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Kürzliche Beiträge
17. August 2008, 20.09 Uhr:

Georgien: Israel mit Pipeline?

von Ferdinand Muggenthaler

Stanislav Lakoba weiß die Geopolitik auf seiner Seite. “Weder die Türkei noch der Iran wollen, dass aus Georgien ein neues Israel entsteht", frohlockt der Sektretär des abchasischen Sicherheitsrats im Interview mit El Pais. Auch in Abchasien lässt sich offenbar mit dem antiisraelischen Stereotyp vom Aussenposten des US-Imperialismus Stimmung machen.

Der russische Imperialimus ist dagegen gerade Lakobas bester Verbündeter. Seine Hoffnung, dass auch die Türkei jetzt alte Gebietsansprüche gegen Georgien ausgeraben könnte, mag übertrieben sein. Dafür kann er fest damit rechnen, dass die russischen Panzer seine Provinz vom “georgischen Joch” befreien.
Anders als im Kosovo sind es jetzt die USA, die sich auf die Unverletzlichkeit der Grenzen berufen. Und niemand glaubt, dass Russland seine Liebe zum Befreiungsdrang der Ethnien in den “Völkergefängnissen” dieser Welt entdeckt hat. Die Zeitungen drucken wieder Pipelinerouten.

Zeit, die alte Dossiers und Polemiken in der Jungle World über Piplinerouten, den Zerfall Jugoslawiens und die neue Weltinnenpolitik neu zu lesen.

17. August 2008, 16.14 Uhr:

Hurra! SPD gerettet!

von Ivo Bozic

Die SPD im Freudenrausch. Jetzt wird alles gut! Denn: Franz Müntefering kehrt zurück! Die sozialdemokratische Volkspartei feiert schon jetzt ihren Erlöser:

16. August 2008, 20.13 Uhr:

Feindbilder

von Lieselotte Kreuz

Martin Büsser hat Recht! Lasst doch die süßen kleinen Emos in Ruhe, es gibt wirklich interessantere Feindbilder.
Natürlich kann das Überangebot an interessanten Feindbildern und role models auch verunsichern und überfordern. Und ja, ich denke schon, dass es in einer solchen Situation helfen kann, sich einiger grundsätzlicher Wahrheiten zu erinnern über die soziale Marktwirtschaft und all das. Sonst macht man sich ganz falsche Vorstellungen und wird am Ende nur enttäuscht. Und das will ja niemand.

15. August 2008, 16.53 Uhr:

Idealismus

von Stefan Ripplinger

Mein Freund Schernikau glaubte nicht an den Idealismus in der Politik, er glaubte nur an Interessen. Der Marquis de Sade, sagte er, hielt bis an sein Ende an der Revolution fest, weil sie seinen höchsteigenen Interessen zupass kam. Diese Lehre habe ich nie vergessen. Glaub nicht dem Multimillionär, der dagegen ist, jedenfalls solange nicht, solange es mehr Gründe für ihn gibt, dafür zu sein; denn dann wird er es irgendwann sein. Aber unbegreiflich bleibt mir der Verlierer, der von ganzem Herzen Ja! zu dem System sagt, das immerzu Nein! zu ihm sagt. Kennt er seine Interessen nicht? Hofft er auf den Multimillionär? Ich weiß es nicht, und Schernikau kann ich nicht mehr fragen.

Ein Artikel will geschrieben werden. Über ein Buch, das zur Hälfte auf Englisch gelesen wurde und zur anderen Hälfte derzeit auf Deutsch zu Ende gelesen wird. Thomas Pynchon. “Against the Day". “Gegen den Tag”. Knappe 1600 Seiten. Gegen die Zeit(läufte). Gegen die Scheiße. Gegen alles. Für nichts, außer –.

Der “Spiegel” macht auf mit der Schlagzeile: “Macht das Internet doof?” Nein, macht es nicht. Zumindest nicht doofer als sonst schon. “Gegen den Tag” ist wie die besten Teile des Internets. Unkonzentriert; ungeordnet; ausschweifend; raumgreifend; verschwenderisch; kosmopolitisch; um Zusammenhänge bemüht, ohne sie zwanghaft festzuzurren; Seiten voller Querverweise, nur nicht als Links kenntlich gemacht; literarische Links; intellektuelle Links; weiter, immer weiter; bloß den Spaß nicht verlieren; den Spaß am Denken; am hemmungslosen Denken?; am grenzenlosen Denken?

Macht Pynchon doof? Ja. Konsistenz ist nicht mehr. Totalität auch nicht. Oder doch. Aber anders.

11. August 2008, 12.18 Uhr:

Nach dem Film

von Stefan Ripplinger

Vorübergehende Affektisolierung nach dem Anschauen aufwühlender Filme: Als nach einer Aufführung von „Black Hawk Down“ am Potsdamer Platz ein Auto heftig scheppernd in ein anderes fuhr und alle Touristen und Geschäftsleute vor Schreck erstarrten, lächelten wir nur und liefen weiter. Was soll sein? Dasselbe heute Nacht, ich hatte gerade „Family Plot“ von Hitchcock gesehen, als ein Auto ins Haus krachte, Polizisten mit gezogenen Pistolen sich dem rauchenden Wrack näherten und „Hinlegen! Hinlegen!“ brüllten. Ich fragte mich lediglich, wie der Fahrer sich wohl auf einem Fahrersitz hinlegen sollte, und ging zu Bett.

("BZ", 12. VIII. 2008)

10. August 2008, 13.56 Uhr:

Zwei palästinensische Fußgeschichten

von Ivo Bozic

Das große Leid des Abu Samek und der große Zeh des Abu „Che“ Rahma.
Hier lesen.

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