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Kürzliche Beiträge
11. Dezember 2013, 19.22 Uhr:

Schluss mit dem Schlendrian!

von Jörn Schulz

Nicht nur bei den Mathematikkenntnissen sind wir mittelmäßig, auch in Sachen Korruption liegen wir nur „im europäischen Mittelfeld“, wie Transparency International in quantitativer Hinsicht festgestellt hat. Wir haben unsere Spitzenposition eingebüßt, für die einst Politiker wie Franz Josef Strauß und Konzerne wie Siemens standen. Ein beklagenwerter Schlendrian, den wir uns im globalen Wettbewerb nicht länger leisten können. Und in qualitativer Hinsicht sieht es noch düsterer aus, wie der Wulff-Prozess erneut zeigt.

Nehmen wir einmal an, Sie seien ein solventer Investor. Würden Sie einen Staat ernst nehmen, in dem Sie den Ministerpräsidenten eines Bundeslandes mit einer gebratenen Ente bestechen können? Und dann behauptet er sogar noch, er habe das alles umsonst gemacht. Was kann dessen Freundschaftsdienst schon wert sein? Es geht aber auch um die Nachwuchsförderung. Wie soll ein talentierter junger Mensch sich für die Politik begeistern, wenn ihm nur Gratisgeflügel als Privileg in Aussicht gestellt wird?

Der Wulff-Prozess wirft überdies ein schlechtes Licht auf unsere Unternehmer. Denn die sollen ja, wie der Begriff schon andeutet, etwas unternehmen. Der „Nord-Süd-Dialog“ zeigt uns aber, dass sie alleine gerade mal ein Sektglas vom Tablett nehmen können. Ursprünglich verstand man unter Nord-Süd-Dialog die Verhandlungen zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern. Es gab aber auch den von Wulff unterstützten Nord-Süd-Dialog, der Unternehmer aus Niedersachsen und Baden-Württemberg zusammenbringen sollte. Aus der Sicht der Organisatoren offenbar zwei unerhört weit voneinander entfernte Länder, deren Bewohner kaum jemals voneinander gehört haben und die ungeheure sprachliche und kulturelle Barrieren überwinden müssen, um zueinander zu finden. Wie sollten sie das ohne staatliche Hilfe schaffen?

„Schauen Sie mal, da hinten liegt das Spätzle-Land. Da können Sie Geld verdienen!“ „Echt jetzt? Wär’ ich nie drauf gekommen! Danke für den Tipp.“ „Nichts zu danken. Ist doch mein Job. Wenn Sie allerdings bei Gelegenheit mal eine Ente…“ Und nun versetzen Sie sich wieder in die Lage des Investors. Würden Sie einen Unternehmer, der nicht mal ein naheliegendes Geschäft bewältigen kann, wenn man ihn nicht ans Händchen nimmt, im interkontinentalen Geschäft ernst nehmen?

4. Dezember 2013, 17.36 Uhr:

Wer braucht schon Kritikfähigkeit?

von Jörn Schulz

Da nun alle Zeitungen ihren Leserinnen und Lesern einige Pisa-Fragen vorlegen, sollen Sie auch Gelegenheit haben, einige zu beantworten. Hier soll aber nicht plagiiert werden, deshalb stammen die Fragen nicht aus dem Test.

Lesen wir zunächst die ersten Sätze der Einleitung zum neuesten Pisa-Bericht:

„’Was sollten die Bürger wissen und was sollten sie können?’ Das ist die Frage, die der weltweiten Messung von Qualität, Chancengerechtigkeit und Effizienz in der schulischen Bildung zu Grunde liegt, die als die Internationale Schulleistungsstudie PISA bekannt ist. In der PISA-Studie wird evaluiert, inwieweit 15-jährige Schülerinnen und Schüler die entscheidenden Kenntnisse und Fähigkeiten erworben haben, die für eine volle Teilhabe am Leben moderner Gesellschaften unerlässlich sind.“

Neben dem Stand der „Bildung“ in OECD-Mitgliedsstaaten wird auch der in „Partnerstaaten“ wie China, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten gemessen. Die unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse werden nicht reflektiert.

Und nun zu den Fragen:

Welches Bild von Bildungsqualität, Teilhabe und einer modernen Gesellschaft liegt dieser Haltung zugrunde und welchen Stellenwert hat die Erziehung zu demokratischen Einstellungen und Verhaltensweisen für die OECD und die Politiker, die sich affirmativ auf die Testergebnisse beziehen?

Was ist von einem Bildungranking zu halten, bei dem unter einer Diktatur oder einer Autokratie sozialisierte Schülerinnen und Schüler die drei ersten Plätze belegen?

Was sagt es über das Demokratieverständnis der Journalisten deutscher Leitmedien aus, dass diese Problematik nie thematisiert wird?

