Schlüppis
Kürzliche Beiträge
3. November 2013, 12.25 Uhr:

Bund Schneeberger Mädel

von Thomas von der Osten-Sacken

Auf dem Schneeberger Fackelmarsch gegen Asylbewerber und unter tosendem Beifall,  die Sprecherin des Bund Schneeberger Mädel (BSM):

Immerhin meldet die Bildzeitung, erste Reiseveranstalter (wer reist eigentlich nach Schneeberg?) hätten auf den Fackelmarsch schon reagiert:

Die hässlichen Bilder vom vergangenen Wochenende, sie könnten für Schneeberg dramatische Folge haben. Die Erzgebirgsstadt (14 400 Einwohner) fürchtet nicht nur um ihren guten Ruf, sondern auch um tausende Touristen, die nun aus zubleiben drohen. Erste Reiseveranstalter haben bereits angekündigt, in diesem Jahr die Stadt meiden zu wollen.

30. Oktober 2013, 17.25 Uhr:

Überwachen, aber richtig

von Jörn Schulz

Es wird ja immer behauptet, die Finanzbranche sei nicht in der Lage, sich selbst zu regulieren. Falsch! “Jetzt werden Fondsmanager medizinisch beobachtet", berichtet die Welt. Allerdings nicht, um die Resozialisierungschancen zu untersuchen. Besser arbeiten sollen sie. Das Problem: “Emotionen, Hormone, die Ernährung und auch die allgemeine Fitness haben mitunter große Auswirkungen auf die Entscheidungen, die ein Händler trifft.” Die Lösung: “Das Unternehmen arbeitet mit ‚Essentia’, einer neuen Software, die eine Vielzahl an psychologischen und biologischen Faktoren berücksichtigt. Während der Arbeit zeichnet das Programm Hormonwerte, Herzfrequenz und Stresslevels auf.”

Weiterlesen.

28. Oktober 2013, 18.46 Uhr:

Praktizierte Political Correctness

von Thomas von der Osten-Sacken

Leyla Hussein führte beeindruckend vor, was political correctness, oder besser vermeintliches Verständnis für andere Kulturen, für Folgen haben kann. Sie, die selbst in ihrer Kindheit genitalverstümmelt wurde, sammelte in einem Experiment Unterschriften für die Legalisierung der Praxis in England.

Und was kam dabei heraus?

She decided to conduct an experiment to see “how crazy political correctness has become” but was left in tears by the end.

Approaching shoppers with the petition supporting FGM, she told them she wanted to protect her  “culture, traditions and rights”.

In only 30 minutes 19 people signed it with some saying they believed FGM was wrong but because it was part of Ms Hussein’s culture they would add their names. Only one person refused to sign. (…)

Speaking after the experiment in Northampton, Ms Hussein broke down and said she was scared by people’s reactions.

Würde so etwas in Berlin oder Frankfurt anders verlaufen? Wohl kaum.

In Irakisch-Kurdistan dagegen, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, würde dieses Experiment vermutlich ganz anders verlaufen. Oder im Senegal. Oder in Ägypten. Oder in Niger. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

27. Oktober 2013, 11.31 Uhr:

Europa und die blonden Mädchen

von Thomas von der Osten-Sacken

Blonde Mädchen, die können ja unmöglich die Töchter von Roma sein, nicht wahr?

Dazu schreibt die New York Times:

Whatever the outcome, the Roma say that it is they who now live in fear — of having their children snatched for no reason other than their cultural identity or skin color. The cases, they say, have helped fan a sometimes violent backlash against the roughly 11 million Roma scattered across Europe. In an era of budget cutbacks and high unemployment, politicians on both the left and the right have singled out the Roma as emblematic of the problems of illegal immigration and have questioned whether they can ever be integrated.

24. Oktober 2013, 18.57 Uhr:

Was hat Merkel zu verbergen?

von Jörn Schulz

Ja, jetzt auf einmal. Skandal! Die Amerikaner haben abgehört! Unsere Kanzlerin! Skandal! Doch sollten wir umsichtig sein, und nach der notwendigen Abwägung zwischen Freiheit und Sicherheit kann man nur sagen: Bleiben Sie hart, Herr Obama. Denn hier handelt es sich nicht um eine Datenabschöpfung ohne Anlass, sondern um eine gezielte und notwendige Überwachungsmaßnahme im Interesse nicht nur der nationalen, sondern der globalen Sicherheit. Abgesehen vielleicht von Ted Cruz gibt es keine Person auf diesem Planeten, die eine so große Gefahr für die Weltwirtschaft darstellt wie Angela Merkel.

Erinnern wir uns. September 2008, Finanzkrise. Was tut die Bundesregierung? Sie tut so, als ginge sie das nichts an. Die US-Notenbank Fed schüttet rund drei Billionen Dollar aus, um notdürftig eine gewisse Stabilität wiederherzustellen. Was tut die Bundesregierung? Nein, sie bedankt sich nicht für die Rettung der Deutschen Bank, die erheblichen Anteil am Aufpusten der US-Immobilienblase hatte. Sie nörgelt, dass die Amerikaner so viel Geld ausgeben.

Frühjahr 2010, Beginn der Griechenland-Krise. Was tut die Bundesregierung? Nichts. Monatelang. Eine neue Finanzkrise droht. Als sich die Bundesregierung endlich zum Handeln entschließt, tut sie das Falsche. Jahrelang. Auch in diesen Stunden intrigiert Merkel wieder auf dem EU-Gipfel, um ihre fehlgeleitete Politik durchzusetzen und so die Gefahr einer globalen Rezession zu erhöhen. Sollten die Amerikaner nicht wenigsten rechtzeitig wissen, wann die Fed wieder die Gelddruckmaschinen anwerfen muss?

