht wenigstens ermächtigt sein, in seinem Büro hin und wieder mal eine Zigarette zu rauchen? Nein, meinen die meisten amerikanischen Medien und Blogs. Es genügt ihnen nicht, dass Obama fleißig Sport treibt, er darf keinesfalls rauchen. Doch Obama verspricht nur, im Weißen Haus auf Zigaretten zu verzichten. Zum Glück gibt es den Rose Garden, in den der Präsident in ruhigen Zeiten immer mal wieder entfleuchen kann.

Doch was geschieht, wenn Obama wegen einer brisanten internationalen Krise das Oval Office nicht verlassen kann? Da sei es doch weitaus besser, einen entspannt im blauen Dunst sitzenden Präsidenten zu haben als einen reizbaren Mann auf Nikotinentzug, dessen Finger nervös über dem Abschussknopf für die Atomraketen zittert, meint Ron Rosenbaum.

Überdies zeigt ein Blick in die amerikanische Geschichte, dass die meisten US-Präsidenten Raucher waren. Viel spricht auch dafür, dass es die rauchenden Präsidenten waren, die sich in besonderer Weise um den Fortschritt verdient machten. George Washington war wahrscheinlich Kiffer, ob er pur rauchte, ist nicht überliefert. Ulysses S. Grant, der 20 Zigarren am Tag paffte, war zugegebenermaßen kein allzu bedeutender Präsident, hatte aber zuvor als General den Sklavenhaltern aus den Südstaaten gezeigt, wo der Hammer hängt. Franklin D. Roosevelt und John F. Kennedy rauchten. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit Richard Nixon, der wie Gerhard Schröder hin und wieder eine Zigarre paffte. Solche Leute sind gar keine Raucher, sondern Statuspaffer, sie wollen nur allen zeigen, was sie sich leisten können. Es war Hillary Clinton, die das Rauchen im Weißen Haus verbot. Ihr Mann fand dann einen anderen Verwendungszweck für die Zigarren.

Deshalb, Herr Obama: Ignorieren Sie das Genörgel Hillary Clintons (Sie hätten den Job ohnehin besser Susan Rice geben sollen, aber das nur nebenbei) und anderer Puritaner! Denken Sie daran, dass es im „war on terror“ vor allem darum geht, die Freiheit zu verteidigen, seine Lebensweise selbst zu wählen! Rufen Sie am besten gleich noch den „war on puritanism“ aus!

10. Dezember 2008, 00.12 Uhr:

Messiaen

von Stefan Ripplinger

Das Jahr 1908 hat erstaunliche Menschen hervorgebracht, zwei der ungewöhnlichsten Filmemacher überhaupt, Jacques Tati und Manoel de Oliveira, den intelligentesten Dichter seiner Generation, George Oppen, den vornehmsten Rousseauisten seit Rousseau, Claude Lévi-Strauss, schließlich auch James Stewart und meine Großtante (1908–2008), die sich noch an den Geschützlärm aus Verdun erinnern konnte.

Am meisten habe ich heuer vom 100. Geburtstag Olivier Messiaens profitiert, denn es gab einige wunderbare Konzerte, angefangen mit einer Aufführung der „Turangalîla“-Symphonie (DSO / Ingo Metzmacher / Jean-Efflam Bavouzet, Klavier / Takashi Harada, Ondes Martenot) im Januar. Wenig Glück hatten wir dagegen in einem Konzert der Berliner Philharmoniker – Edgar Varèse, Igor Strawinsky, Jonathan Harvey, Olivier Messiaen –, denn die drei oder vier Reihen vor uns waren mit britischen Schülern besetzt. Hatten sie Freikarten? Folgten die Lehrer, die sich in die erste Reihe setzten, um nicht gestört zu werden, der tausendmal widerlegten pädagogischen Maxime, Kunst müsse zum Kinde kommen und nicht umgekehrt? Buchstäblich mit dem ersten Ton ging das Kichern, das Seufzen und Räuspern los. Kleine Zankereien folgten, gelangweilt zogen sich einige ihre Jacken an und aus, andere legten sich demonstrativ zum Schlafen nieder, kurz, der ersten Hälfte des Programms war von unseren Plätzen aus nur mit größter Mühe zu folgen. Eine Dame neben uns räumte den ihren in der Pause, am Ende mit ihren Nerven.