Was sagt es über den Kapitalismus aus, dass den politischen Herrschaftsverhältnissen für die Produktion verwertbaren Humankapitals keine Bedeutung beigemessen wird?

Sicher haben Sie schon einmal davon gehört, dass Kreativität und soft skills im modernen Berufsleben angeblich sehr wichtig sind. Welchen Wahrheitsgehalt würden Sie dieser Aussage im Lichte der Pisa-Tests und der Debatten über sie zuschreiben?

Wann wird der Drill Sergeant den Lehrer ersetzen?

26. November 2013, 22.41 Uhr:

Wissen, was fuer Israel gut ist

von Thomas von der Osten-Sacken

Beim Spiegel wissen sie, was fuer Israel gut ist. Und sie wissen es natuerlich besser, als die Israelis selbst:

Israels Sicherheit ist mehr gedient mit einem vorsichtigen Herantasten auf beiden Seiten hin zu mehr Vertrauen und Berechenbarkeit als mit Netanjahus emotionalisierenden Ansprachen.

Man mag die Führung in Teheran nicht mögen - und dafür gibt es viele gute Gründe, angefangen von der Menschenrechtslage bis hin zur Unterstützung brutaler Milizen und Regime im Ausland. Doch auch Netanjahu wird lernen müssen, mit ihr zu leben.

Man koennte die Fuehrung in Teheran auch noch nicht moegen (ja ihr Ende sich herbeiwuenschen), weil die Vernichtung Israels, oder in ihrer eigenen Diktion des “zionistischen Krebsgeschwuers", eines der erklaerten Ziele der Islamischen Republik Iran ist. Aber Juden sollten eben lernen mit eliminatorischen Antisemiten zu leben, statt sich staendig den schoenen internationalen diplomatischen Bertrieb mit ihren Sorgen zu stoeren.

14. November 2013, 21.34 Uhr:

Selbskritik in der UN

von Thomas von der Osten-Sacken

Aus den Hallen der UN:

“Isn’t it a little weird? There are nine or ten resolutions against Israel. And I know there’s a problem with the Palestinians. But there’s other bad s*#@ going on and they’re spending so much time on this.”

Honesty at the UNGA.

But the person who made that statement, like the innocent child in the children’s book The Emperor’s New Clothes, was not an official, not a representative, not an “important” person at all. It was an interpreter who said it.

The now famous UN interpreter thought she was simply speaking to the person sitting next to her, she did not realize that she was speaking into a “hot mic,” that is, a microphone that was transmitting her words to everyone in the hall who had their headphones on. Upon hearing the outburst of laughter from delegates who heard her, the interpreter realized what happened and apologized.

Among the nine resolutions condemning Israel, was one which blamed Israel for its mistreatment of Syrian citizens in the “occupied Golan Heights.”

7. November 2013, 09.30 Uhr:

Der gelbe Sticker

von Thomas von der Osten-Sacken

In Irland, da ist die elende BDS - Boykottiert Israel - Kampagne besonders rührig. Und jetzt verkleben sie Sticker, die natürlich gelb sein müssen, keine andere Farbe hätte es getan:

3. November 2013, 12.25 Uhr:

Bund Schneeberger Mädel

von Thomas von der Osten-Sacken

Auf dem Schneeberger Fackelmarsch gegen Asylbewerber und unter tosendem Beifall,  die Sprecherin des Bund Schneeberger Mädel (BSM):

Immerhin meldet die Bildzeitung, erste Reiseveranstalter (wer reist eigentlich nach Schneeberg?) hätten auf den Fackelmarsch schon reagiert:

Die hässlichen Bilder vom vergangenen Wochenende, sie könnten für Schneeberg dramatische Folge haben. Die Erzgebirgsstadt (14 400 Einwohner) fürchtet nicht nur um ihren guten Ruf, sondern auch um tausende Touristen, die nun aus zubleiben drohen. Erste Reiseveranstalter haben bereits angekündigt, in diesem Jahr die Stadt meiden zu wollen.

30. Oktober 2013, 17.25 Uhr:

Überwachen, aber richtig

von Jörn Schulz

Es wird ja immer behauptet, die Finanzbranche sei nicht in der Lage, sich selbst zu regulieren. Falsch! “Jetzt werden Fondsmanager medizinisch beobachtet", berichtet die Welt. Allerdings nicht, um die Resozialisierungschancen zu untersuchen. Besser arbeiten sollen sie. Das Problem: “Emotionen, Hormone, die Ernährung und auch die allgemeine Fitness haben mitunter große Auswirkungen auf die Entscheidungen, die ein Händler trifft.” Die Lösung: “Das Unternehmen arbeitet mit ‚Essentia’, einer neuen Software, die eine Vielzahl an psychologischen und biologischen Faktoren berücksichtigt. Während der Arbeit zeichnet das Programm Hormonwerte, Herzfrequenz und Stresslevels auf.”

Weiterlesen.

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