Aber auch im Interesse des Friedens sollte Merkel überwacht werden. Die Deutschen haben ja aus ihrer Vergangenheit gelernt. Statt selbst Krieg zu führen, verdienen sie lieber am Krieg, den andere führen. Die deutsche Industrie ist dafür bekannt, dass sie alles an jeden verkauft, der zahlungsfähig ist. Merkel ist dafür bekannt, dass sie sich über das übliche Maß hinaus und mit viel Liebe zum Detail für Unternehmensinteressen engagiert, selbst wenn keine Parteispende winkt. Wenn enhüllt wird, dass Chemikalien, die für die Giftgasproduktion verwendet werden können, an das syrische Regime geliefert wurden, sagt Merkel: „Nach allen Erkenntnissen, die mir zur Verfügung stehen, sind sie für zivile Dinge benutzt worden.“ Frei übersetzt: „Ich habe keine Ahnung, was Assad mit dem Zeug gemacht hat, aber ich sag jetzt einfach mal, das war zivil, und das Gegenteil kann mir keiner beweisen. Ätsch!“

Der besonderen Fürsorge der Kanzlerin erfreut sich auch Siemens. Was sagte Merkel zur Lieferung von Überwachungstechnologie von Nokia Siemens Network an den Iran? „Die Beihilfe eines führenden deutschen Unternehmens zu schwersten Menschenrechtsverletzungen erfüllt mich mit Scham. Wir werden strafrechtliche Schritte prüfen und Siemens bis zur baldigen Verschärfung der Exportgesetze keine Genehmigungen mehr für Lieferungen an Diktaturen mehr erteilen.“ Nein, das sagte sie natürlich nicht. Gar nichts sagte sie. Siemens hat sein Iran-Geschäft dann unter erheblichem Druck – nicht der Bundesregierung natürlich – eingestellt. Offiziell. Da die deutsche Exportkontrolle weiterhin lässig gehandhabt wird, kann es nicht schaden, wenn jemand lauscht, ob der Konzern und seine politische Fördererin nicht doch ein wenig schummeln. Wir wollen der Kanzlerin natürlich nicht unterstellen, dass sie bei dubiosen Geschäften hilft. Aber wenn sie nichts zu verbergen hat, hat sie ja auch nichts zu befürchten.

20. Oktober 2013, 15.36 Uhr:

Schneeberger Bürgerprotest

von Thomas von der Osten-Sacken

In Schneeberg in Sachsen, da geht ’s mit Fackeln gegen Asylbewerber:

Mit einem so genannten “Lichtellauf” ist am Samstag in Schneeberg gegen die Unterbringung von Asylbewerbern in der ehemaligen Jägerkaserne protestiert worden. Wie die Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge am Sonntag meldete, nahmen rund 1000 Menschen an der von einem NPD-Kreistagsmitglied inititierten Veranstaltung teil. Die Polizei hatte nach Ende der Kundgebung am Samstagabend unter Berufung auf die Versammlungsbehörde des Landratsamts zunächst von 1500 Teilnehmern gesprochen. Viele Menschen zogen mit Fackeln durch die Innenstadt von Schneeberg. Die Veranstaltung verlief friedlich.

Aber, keine Frage, es handelte sich um einen ganz friedlichen Bürgerprotest, nicht etwa um eine Naziveranstaltung. Was wohl den Unterschied ziwschen beidem in den Schneebergs Deutschlands ausmacht?

 

(Copyright des Bildes: Marcus Fischer)

19. Oktober 2013, 11.27 Uhr:

Albanien in die EU

von Thomas von der Osten-Sacken

Man mag von EU-Erweiterungen halten, was man will. Aber ein Land soll unbedingt, wenn die dortige Bevölkerung es will, schon morgen aufgenommen werden: Und das ist Albanien.

Warum?

Zum Beispiel deshalb:

Albania was the only European country occupied by the Axis powers of World War II that ended World War II with a larger Jewish population than before the War.

Oder deshalb:

In September 1943, after the change in Italy’s government, Albania came under German control. The situation of the Jews became worse. Albanian clerks gave identity papers to many of the Jews of Kavaje, so they could go to Tirana as part of an Italian convoy and hide there. Early in 1944 the Gestapo ordered Jews in Tirana to register. Many Jews took this as a signal to flee to the Partisans outside the capital. Other Jews obtained false papers from Albanian friends, and thus avoided attempts by the Gestapo to round up Jews. The Germans also demanded that Albanian officials give them lists of Jews living in Albania, but the officials did not comply. Rather they warned the Jews. Christian and Muslim Albanians alike regarded it as a matter of national pride to help Jews, both native Albanian and refugees. Thus no Jews were turned over to the Germans and the community survived the war, except for one family of six who were discovered by the Germans and sent to Pristina. Only one member of that family survived.

Und weil Albanien ein mehrheitlich von Muslimen bewohntes Land ist, die so gar nicht ins Bild passen wollen und nicht nur dezidiert pro-westlich sind, sondern einen Präsidenten gewählt haben, der aus seinen Sympathien etwa für Israel nie ein Hehl gemacht hat und erst kürzlich dem jüdischen Staat so zum Geburtstag gratulierte:

The 65th anniversary of the State of Israel Independence, the National Day of the friendly people of Israel offers me the special opportunity and pleasure, also on behalf of the Albanian people, to personally express to the people of Israel the best wishes for well-being, peace and prosperity, Mr. Nishani said in the address at the 65th anniversary of the State of Israel Independence.

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