Doch zu früh. Denn nun kam Messiaen („Trois petites liturgies de la présence divine“). Die Schüler kicherten und alberten nach Kräften weiter, doch auf einmal störten sie nicht mehr. Mehr noch, ihr Gehabe und Gescharre wurde zu Musik. Wenn Säuglinge geplärrt, Lungenkranke gehustet oder Kühe gekalbt hätten, hätten sie damit lediglich den Reichtum Messiaens vermehrt. Die Größe dieser Musik zeigt sich darin, dass sie sich mit allem Geräusch verträgt, das lebende Wesen äußern können.

5. Dezember 2008, 20.38 Uhr:

Exit

von Stefan Ripplinger

George Brecht, 27.8. 1926 - 5.12. 2008

4. Dezember 2008, 18.45 Uhr:

Wahre deutsche Leitkultur...

von Ivo Bozic

…gibts jetzt kostenfrei im Internet. “german-autobahn.tv“:, nicht nur für Hitler-Nostalgiker und Kiffer geeignet. Besonders gerne schau ich mir ja die Strecke Duisburg-Wedau nach Oberhausen-Alstaden auf der A3 an. Und welcher dieser Roadmovies ist Ihr Favorit?

2. Dezember 2008, 19.14 Uhr:

Smoking Cinema

von Ivo Bozic

SMOKING CINEMA im White Trash Fast Food, Berlin

Das Advents-Programm:

Mittwoch 3.12. um 20.00 Uhr:
LESUNG von DETLEF KUHLBRODT
Der Autor Detlef Kuhlbrodt liest aus seinem Buch “Morgens leicht, später laut” und zeigt anschließend einen seiner Lieblingsfilme, den japanischen Film “Welcome Back, Mr. McDonald!".

Ab Donnerstag 4.12. JOY DIVISION von Grant Gee (Originalfassung):
Die definitive Dokumentation über Joy Division und Ian Curtis, ein Muss für alle, die durch “Control” angefixt wurden, und eine Offenbarung für alle Fans.
Die Termine: Donnerstag 4.12. um 21.00 Uhr, Sonntag 7.12. um 20.00 Uhr, Montag 8.12. um 21.00 Uhr, Dienstag 9.12. um 21.00 Uhr, Mittwoch 10.12. um 21.00 Uhr

Montag 15.12. um 20.00 Uhr:
QUARTETT IM BETT
Am 13.12. 1968 feierte dieser Berliner Kultfilm von Ulrich Schamoni seine Premiere in West-Berlin. Das ist ein schöner Anlass dieses überdrehte Filmvergnügen, gefilmt im Paradies der Boheme 68, im Kreuzberger Arbeiter und APO-Viertel, noch einmal gebührend zu feiern. Und der Film ist die Entdeckung eines musikalischen Blödel-Quartetts, das dem Film mehr als nur den Titel gab: Insterburg & Co. Die kalauern mit Charme, Witz und Dreistigkeit gegen die legendären Jacob-Sisters. Mit einer Einführung von Jens Steinbrenner.

2. Dezember 2008, 11.55 Uhr:

Wenn Suhrkamp twittert ...

von Maik Söhler

… dann kommt das dabei raus. Twitkrit dokumentiert die Geschichte eines hübschen Missverständnisses.

Via Bov.

Nachtrag: Wer Twitter noch nicht kennt, bekommt vom “Elektischen Reporter” eine flotte Einführung.

Und noch ein Nachtrag. Wäre auch zu schön gewesen: http://www.dieschnipseljagd.de/?p=258

27. November 2008, 20.13 Uhr:

Abseitig

von Maik Söhler

Drüben bei Facebook gibt es eine Gruppe namens “Stecken wir alle Ossis ins Saarland und schenken es Frankreich”.

Bewegende Online-Literatur gibt es hier. Ab Seite 9 tut sich etwas mehr. Man liest dann aber nicht mehr, schaut nur noch.

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